Im Zeichen der Nachfolgeregelung
20.10.2023 Jonen, KelleramtRückblick und Ausblick im Jahresbericht der Schulen Jonen
Der Wechsel der Schulleitung war zuletzt das grosse Thema an der Primarschule Jonen und der Oberstufen-Kreisschule Kelleramt. Der Jahresbericht blickt allerdings auch auf andere Themen zurück und voraus ...
Rückblick und Ausblick im Jahresbericht der Schulen Jonen
Der Wechsel der Schulleitung war zuletzt das grosse Thema an der Primarschule Jonen und der Oberstufen-Kreisschule Kelleramt. Der Jahresbericht blickt allerdings auch auf andere Themen zurück und voraus auf kommende Herausforderungen.
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ist nach wie vor sehr hoch an der Schule Gemeinde Jonen (SGJ). So habe man für das Schuljahr 2023/24 weiterhin drei Kindergartenabteilungen, teilt die Schulleitung im jüngsten Jahresbericht mit. In neuem Licht erstrahlte pünktlich zum Schulbeginn der Kindergarten 1. Nach 40 Jahren Betrieb hat er eine Sanierung erhalten. Aufgrund der hohen Schülerzahlen werden die erste, die zweite und die fünfte Primarschulklasse derzeit doppelt geführt. «Es ist erfreulich und schön, zu sehen, wie viele Familien mit Kindern in Jonen zu Hause sind», betont Gemeinderätin Doris Haas. In der ersten Klasse sind es gemäss Schulwebsite derzeit stolze 21 Schülerinnen und 20 Schüler.
Von einer «attraktiven und offenen Schule» spricht Peter Hochuli, Gemeindeammann von Unterlunkhofen, in seinem Jahresbericht als Präsident der Kreisschule Kelleramt (KSK).
Die Oberstufe, die von den im Verband zusammengeschlossenen Gemeinden Arni, Jonen, Oberlunkhofen, Rottenschwil und Unterlunkhofen seit 2002 gemeinsam geführt wird, sei «bei den Kindern beliebt und in der Bevölkerung gut anerkannt und verankert». Hier drücken in sieben Klassen 130 Jugendliche, 57 Schülerinnen und 73 Schüler, die Schulbank.
Betreuungsangebote sind gefragt
In der ersten Hälfte des vergangenen Schuljahrs war für die Vertreter der Trägergemeinden die Pensionierung des langjährigen Schulleiters Wädi Koch das grosse Thema. 33 Jahre hat er sich in der Schule Jonen engagiert, die letzten 20 als Schulleiter. In der Person von Stefan Späni konnte schon früh ein Nachfolger präsentiert werden. «Seine Persönlichkeit und sein Profil haben uns alle einstimmig und klar überzeugt», so Doris Haas, die im Rekrutierungsprozess die Interessen der Joner Behörde für die Primarschule vertreten hat. Als grosse Herausforderung im Schulalltag bezeichnet Doris Haas die – oft sehr kurzfristige – Integration von Flüchtlingskindern in die Klassen. Konstanter ist dagegen die zunehmende Nutzung der Angebote Mittagstisch und Randstundenbetreuung. «Wir sind bestrebt, weiterhin ein bedürfnisgerechtes Angebot bereitzustellen», versichert die Ressortleiterin Bildung.
Musikschule wächst wieder
Einen Leitungswechsel hatte auch die Musikschule Kelleramt zu verzeichnen. Bereits Ende Januar wurde hier Isabella Eichenberger in den Ruhestand verabschiedet – nach über 33 Jahren als Musikschulleiterin. Ihre Nachfolge haben Regina Klossner und Erich Rey angetreten. Sie teilen sich die Aufgabe im Jobsharing und die neuen Büroräume im Untergeschoss des Schulhauses Pilatus in Jonen.
Nach pandemiebedingt seit 2020 sinkenden Zahlen haben sich für das laufende Semester erstmals wieder mehr Musikschülerinnen und -schüler angemeldet. Aktuell unterrichten 24 Lehrpersonen knapp 300 Kinder und Jugendliche. «Der pädagogische Wert des Musizierens ist unbestritten», hält Co-Musikschulleiter Erich Rey fest und betont auch den Wert der sozialen Kontakte, die beim gemeinsamen Musizieren geknüpft werden können.
Therapien: Ressourcen fehlen
Der Fachkräftemangel zeigt sich vielerorts, aber ganz ausgesprochen bei den Logopädinnen und Logopäden. So konnten im Schuljahr 2022/23 zwei Vakanzen in Jonen und Oberwil-Lieli nicht besetzt werden. Als Notlösung musste man deshalb auf externe Logopädinnen zurückgreifen. «Der Bedarf an Therapien ist grösser als die Ressourcen, die zur Verfügung stehen», so Thomas Frei, Gemeinderat von Arni und Präsident der Vertragsgemeinschaft für das Sprachheilwesen Kelleramt (VSK). Im Frühling sei es nun allerdings gelungen, einen Logopäden zu rekrutieren.
In der Schule wird allerdings nicht nur Wissen vermittelt. Die Kinder sollen auch lernen, wie man Konflikte löst, im Streitfall Versöhnung findet und respektvoll miteinander umgeht. Hierzu leistet die Schulsozialarbeit einen wichtigen Beitrag. An der Primarschule Jonen trat die Schulsozialarbeit in 70 Fällen in Aktion und führte 407 Gespräche. Dabei machten die eng miteinander verknüpften Themenfelder soziale Kompetenzen, Konflikte/Beziehungen und Ausgrenzung fast die Hälfte der Fälle aus. Bei der Oberstufe resultierten aus 49 Fällen 182 Gespräche. Hier waren die Hauptthemen Familienstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Pubertät, der Umgang mit Druck und Erwartungen, die Berufswahl oder Suchtverhalten.
Räbeliechtli und Hausfest
Zurück in die Gegenwart: Wie war der Start mit dem neuen Schulleiter? «Sehr gut», betont Stellvertreter Reto Jäggi auf Anfrage. Stefan Späni komme sowohl bei den Eltern als auch im Lehrerkollegium sehr gut an. An der Primarschule freut man sich auf den Räbeliechtliumzug vom 2. November, für die Oberstufe wird am 15. November das Hausfest das nächste Highlight sein.
Mittelfristig ist dann vorgesehen, bei allen beteiligten Personengruppen, von den Schülerinnen und Schülern über Lehrpersonen und Behörden bis zu den Eltern, konstruktive Rückmeldungen einzuholen. Dieses 360-Grad-Feedback soll helfen, allfällige Schwachstellen frühzeitig erkennen und beheben zu können. --tst