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20.02.2026 Niederwil, Region Unterfreiamt, VerkehrDer Radweg von Niederwil in den Reusspark lässt weiter auf sich warten
Vor 15 Jahren hat der Kanton ein Projekt ausgearbeitet, vor 12 Jahren wurde dann der Kredit bewilligt, vor 5 Jahren konnte nach langen Verhandlungen endlich die Baubewilligung erteilt werden. Doch ...
Der Radweg von Niederwil in den Reusspark lässt weiter auf sich warten
Vor 15 Jahren hat der Kanton ein Projekt ausgearbeitet, vor 12 Jahren wurde dann der Kredit bewilligt, vor 5 Jahren konnte nach langen Verhandlungen endlich die Baubewilligung erteilt werden. Doch realisiert ist die Verbindung noch immer nicht – zum Leidwesen der Gemeinde und des Reussparks.
Chregi Hansen
Angekündigt wurde der Baustart schon mehr als einmal. Im Frühling 2023 soll es losgehen, hiess es beispielsweise vonseiten des Kantons im März 2022. Und noch im Dezember 2023 verkündete Kurt Notter, der Präsident des Reussparks, dass der schon so lange angekündigte Radweg im 2024 endlich gebaut wird, dies sei dem Reusspark so mitgeteilt worden.
Passiert ist bisher nichts. Und wie es scheint, wird vorläufig auch nichts passieren. Der Radweg von Niederwil ins Gnadenthal bleibt vorerst nur ein Planungsstrich. Die sichere Verbindung vom Dorf an die Reuss, sie lässt weiter auf sich warten. Doch warum? Das Landerwerbsverfahren habe sich verzögert und werde voraussichtlich bis Ende Jahr abgeschlossen, heisst es dazu vonseiten des Kantons lediglich. Wobei verzögert leicht untertrieben ist – das Verfahren läuft schon etliche Jahre. Dies, nachdem bereits die Baubewilligung sehr lange auf sich warten liess, weil sich das Einspracheverfahren über Jahre hinweg zog.
Verzögerungen wegen Vakanzen und personellen Wechseln
Auf Nachfrage erklärt Kreisingenieur Patrick Hochstrasser: «Der Landerwerb ist ein mehrstufiges Verfahren mit Orientierungen, Verhandlungen mit zahlreichen betroffenen Grundeigentümern, Vertragsausfertigungen sowie externen Genehmigungen. Die Dauer hängt von der Anzahl Beteiligter und dem jeweiligen Verhandlungsaufwand ab.»
Das ist in diesem konkreten Fall aber nicht das einzige Problem. Beim Radweg Reusspark kam hinzu, dass es in den letzten Jahren personelle Wechsel und Vakanzen gab, was die Bearbeitung verzögert hat. Aktuell gehe man davon aus, dass das Verfahren bis Ende Jahr abgeschlossen sei, so Hochstrasser. Und dann geht es mit Vollgas an die Arbeit? «Über den weiteren Projektverlauf informieren wir rechtzeitig vor der Realisierung, die weiterhin für 2027/2028 vorgesehen ist.»
Dass es so langsam vorwärtsgeht, können die meisten nicht verstehen. «Die Verzögerungen beim Radweg sind für unsere Gemeinde mehr als ärgerlich. Das Projekt hat für Niederwil eine grosse Bedeutung – insbesondere für eine sichere Verbindung zum Ortsteil Gnadenthal sowie zum stark frequentierten Erholungsgebiet an der Reuss», sagt etwa Norbert Ender, der Gemeindeammann von Niederwil. Und auch Kurt Notter, Präsident des Reussparks, ist frustriert. «Wir würden uns freuen, wenn der Umsetzung des Radweges eine etwas höhere Priorisierung zugesprochen würde», sagt er.
Vorteile für Besucher und Mitarbeitende
Notter betont, dass der Reusspark in den vergangenen Jahren viel investiert hat in die Förderung der Biodiversität. «Der Reusspark hat die Bedeutung der ökologischen Nachhaltigkeit schon früh erkannt», sagt er. Bei der Neuvergabe des Pachtlandes wurde zusammen mit AgroFutura und Pro Natura ein Biodiversitätskonzept entwickelt, wurden beispielsweise Hecken gepflanzt, Kleinstrukturen oder Blumenwiesen geschaffen, Tümpel gebaut oder auch ein Hochstammobstgarten angelegt. Bis Ende 2025 wurden alle Massnahmen umgesetzt. Es fehlt nun nur noch der Radweg, der in einer Allee entlang der Kantonsstrasse geführt werden soll», so der Präsident.
Damit würde ein attraktiver Rundweg für Spaziergänger entstehen: entlang der Reuss Richtung Bremgarten und zurück auf dem (in einigen Jahren schattigen) Radweg ins Gnadenthal. Und sowohl die Mitarbeitenden wie auch die Besucher hätten die Möglichkeit, den Reusspark gefahrlos mit dem Rad zu erreichen. Das ist auch für Norbert Ender ein wichtiges Argument. «Viele Niederwiler und Niederwilerinnen arbeiten im Reusspark. Gerade für sie sollte das Velo eine attraktive und sichere Option für den Arbeitsweg sein. Wenn wir den Langsamverkehr fördern wollen, braucht es durchgehende und sichere Infrastrukturen – provisorische oder lückenhafte Lösungen genügen nicht», macht der Gemeindeammann deutlich.
Fehlendes Puzzleteil in Sachen Aufwertung
Ender und Notter hoffen darum beide, dass das Landerwerbsverfahren bald abgeschlossen werden kann und das Projekt ohne weitere Verzögerungen umgesetzt wird. «Aus Sicht der Gemeinde ist der Bedarf ausgewiesen und die Realisierung überfällig», macht der Ammann deutlich. Und Kurt Notter spricht vom letzten noch fehlenden Puzzleteil, welches die bereits umgesetzten Aufwertungsmassnahmen abschliessen würde. «Gemäss unserem Leitbild Naturverbundenheit haben wir viel getan. Jetzt fehlt noch der Radweg», so Notter. Doch ganz so schnell wird es wohl nicht gehen, wie die Aussagen des Kantons zeigen. Es wird vermutlich 2028 werden, bis die sichere Verbindung für Radfahrer gebaut ist.


