Fussballverband büsst Vater eines Juniors des FC Villmergen
Ein Vater geht nach einem Spiel seines Sohnes den Schiedsrichter körperlich an. Der Fall macht landesweit Schlagzeilen. Nun hat der Verband die Strafe bekannt gegeben.
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Fussballverband büsst Vater eines Juniors des FC Villmergen
Ein Vater geht nach einem Spiel seines Sohnes den Schiedsrichter körperlich an. Der Fall macht landesweit Schlagzeilen. Nun hat der Verband die Strafe bekannt gegeben.
Im Meisterschaftsspiel der Junioren C vom 31. Mai zwischen dem SC Schöftland und dem FC Villmergen ist es nach Spielschluss zu einem Skandal gekommen. Der Vater eines Spielers des FC Villmergen betrat den Rasen und beging in der Folge einen tätlichen Angriff auf den Schiedsrichter. Der Vorfall wurde von einem anderen Zuschauer mit dem Handy gefilmt, das Video machte in der Folge auf den Sozialen Medien schnell die Runde.
Die Kontroll- und Disziplinarkommission (KDK) des Aargauer Fussballverbandes (AFV) hat in der Folge eine Spezialuntersuchung eingeleitet. Die Vergehen seitens des Zuschauers wurden als massiv und krass unsportlich bewertet, weshalb die Kommission folgende Strafen und Massnahmen angeordnet hat: Wegen des unbefugten Betretens des Spielfelds und dem tätlichen Angriff auf den Schiedsrichter wird gegen den Vater ein landesweites Stadionverbot bis zum 3. Juli 2028 ausgesprochen. Der FC Villmergen selber erhält eine Busse von 3500 Franken.
Wie das Stadionverbot durchgesetzt werden soll, scheint noch unklar zu sein. «Auf unserem Platz können wir das gut lösen, weil wir die Person kennen», erklärt Vorstandsmitglied Silvan Zülle auf Anfrage. Und bei Auswärtsspielen mit Beteiligung des Sohnes könne man den Gastgeberverein darauf aufmerksam machen, falls der Vater auftaucht. Aber was das landesweite Stadionverbot betrifft, möchte der FC Villmergen erst abklären, wie das vom Schweizerischen Fussballverband im Detail angedacht ist. Ob das funktioniert, stehe auf einem anderen Blatt, weil man den Vater auf den meisten anderen Plätzen nicht kennt.
Busse gegen Verein dem Vater in Rechnung gestellt
Der AFV bedankt sich beim FC Villmergen in seiner Mitteilung für die vorbildliche Kooperation in dieser Angelegenheit. Trotzdem wird dem Verein ebenfalls eine Busse aufgebrummt. Das sei in einem solchen Fall normal und rein reglementarisch so festgelegt, berichtet Zülle. «Das verhält sich nicht anders, als wenn ein Spieler zum Beispiel eine Rote Karte erhält. Der Verband büsst immer den Verein. Der Verein kann sich dann das Geld beim Verursacher zurückholen», so Zülle weiter. Im entsprechenden Fall habe man beim Verursacher die Busse auch schon in Rechnung gestellt.
Der Verein hat den Vorfall sofort und sehr deutlich verurteilt. Gleichzeitig war und ist es dem FC Villmergen wichtig, den betroffenen Junior zu schützen. «Er hat nichts Falsches getan und ist schon genug gestraft, weil das Ganze so viral gegangen ist», sagt Zülle. Der Verband appelliert an alle Vereine, den Respekt gegenüber Schiedsrichtern, Gegnern, Zuschauenden und Funktionären zu verstärken. «Die Vereine tragen die Verantwortung für ihre Mitglieder und Zuschauenden. Der AFV empfiehlt, bei vereinsintern bekannten Unruhestiftern präventiv aktiv zu werden», heisst es in der Medienmitteilung. --jl/chh