«Hier kommt die Sonne»
20.01.2026 Wohlen, SchuleFreude und riesige Aufgabe
Siegerprojekt Kanti-Ausbau präsentiert
Die Schülerzahlen steigen stark. Deshalb soll die Kanti Wohlen ausgebaut werden, von 33 auf 55 Abteilungen. Nun liegt das Siegerprojekt vor.
Verschiedene Einzelbauten und ...
Freude und riesige Aufgabe
Siegerprojekt Kanti-Ausbau präsentiert
Die Schülerzahlen steigen stark. Deshalb soll die Kanti Wohlen ausgebaut werden, von 33 auf 55 Abteilungen. Nun liegt das Siegerprojekt vor.
Verschiedene Einzelbauten und Provisorien bilden die heutige Kanti. Im Zuge der zwingenden Erweiterung wird die Chance ergriffen, für das gesamte Areal ein Gesamtkonzept zu finden. 29 Planerteams nahmen sich dieser Aufgabe an. Das Projekt «Here Comes the Sun» wurde von einer Jury zum Sieger erkoren. Ganz zur Freude von Kanti-Rektor Matthias Angst. «Die Kanti durfte sich aktiv an der aufwendigen Arbeit während der Vorbereitung und Durchführung des Projektwettbewerbs beteiligen», erklärt Angst. Und er freue sich sehr, «dass das Siegerprojekt auch aus unserer Nutzerperspektive hervorragend ist». Nun wartet aber noch viel Arbeit. --dm
Erweiterung der Kantonsschule Wohlen: Projektwettbewerb abgeschlossen, Präsentation am Freitag
Die Erweiterung der Kanti Wohlen nimmt Formen an. Beim Projektwettbewerb für Planerteams wurde ein klarer Sieger erkoren. Das Projekt «Here Comes the Sun» von Franziska / Sebastian Müller Architekten GmbH aus Zürich überzeugt mit einer klaren architektonischen Haltung und mit hoher Aufenthaltsqualität.
Daniel Marti
Rein schon der Name des Wettbewerbssiegers verspricht einiges. «Here Comes the Sun», hier kommt die Sonne, überstrahlte alle anderen eingegebenen Varianten. Total 29 Projekte wurden von Planerteams für den Wettbewerb eingereicht. Eine grosse Zahl.
Die Aufgabenstellung durch das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) war klar: Die Kanti Wohlen ist an der Kapazitätsgrenze angelangt und soll von heute 33 auf neu 55 Abteilungen ausgebaut werden. Aufgabe war es, eine kompakte und zukunftsorientierte Campusanlage zu konzipieren, die das bestehende Hauptgebäude erhält und respektvoll in die neue Schulanlage integriert. Das bestehende Hauptgebäude aus dem Jahr 1988 wurde vom Aargauer Architekturbüro Burkard Meyer Steiger & Partner entworfen und umfasst markante Elemente des international bekannten Architekten Santiago Calatrava.
Sieben Projekte rangiert – Siegerprojekt wird weiterverfolgt
Das Preisgericht zeigt sich erfreut über die Qualität und Bearbeitungstiefe der eingegangenen Projektvorschläge. Das Preisgericht schreibt von «vielfältigen und attraktiven Lösungsvorschlägen, die sich allesamt stark mit dem Ort, dem heutigen Bestand und den Bedürfnissen der künftigen Nutzerschaft auseinandersetzen». Insgesamt sieben Projekte wurden rangiert, nachfolgend die Podestplätze: 1. Here Comes the Sun, Franziska / Sebastian Müller Architekten GmbH, Zürich. – 2. Semiramis, Raumbureau GmbH, Zürich. – 3. Fora, Itten+Brechbühl AG, Basel.
Identitätsstiftendes Herzstück
Das Projekt «Here Comes the Sun» wurde letztlich klar zum Sieger erklärt. «Here Comes the Sun» überzeugt durch eine klare, architektonisch starke Haltung und eine präzise städtebauliche Setzung, die den bestehenden Bau respektvoll und auf Augenhöhe ergänzt sowie den Campusgedanken überzeugend weiterführt, heisst es in der Gesamtwürdigung. Und weiter: «Die räumliche Organisation und die funktionale Logik sind sorgfältig entwickelt und schaffen innen wie aussen ein stimmiges, einladendes Gefüge mit hoher Aufenthaltsqualität.» Besonders hervorzuheben sei das zentrale Forum als identitätsstiftendes Herzstück der Schulanlage, «das Offenheit, Begegnung und Kommunikation fördert». Die konstruktive und materielle Umsetzung folgt einer ressourcen-schonenden Logik und bildet eine solide Grundlage für eine nachhaltige Realisierung.
Der negative Punkt betrifft die landschaftliche Umsetzung. Diese bleibe deutlich hinter dem Anspruch zurück und «bildet damit den klaren Schwachpunkt des ansonsten sehr gelungenen Projekts». Bezüglich landschaftlicher Umsetzung und Freiraumgestaltung entlang der Bünz habe das Projekt «das Potenzial noch nicht ganz ausgeschöpft, obwohl spannende Ansätze bestehen – da kann in der Optimierungsphase noch nachgebessert und konkretisiert werden. Wobei der Fokus dieses Projekts noch nicht auf den Umgebungsnutzen ausgelegt war», sagt Elise Dagonneau, Projektleiterin Standort- und Nutzungsplanung beim Departement BKS.
