«Hier fliesst kulturelle Energie»
16.01.2026 Kultur, Wohlen, KunstDer Kunstraum im Kulturwerk wird übermorgen Sonntag, 16 Uhr, in der Bleichi eröffnet
Der neue Kunstraum im Kulturwerk Bleichi ist ein Pilotprojekt der Kunstkommission. Er wird übermorgen Sonntag feierlich eröffnet. Gezeigt werden sieben Werke des ...
Der Kunstraum im Kulturwerk wird übermorgen Sonntag, 16 Uhr, in der Bleichi eröffnet
Der neue Kunstraum im Kulturwerk Bleichi ist ein Pilotprojekt der Kunstkommission. Er wird übermorgen Sonntag feierlich eröffnet. Gezeigt werden sieben Werke des Wohler Künstlers Walter Burkart.
Daniel Marti
Mitten im neuen Kulturwerk Bleichi ist der neue Kunstraum für die Kulturkommission entstanden. Architekt Stefan Hegi war noch für die letzten Verbesserungen zuständig. Nun steht der Eröffnung nichts mehr im Wege – einzig die Heizung im alten Gebäude ist ein wenig dürftig. «Aber das Licht ist fantastisch», sagt Verena Schütz, Co-Präsidentin der Kunstkommission. Daneben nickt Kultursekretärin Simone Pallecchi anerkennend. «Der Standort des Kunstraums ist ideal, einfach super», betont Pallecchi.
Tatsächlich, der Kunstraum ist eine tolle Sache. Mit diesem Raum schafft die Kunstkommission zum ersten Mal einen permanenten Ort für die bildende Kunst. «Die Kunst braucht Wände und Räume», erklärt Verena Schütz, «damit Kunst überhaupt vermittelt werden kann und Kunstschaffende sich mitteilen können.» Mit dem neuen Kunstraum werden neue Möglichkeiten der Präsentation, der Vermittlung und der Begegnung eröffnet. Zudem setzt die Gemeinde ein Zeichen für die Bedeutung von Kunst im öffentlichen Leben von Wohlen.
Alles erscheint in einem positiven Licht. Die Kunstkommission ist aktiv, der Verein für Kultur in Wohlen bietet Hand in seinem neuen Kulturwerk und der Raum selbst gefällt, er ist ein Mehrwert in vielerlei Hinsichten. Einziger kleiner Negativpunkt: Die Miete für zehn Monate – zwei Sommermonate werden ausgelassen – beträgt 5000 Franken. Das ist eher günstig, nur verfügt die Kunstkommission über ein Budget von 15 000 Franken, also ein Drittel der jährlichen Ausgaben für den Raum belastet die Finanzen. Das Co-Präsidium will darum mal schauen, wie der Kunstraum ankommen wird. Das Pilotprojekt dauert ein Jahr. «Es ist ein Experiment», betont Verena Schütz. Gleichzeitig hoffen alle Beteiligten, dass der Kunstraum eine längerfristige Lösung darstellt. «Uns gefällt es hier. Der Raum bietet so viele Möglichkeiten – und das mitten in der Bleichi im Kulturwerk», so die Co-Präsidentin weiter. In diesen Gebäuden habe es schon oft eine traditionelle und kulturelle Durchmischung gegeben, und sie nennt Beispiele: Fasnacht, Fischessen, Disco, Ausstellungen und die neuen Aktivitäten des Vereins für Kultur. «Hier findet Kultur statt, hier fliesst kulturelle Energie», schwärmt Verena Schütz.
Feier neuerdings in der Bleichi
Alles ist startbereit. Bis auf eine Ausnahme. Nach dem Branddrama in Crans-Montana mit 40 Toten wurde der neue Kunstraum betreffend Brandschutz nochmals beleuchtet. Und Architekt Stefan Hegi konnte Entwarnung geben: «Alles in Ordnung.» Auch der Brandschauer meldete: «Alles bestens.» Allerdings ist der neue Kunstraum nur für maximal 50 Personen konzipiert.
Dies bedeutet, dass die Eröffnungsfeier von übermorgen Sonntag, ab 16 Uhr, im benachbarten Bleichi-Raum stattfinden muss. Nach den Feierlichkeiten können dann die Besucherinnen und Besucher den neuen Kunstraum betrachten – allerdings nur 50 auf einmal. Diese Umstellung sollte laut Co-Präsidium machbar sein und keine grossen Einschränkungen darstellen.
Sieben geschenkte Bilder von Walter Burkard
Der Kunstraum ist wahrlich gelungen. «Dieser Raum soll auch Wertschätzung für die regionalen Künstlerinnen und Künstler bedeuten», betont Verena Schütz. Dieser Zielsetzung wird am Eröffnungstag nachgelebt. An der Eröffnungsveranstaltung werden Werke des Wohler Künstlers Walter Burkart (1923 bis 2009) präsentiert.
Burkart ist als Schöpfer des «Güggels» im Gemeindehaus bekannt. Er hat zudem mehrere seiner Arbeiten der Gemeinde Wohlen überlassen. Diese Werke werden nun der Öffentlichkeit erstmals gezeigt.
Walter Burkart zählte zu den prägenden Kunstschaffenden aus Wohlen. Im Jahr 2005 wurde er mit dem Kulturpreis der Gemeinde für sein künstlerisches Schaffen ausgezeichnet. Er war über die Ortsgrenzen hinaus bekannt, auch im Aargauer Kunsthaus sind Burkart-Werke zu bestaunen.
Die sieben nun ausgestellten Werke sind Scherenschnitte. Burkart arbeitete mit ausgeschnittenen Figuren, Formen und Szenen. Darum ähneln seine Arbeiten einer Collage. Burkart spannte jeweils einen weiten Bogen: Er verarbeitete Eindrücke von seinen Aufenthalten in Afrika, er zeigte aber auch Motive aus dem heimischen Freiamt. «Diese Verbindung von Welterfahrung und lokaler Verankerung macht seine Bildwelt so eigenständig», erklärt Verena Schütz.
Teil des Kulturkonzepts
Darüber hinaus sind auch vier Bücher ausgestellt – davon gibt es nur sieben. Mit Burkarts Werken und seinem Lebenslauf.
Die Ausstellung und erstmalige Präsentation dieser sieben Burkart-Werke ist bestimmt ein würdiger Auftakt für den neuen Kunstraum. Es sei echt schön, wie die Kunstkommission Hand bietet, freut sich Kultursekretärin Simone Pallecchi. «Räume zu öffnen und die Vernetzung von Kunstschaffenden ist Teil der Kulturkonzepts», so Pallecchi weiter. Und genau das wird mit dem neuen Kunstraum vorbildlich angepackt und umgesetzt.

