«Lachen, feiern, fröhlich sein»
17.02.2026 Bremgarten, FasnachtWeit über tausend Menschen zelebrieren in diesen Tagen die fünfte Jahreszeit im Städtli
Von der neuartigen Eröffnung über den bombastischen Reussknallerball bis hin zur in jeder Beziehung fantastischen Narrenrallye. Die Bremgarter Fasnacht ...
Weit über tausend Menschen zelebrieren in diesen Tagen die fünfte Jahreszeit im Städtli
Von der neuartigen Eröffnung über den bombastischen Reussknallerball bis hin zur in jeder Beziehung fantastischen Narrenrallye. Die Bremgarter Fasnacht entpuppt sich einmal mehr als friedliches, fröhliches Spektakel mit vielen Facetten. Die Verantwortlichen dürfen zufrieden sein – und ziehen entsprechend ein positives Zwischenfazit.
Marco Huwyler
Unter lautem Gejohle und dem grossen Gaudi der Gässli-Passanten wird die lachende Seniorin gepackt, mit einem Abfallsack «verkleidet» und abtransportiert. Das kann einem halt passieren, wenn die Narren regieren – und dabei, wie es sich für die Fasnacht gehört, aktuelle Lokalpossen genüsslich auszuschlachten wissen. Im betreffenden Fall wird das Bremgarter Abfallregime aufgegriffen, das bekanntlich in der Unterstadt nach erfolgreichem jahrelangen Widerstand einiger – vornehmlich älterer – Bewohner wieder zum Alten zurückkehrte. Es ist nicht das einzige aktuelle Thema – auch die Städtli-Steuern werden beispielsweise süffisant thematisiert. Wobei längst nicht alles politisch ist, wenn es fasnächtelt in Bremgarten. Auch wenn der schiefe Spittelturm der nach ihm benannten Clique durchaus zu den schiefen Stadtfinanzen passen würde. Ganz vieles des hier Gebotenen ist einfach herzig – oder ringt dem einen oder anderem am Gässlirand ein verstohlenes «Wow» ab, angesichts des kreativen Aufwandes, den hier Familien und Kleingruppen geleistet haben.
Motore braucht es nicht
Das alles ohne die grossen Geschütze und Traktoren aufzufahren notabene – die sind dieses Jahr in Wohlen unterwegs. Und doch vermisst man sie an diesem Sonntagnachmittag anlässlich der Narrenrallye in keiner Minute. Die über 100 Teilnehmer beweisen, dass man mit Kreativität und Elan auch ohne imposante Knalleffekte für Fasnachtsspektakel sorgen kann. Zumal so vor allem die Kleinen auf ihre Kosten kommen – als essenzieller Bestandteil des Umzugs selbst, aber auch als aktive Zuschauer. Über tausend Besucher sind am Sonntag ins Städtli gepilgert und erfreuen sich sichtlich am Einfallsreichtum der Narren. Viele von ihnen sind auch gerne bereit, die Fasnacht mit einer Plakette zu unterstützen. Das Sujet prangt stolz auf so manchem Oberteil.
«Nicht Masse, sondern Klasse»
«Die Narrenrallye war erneut ein riesiger Erfolg», lächelt denn auch zu Wochenbeginn eine müde, aber gelöste Claudia Mariniello. Die Co-Präsidentin des neu gegründeten Fasnachtsvereins war natürlich selbst Bestandteil des Umzugs. «Es tat mega gut, durch die vielen gut gelaunten und friedlichen Zuschauer zu ziehen.» Eine Entschädigung für unzählige Stunden der Vorbereitung «bei der wir viel neu gedacht und ausprobiert haben.»
Allem voran bei der Fasnachtseröffnung nach der Kinderfasnacht am Donnerstagabend, die erstmals in einem komplett neuen Gewand daherkam. «Ziel davon war es, auch den Gemeinschaftsgedanken nochmals neu zu betonen.» Die Vorbereitungen dafür trafen die Schpitelturm-Clique und der Fasnachtsverein zusammen. Und auch der ganze Stadtrat wurde gleichermassen in das von Nita Fernandes moderierte Quiz-Duell eingebunden. «Es war gesamthaft ein toller Event. Wir haben viel gelacht», konstatiert Mariniello zufrieden.
Auch mit dem Reussknallerball vom Samstagabend ist man im Fasnachts-OK einmal mehr glücklich. «Wir haben zwar die Konkurrenz aus umliegenden Gemeinden gespürt», sagt Mariniello.
Beispielsweise hat der Fasnachtsball in Berikon am selben Abend stattgefunden. «Dennoch sind wir zufrieden. Diejenigen, die kamen – und das waren durchaus viele – bewiesen einmal mehr ganz viel Kreativität.» So habe man im Casino mal wieder zahlreiche Individualmasken und Unikate bestaunen dürfen. «Nicht Masse, sondern Klasse», lächelt Mariniello. Und dank Musik und Tanz war die Stimmung vorzüglich. «Lachen, feiern, gute Laune. Man kam wirklich auf seine Kosten.» Ein feuchtfröhlicher fasnächtlicher Valentinstag.
Abschluss heute Abend
Nicht selbstverständlich daher, dass es bislang zu keinerlei Zwischenfällen an der Bremgarter Fasnacht kam. «Das schätze ich ungemein», sagt Mariniello. «Es ist nirgendwo, zu keiner Zeit auch nur ungute Stimmung in irgendeiner Art aufgekommen.» Die Co-Präsidentin der Bremgarter Narren hofft, dass dem so bleibt und auch Petrus weiterhin einigermassen mitspielt. Denn heute soll mit der «Usrüere» schliesslich noch der krönende Fasnachtsabschluss folgen. «Die ist natürlich auch gesetzt bei mir, mit meinen beiden Kindern», lächelt Mariniello. Und so wird eine gelungene Fasnacht heute Abend ihr gebührendes Ende mit dem über 600-jährigen Bremgarter Brauch finden. In diesem Sinne: «Heego! Naro! Wyss und rot – pio!»
«Usrüere» als Fasnachtsabschluss heute Dienstag, 17. Februar. Um 15 Uhr beim Stutzplatz, um 16 Uhr beim Spittelturm inklusive Wurstverteilete.








