Mehrere Schritte vorwärts
23.01.2026 Sport, HandballMarc Bader aus Oberwil-Lieli über seine erste Saison beim HC Kriens-Luzern
Marc Bader aus Oberwil-Lieli spielt seit Sommer für den HC Kriens-Luzern und hat sich dort schnell etabliert. Er hat sich sportlich weiterentwickelt. Auch im Privatleben gab es ...
Marc Bader aus Oberwil-Lieli über seine erste Saison beim HC Kriens-Luzern
Marc Bader aus Oberwil-Lieli spielt seit Sommer für den HC Kriens-Luzern und hat sich dort schnell etabliert. Er hat sich sportlich weiterentwickelt. Auch im Privatleben gab es Veränderungen.
Josip Lasic
Marc Bader und der HC Kriens-Luzern haben noch zwölf Spiele, um ihr Zwischenziel in der Meisterschaft zu erreichen. «Wir wollen eine Platzierung holen, mit der wir in den Play-offs Heimrecht im Viertel- und Halbfinal haben», sagt der 24-Jährige. «Und dann peilen wir den Meistertitel an.»
Tabellenführer Kadetten Schaffhausen hat bisher alle 18 Spiele gewonnen. Ein Einbruch der Schaffhauser wäre nötig, damit Kriens-Luzern sie einholen kann. Doch auch mit Rang 2 hätten sie Heimrecht in den entscheidenden Spielen. Diese Platzierung ist für die aktuellen Tabellendritten machbar. In den Play-offs traut der ehrgeizige Freiämter sich und seinen Teamkollegen alles zu.
Europäische Luft geschnuppert
Bader spielt seit Sommer für die Luzerner. Für den Kreisläufer aus Oberwil-Lieli endete damit eine Ära. Mit elf Jahren wechselte er vom damaligen HC Berikon in den Nachwuchs von GC Amicitia Zürich. Er durchlief die Juniorenabteilungen der Zürcher, erkämpfte sich einen Platz in der ersten Mannschaft und absolvierte rund 130 Nationalliga-A-Spiele. Am Ende der letzten Saison verabschiedete er sich von GC Amicitia, das nach dem Konkurs des Hauptsponsors unter finanziellen Problemen leidet. «Dadurch kam etwas Unruhe in den Verein. Ich möchte meine Zeit in Zürich aber nicht missen. Ich war lange beim Club und habe viel Schönes erlebt. Mein Ziel war aber, sportlich den nächsten Schritt zu machen und weiterhin bei einem konkurrenzfähigen Team zu spielen.» Der Abschied fiel ihm jedoch nicht leicht. «Ich kannte viele Mitspieler bei GC seit der Juniorenzeit. Das war mein Verein. Aber ich wollte mich weiterentwickeln.»
Diese Möglichkeit hat er bei Kriens-Luzern erhalten. Und das noch stärker, als er es erwartet hat. Bisher stand er in allen 15 Meisterschaftsspielen der Luzerner auf dem Platz und erzielte 30 Tore. Hinzu kommen Einsätze im Cup und der European League. «Ich habe mir nicht so viel Einsatzzeit ausgerechnet. Aber ich bin im Team angekommen. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und spiele mit Supertypen zusammen», erzählt er. «Und mit GC konnte ich nur in der Qualifikation zur European League spielen. Das war jetzt eine Premiere, auch in der Gruppenphase antreten zu dürfen. Ich würde sagen, dass ich bereits ziemliche Fortschritte gemacht habe, seit ich hier bin. Ich habe neue Dinge gesehen und einen anderen Blickwinkel auf den Handballsport erhalten.» Das Vertrauen, das er vom Verein erhält, zahlt der Handballer mit Leistung zurück. Beim Heimsieg gegen Fram Reykjavík in der European League war er beispielsweise bester Torschütze der Krienser. Das knappe Ausscheiden des Teams aus dem internationalen Wettbewerb konnte er allerdings nicht verhindern.
Lebensmittelpunkt verschoben
Der Freiämter hat nicht nur sportlich einen Schritt nach vorne gemacht. Während seiner Zeit bei GC Amicitia lebte er noch in seinem Elternhaus in Oberwil-Lieli. Jetzt wohnt er mit seiner Freundin in Kriens. «Wir dachten, dass wir Nägel mit Köpfen machen und zusammenziehen. Es passt alles ziemlich gut. Sie arbeitet jetzt in Luzern im Spital. Und ich werde demnächst an der Hochschule Luzern ein Studium beginnen», erzählt der gelernte Automatiker. «Unser Lebensmittelpunkt hat sich komplett in Richtung Kriens und Luzern verschoben.»
Er geniesst auch die Handballeuphorie, die in der 30 000-Seelen-Gemeinde herrscht. Mit über 2000 Zuschauern hat Kriens den mit Abstand grössten Publikumsschnitt der ganzen Liga. «Während der Spiele selbst bin ich so im Tunnel, dass ich davon nicht viel merke. Aber schon beim Aufwärmen ist es eine ganz andere Kulisse, als wir sie bei GC hatten. Ich freue mich jedes Mal auf die handballbegeisterten Zuschauer.»
Weitere Ziele sind im Blick
Der Freiämter hat in allen Lebensbereichen einen Schritt vorwärts gemacht, seit seinem Wechsel. Er ist aber noch lange nicht am Ende. «Das kurzfristige Ziel ist, diese Saison möglichst erfolgreich abzuschliessen.»
Bisher war ein 3. Rang nach der Hauptrunde und ein Play-off-Aus im Halbfinal – ausgerechnet gegen Kriens-Luzern – mit GC Amicitia die beste Platzierung, die er erreichen konnte. Das möchte er jetzt mit den Luzernern toppen. «Ansonsten war die Bundesliga immer ein Traum von mir, ebenso wie das Nationalteam. Das sind langfristige Ziele.» Ende 2024 war er schon einmal bei einem Trainingszusammenzug der Nati dabei und konnte mittrainieren. Wenn seine Entwicklung so weitergeht, rücken diese Träume bald in greifbare Nähe.

