EM-Qualifikation: Die Schweizerinnen unterliegen doppelt gegen Topnation Holland
Im Heimspiel am Donnerstag kriegt die Murianerin Daphne Gautschi grossen Support aus der Heimat. Dennoch gibt es eine deutliche 21:39-Pleite gegen Holland. Drei Tage später reagiert die ...
EM-Qualifikation: Die Schweizerinnen unterliegen doppelt gegen Topnation Holland
Im Heimspiel am Donnerstag kriegt die Murianerin Daphne Gautschi grossen Support aus der Heimat. Dennoch gibt es eine deutliche 21:39-Pleite gegen Holland. Drei Tage später reagiert die Schweizer Nati aber mit einer Leistungssteigerung. Die 22:25-Niederlage ist «ein riesiger Schritt», wie Gautschi erklärt.
Die schlechte Nachricht zuerst: Am letzten Donnerstag gibt es eine heftige Lehrstunde für die Schweizerinnen. Vor 2500 Zuschauern in der Pilatus Arena in Kriens – unter den Fans waren ganz viele Nachwuchsspieler des TV Muri – kann das Heimteam nur zu Beginn mithalten. «Nach knapp 20 Minuten haben wir stark nachgelassen», sagt Daphne Gautschi, die in diesem Spiel mit fünf Toren am Ende die Topskorerin der Schweizerinnen ist. Nebst Rückraumspielerin Gautschi sind auch Kreisläuferin Nora Snedkerud aus Widen (zwei Tore) und Torhüterin Seraina Kuratli aus Wohlen mit dabei.
«Gute Retrospektive»
Kuratli darf in der zweiten Halbzeit ins Tor, schafft vier Paraden und muss wie alle Schweizerinnen den Hut zücken vor den konsequenten Holländerinnen. Jeder Fehler wird eiskalt bestraft. «Wir waren zu wenig konsequent in der Abwehr und kriegten viel zu viele einfache Tore», wie Gautschi erklärt. Topnation Holland wischt die Schweiz mit 21:39 (10:18) aus der Halle.
Und jetzt zur guten Nachricht: Die Reaktion am Sonntag im Rückspiel war heftig. Vor 2000 Zuschauern scheint das Team von Nationaltrainer Knut Ove Joa seine Lehren gezogen zu haben. Zur Pause führt Holland 13:12. Alles offen. «Und wir haben uns auch im zweiten Durchgang nicht abschütteln lassen und uns immer wieder zurückgekämpft. Wir haben deutlich härter und intelligenter verteidigt», beschreibt Gautschi (drei Tore) ihre Eindrücke. Die erfahrenen Holländerinnen haben am Ende die Geduld und die Routine, um die Partie zu gewinnen (25:22). Und dennoch fühlt es sich wie ein kleiner Sieg an. «Wenn ich Spiel 1 und Spiel 2 vergleiche, dann haben wir einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Mit einer guten Retrospektive konnten wir viel rausholen und dazulernen», so die Murianerin weiter. Die jungen Schweizerinnen lernen dazu. Und sie lernen offensichtlich schnell.
Entscheidende Quali-Spiele in einem Monat
Für die Zukunft ein gutes Zeichen. Das langfristige Ziel – die Olympischen Spiele in Brisbane 2032 – scheint realistisch zu sein. Ebenso der kurzfristige Erfolg. Denn es geht für die Schweizerinnen schon sehr bald weiter. Um sich für die Europameisterschaft im Dezember 2026 zu qualifizieren, braucht es im April zwei Siege.
Erst geht es (am 8./9. April) auswärts gegen Bosnien-Herzegowina. Im Hinspiel siegte die Schweiz deutlich mit 35:19. Wenige Tage später folgt dann das entscheidende Spiel gegen Italien in der Zürcher Saalsporthalle (Sonntag, 12. April, 18 Uhr). Das Hinspiel endete 35:27 für die Schweiz. Zwei Siege und damit die Qualifikation (hinter den voraussichtlichen Gruppensiegerinnen aus Holland) sind sehr realistisch, dennoch wird es kein Spaziergang. «Das Wichtigste ist, dass wir die guten Dinge aus dem Rückspiel gegen Holland für diese beiden wichtigen Spiele im April mitnehmen können», sagt Gautschi. --spr