Keine einzige Verschmutzung
24.04.2026 Region Oberfreiamt, DietwilJahresbericht und Ausblick zur Aushubdeponie Babilon in Dietwil
Problemloser als noch im Vorjahr. So lässt sich 2025 aus Sicht der Deponie Freiamt AG als Betreiberin der Aushubdeponie Babilon zusammenfassen.
Der Böschungsfuss konnte bis ins ...
Jahresbericht und Ausblick zur Aushubdeponie Babilon in Dietwil
Problemloser als noch im Vorjahr. So lässt sich 2025 aus Sicht der Deponie Freiamt AG als Betreiberin der Aushubdeponie Babilon zusammenfassen.
Der Böschungsfuss konnte bis ins Frühjahr mit Felsaushub stabilisiert und mit trockenem Aushub aufgebaut werden. Über die Sommermonate wurde die Böschung mit geeignetem, gut verdichtbarem Aushub aufgebaut. Die Zufahrten wurden bei Bedarf mit Felsmaterial und Kies verstärkt. Die Reifenwaschanlage sowie die Zu-/ Wegfahrtsstrasse funktionierten einwandfrei. Seit Betriebsbeginn kam es noch nie zu einer Verschmutzung der Kantonsstrasse.
Bis Ende Jahr wurden gesamthaft 212 100 Kubikmeter Aushub (Vorjahr: 193 700 Kubikmeter) und 540 Kubikmeter Unterboden angenommen und eingebaut. Die Aushublieferungen aus den Kantonen Aargau und Zug haben zusammen einen Anteil von 61 Prozent.
Erste Flächen wieder in Bewirtschaftung
Die offene Fläche der Deponie betrug per Ende Jahr rund sieben Hektar (inklusive Zufahrt und Installation). Die langfristigen Bodendepots blieben unverändert bei rund 1,9 Hektar. Im Spätsommer wurde Richtung Norden ein weiterer Bodenabtrag auf einer Fläche von 0,4 Hektar umgesetzt. Der abgetragene Boden wurde fachgerecht in temporären Depots gelagert und begrünt. Diese Depots werden 2026 für weitere Rekultivierungsarbeiten verwendet. Das in Planung stehende Projekt Babilon Fortsetzung Nord überlagert den nordwestlichen Teil der bewilligten Deponie. Aus diesem Grund wird auf dieser Fläche vorläufig auf die Rekultivierung verzichtet. Die ersten rekultivierten Flächen von rund 4,5 Hektar aus dem Jahr 2020 konnten im Herbst nach einer Begehung mit Vertretern von Kanton, Gemeinde, Fachbüro, Grundeigentümer, Bewirtschafter und Unternehmer zur uneingeschränkten Bewirtschaftung freigegeben werden.
Bei der Deponie Babilon handelt es sich um den Deponietyp A. Es darf ausschliesslich sauberes Aushub- und Ausbruchmaterial angeliefert werden. Als vorsorgliche Kontrollmassnahme wird vor der ersten Anlieferung von Bauherrschaften und Aushublieferanten eine Aushubdeklaration verlangt und geprüft. Seit 2024 werden zusätzlich Feststoffproben zur Überwachung verschiedener Schwermetalle durchgeführt. Ab Juni 2025 wurde die Probenahme intensiviert. Alle 5000 Kubikmeter Aushub lose erfolgt eine chemische Analyse. 2025 wurden 27 Beprobungen durchgeführt. Bei Überschreitungen der Grenzwerte wird das weitere Vorgehen mit der kantonalen Abteilung für Umwelt festgelegt.
Drei Verwarnungen
2025 mussten drei Lieferanten aufgrund von Fremdmaterial wie Betonstücken oder Wurzelmaterial verwarnt werden. Die Anlieferungen wurden jeweils gestoppt und die Fremdstoffe vor dem Einbau entfernt. Nach der Abmahnung konnten die Baustellen wieder sauberen Aushub anliefern. Zudem wurde eine Inspektion durch den Fachverband der Schweizerischen Kiesund Betonindustrie durchgeführt. Dabei wurden keine Mängel festgestellt.
Die naturnahen Flächen um den Installationsplatz sowie die Böschungen wurden im Sommer durch eine Fachperson auf Neophyten kontrolliert. Unerwünschte Pflanzen wurden entfernt und ein Säuberungsschnitt durchgeführt. Ein erster Teil der Ostböschung wurde bereits 2022 erstellt und begrünt. Die Bepflanzung hat sich schon sehr gut entwickelt. Insgesamt sind rund 15 000 Quadratmeter ökologische Ausgleichsfläche definitiv erstellt. Zusätzlich bestehen rund 3500 Quadratmeter temporäre naturnahe Flächen.
Etwas weniger Aushub erwartet
Für das laufende Jahr ist eine Jahresmenge von 180 000 Kubikmetern Aushub lose vorgesehen. Die aktuell offene Ablagerungsfläche reicht voraussichtlich bis Mitte Jahr. Im Sommer ist ein weiterer Bodenabtrag von rund einem Hektar Richtung Norden nötig. Gleichzeitig kann eine weitere Rekultivierungsetappe umgesetzt werden. Zudem muss das Reifenwaschbecken entleert und der Schlamm nach vorgängiger Beprobung fachgerecht entsorgt werden. Der zweite Teil der im Herbst erstellten Ostböschung kann im Frühjahr begrünt werden.
Der Grossrat des Kantons Aargau hat im August dem Richtplaneintrag für die Fortsetzung der Deponie Babilon gegen Norden zugestimmt. In der Folge haben die beiden Standortgemeinden Dietwil und Oberrüti das kommunale Nutzungsplanverfahren gestartet und die Unterlagen beim Kanton eingereicht. Der kantonale Vorprüfungsbericht wird im Frühling erwartet. Anschliessend ist im Sommer das öffentliche Mitwirkungs- und Auflageverfahren vorgesehen. Die Teiländerung von Kulturlandplan und Bau- und Nutzungsordnung ist an einer kommenden Gemeindeversammlung der beiden Standortgemeinden zu traktandieren. Bei positivem Entscheid soll das Gestaltungsplanverfahren 2027 gestartet werden. --red

