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07.03.2023 Arni, KelleramtKünftig soll ein Altersleitbild die Seniorinnen und Senioren in die Dorfentwicklung einbeziehen
Gute Voraussetzungen für das Leben im Alter schaffen – mit diesem Auftrag arbeitet der Arner Gemeinderat seit Februar an einem neuen Altersleitbild. Dafür ...
Künftig soll ein Altersleitbild die Seniorinnen und Senioren in die Dorfentwicklung einbeziehen
Gute Voraussetzungen für das Leben im Alter schaffen – mit diesem Auftrag arbeitet der Arner Gemeinderat seit Februar an einem neuen Altersleitbild. Dafür sucht er aktuell Unterstützung von Betroffenen aus der Bevölkerung.
Celeste Blanc
Seit Längerem hat der Regierungsrat des Kantons Aargau Leitsätze zur Alterspolitik festgesetzt, die der strategischen Zielsetzung der Alterspolitik dienen. Für deren Umsetzung sind die Gemeinden zuständig. Im gesamten Kanton, aber auch in der Region sind viele Gemeinden diesem Auftrag nachgekommen. Ein solches Leitbild hingegen fehlt bisher der Gemeinde Arni.
Das soll sich nun ändern, findet der Gemeinderat. Unter André Huber, der im Gemeinderat dem Ressort Soziales vorsteht, laufen seit einem Monat erste Arbeiten zur Erstellung eines ebensolchen Leitbildes. Die Erarbeitung einer strukturierten Planung respektive eines Konzepts, das die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung im Dorf abzeichnet, sei je länger, je mehr wichtig für kommunale Entwicklungen. «Vermehrt leben Menschen im Pensionsalter in Einfamilienhäusern. Angebote für soziale Kontakte, aber auch körperliche und geistige Gesundheit müssen vor allem in einer kleinen Gemeinde gewährleistet werden.» Mit dem Projekt einhergehend ist Huber aktuell auf der Suche nach Seniorinnen und Senioren aus der Bevölkerung. Ziel ist es, im April mit der Arbeitsgruppe eine erste Sitzung durchführen zu können.
Leitbild für kommunale Entwicklungsstrategien
Die Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren mit gezielten Massnahmen fördern und erhalten – das sind die Hauptziele, die im Altersleitbild eruiert und definiert werden sollen. Vor allem die Vielfalt von Lebensformen müsse dabei berücksichtigt werden. «Aufgrund der zunehmend unterschiedlichen Lebensverläufe und -stile nimmt die Vielfalt der älteren Menschen auch in einer kleinen Gemeinde wie Arni zu», weiss Huber. Ein Altersleitbild soll deshalb helfen, den Blick auf die ganze Vielfalt im Alter – sowohl auf die aktiven gesunden Rentnerinnen und Rentner wie auch auf die (meist fragilen) Personen mit hohem Pflege- und Betreuungsbedarf – zu lenken und explizite Handlungsfelder und Angebote zu definieren. «Alterspolitik ist eine Querschnittsaufgabe, sie betrifft viele Bereiche der Gemeinde, von der Raumplanung bis zur Gesundheit», so Huber.
Umfassen soll das Altersleitbild deshalb vielfältige Felder wie soziale Beziehungen und Partizipation, Prävention und Sicherheit, persönliche Gesundheitskompetenz, Beratung sowie Betreuung und Pflege. Gleichzeitig soll es als Leitfaden bei kommunalen Entwicklungsstrategien fungieren sowie die Bevölkerung über die Tätigkeit der lokalen Behörden aufklären.
Einfamilienhausdominierte Siedlungsform problematisch
In Zusammenarbeit mit der Pro Senectute wird das Altersleitbild erarbeitet. Um Bedürfnisse möglichst genau eruieren zu können, sucht der Gemeinderat zwei Seniorinnen und Senioren, die sich an der Ausarbeitung beteiligen. «Betroffene zu Beteiligten machen», wie es André Huber nennt. Durch ihre Partizipation sollen geplante Massnahmen möglichst durchdacht und damit einhergehend breit abgestützt sein. «Nur so kann man langfristig erfolgreich sein», erklärt Huber weiter. Weiter bildet sich die Arbeitsgruppe aus jeweils einem Vertreter oder einer Vertreterin aus dem Gemeinderat, einem ambulanten und/oder stationären Gesundheitsdienst sowie der Kirchengemeinde.
Stellenwert steigt mit dem Alter
Für André Huber ist die Erarbeitung eines Altersleitbildes ein grosses Anliegen, auch persönlich. Eine gut funktionierende Gemeinde müsse die ältere Bevölkerung in all ihren Entscheidungen mit einbeziehen. Vor allem mit Blick auf die kommunalbauliche Entwicklung in Arni sei dies wichtig. «Arni besteht zu einem Grossteil aus Einfamilienhäusern. In diesen wohnen vermehrt Menschen im Pensionsalter, deren Kinder weggezogen sind. Und Fakt ist, dass die einfamilienhausdominierte Siedlungsform für viele ältere Menschen nicht immer einfach ist, um ihre sozialen Kontakte aufrechtzuerhalten beispielsweise.»
Auch gewinne der Stellenwert einer Gemeinde im Alter zunehmend an Bedeutung. «Eine Gemeinde ist ein zentraler Bestandteil des täglichen Lebens der älteren Bevölkerung. Hier spielt sich in der Regel hauptsächlich der Alltag ab, vor allem wenn sie nicht mobil sind. Deshalb gilt es, ihre Interessen bei der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen, sei es bei einer Dorfzentrumssanierung, der Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung oder bei der Immobilienstrategie der Gemeinde», betont Gemeinderat Huber. Eine vorausschauende Planung sei das A und O – nicht nur für die heute lebenden Seniorinnen und Senioren, sondern auch für jene in der Zukunft. «Alt werden will jeder, alt sein dagegen keiner», meint Huber und unterstreicht damit, wie wichtig die Aufrechterhaltung der Lebensqualität im Alter ist.
Bei Fragen und Interesse kann man sich melden bei: andre.huber@arni-ag.ch.