Das Gesamtfazit fällt dennoch äusserst positiv aus: «Insgesamt stellt ‹Here Comes the Sun› einen zukunftsweisenden Beitrag dar, der die Vision eines offenen, lernfördernden und nachhaltigen Schulcampus beispielhaft einlöst», heisst es bei der Gesamtwürdigung.
Inbetriebnahme 2032
Mitte Januar hat der Regierungsrat vom Resultat des Projektwettbewerbs Kenntnis genommen und das Departement BKS in Zusammenarbeit mit der Abteilung Immobilien Aargau beauftragt, das Siegerprojekt weiterzuverfolgen und die nächsten Schritte für die Projektierung in die Wege zu leiten.
Die Zielsetzung ist jedenfalls ambitioniert und der Zeitplan sportlich. Auf den Start des Schuljahres 2032/2033 soll die neue und erweiterte Kanti Wohlen ihren Betrieb aufnehmen.
Grobe Schätzung von total 240 Millionen
Die Dimensionen der Erweiterung sind auch anhand der Grobkostenschätzung ersichtlich. «Zu den Kosten lässt sich noch nichts Konkretes sagen», erklärt Urs Heimgartner, er ist Leiter Immobilien Aargau und Vorsitzender des Preisgerichts. «Klar ist aber, dass das Siegerprojekt auch hier im Vergleich zu Konkurrenzprojekten gut und kosteneffizient abgeschnitten hat, weil architektonische, bauliche und statische Herausforderungen vergleichsweise einfach, aber gut gelöst wurden.» So habe «Here Comes the Sun» auch beim Kostenplaner in der Jury gut abgeschnitten. Die groben Kosten können also nur ganz vorsichtig geschätzt werden: Für den Neubau werden rund 200 Millionen Franken benötigt, für die Sanierung des Altbaus rund 40 Millionen. Gesamthaft also – ganz vorsichtig geschätzt – rund 240 Millionen Franken.
Ausstellung der Projekte
Die 29 Wettbewerbsbeiträge werden ab Freitag, 23. Januar, 17 Uhr, mit einem kleinen Eröffnungsanlass im Hauptgebäude der Kantonsschule Wohlen öffentlich ausgestellt. – Ort: Hauptgebäude «Calatrava», Kantonsschule Wohlen. – Öffentliche Eröffnung der Ausstellung: Freitag, 23. Januar, 17 bis 19 Uhr. Die Ausstellung dauert bis am Montag, 9. Februar, 18 Uhr.
Das Siegerprojekt besticht auf vielen Ebenen
Die Verantwortlichen des Kantons freuen sich über das hohe Niveau der Arbeiten
Die Beurteilung der Projekte sei gar nicht einfach gewesen, weil sehr viele gute Projekte eingegangen sind, sagt Elise Dagonneau, sie ist Projektleiterin Standort- und Nutzungsplanung beim Departement BKS. «Es herrschte ein wirklich hohes Niveau. Dennoch war man sich am Ende einig, weil das Siegerprojekt die verschiedenen Anforderungen am besten erfüllt.»
«Here comes the Sun» fügt sich laut Dagonneau «wunderbar neben das bisherige Hauptgebäude ein. Und es bringt die Flexibilität mit, auch zukünftige Änderungen und Weiterentwicklungen vorzunehmen.» Damit sei es auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Aus Sicht des BKS, also aus Nutzersicht, sticht besonders heraus, «dass das Raumprogramm nach unseren Vorstellungen einer modernen und lernfördernden Schule konzipiert wurde. Es sind nicht mehr nur Klassenzimmer, wo der Unterricht stattfindet, sondern offene, einladende, multifunktionale Lernlandschaften, wo in angenehmer Atmosphäre interaktive Unterrichtsformen in Gruppenarbeiten möglich sind. Dennoch gibt es genügend Rückzugsmöglichkeiten für stilles Schaffen», so die Projektleiterin.
Zwei Gebäude, wie Geschwister
Begeistert ist auch Urs Heimgartner, Leiter Immobilien Aargau und Vorsitzender des Preisgerichts vom Departement Finanzen und Ressourcen. «Das Siegerprojekt ist ein sehr gutes Projekt, das auf vielen Ebenen besticht. Herausragend für mich ist, wie respektvoll die Planer das bisherige Calatrava-Gebäude durch die Anordnung und Gestaltung des neuen Gebäudes miteinbezogen haben», erklärt Heimgartner. Und weiter: «Die beiden Gebäude werden sich wie Geschwister ergänzen – eigenständig und doch harmonisch und miteinander eng verbunden.»
Für Heimgartner sind Nachhaltigkeit und Zukunftsträchtigkeit ein weiterer grosser Pluspunkt. Er verweist darauf hin, dass sich Schulen ändern und irgendwann wieder Ergänzungen ein Thema werden. «Beim Siegerprojekt wird solches wunderbar umsetzbar, weil es sich durch zusätzliche Achsen nach Norden erweitern lässt – bei gleichzeitigem Schulbetrieb.» Ebenfalls positiv: Beim neuen Gebäude werden Räumlichkeiten wie Turnhalle, Aula oder Mensa extern nutzbar sein, «ohne gleich die ganze Schule öffnen zu müssen».
Urs Heimgartner abschliessend: «Gesamthaft fügt sich das Projekt gut ins Quartier ein und passt bestens zur Wohler Übergangszone, welche die an der Bünz zwischen Industrie- und Wohnquartier darstellt. Der Campusgedanke, der bei der Erweiterung angestrebt wird und künftig an der Wohler Kanti herrschen soll, ist insgesamt gut gelungen.» --huy/dm


