Mehrwert für die Gemeinden
04.07.2023 MuriLeitende Gremien der Regionalpolizeien Muri, Bremgarten und Wohlen zum dualen Polizeisystem
Kürzlich fand eine Informationsveranstaltung für die Grossrätinnen und Grossräte der Bezirke Muri und Bremgarten statt. Die leitenden Gremien der ...
Leitende Gremien der Regionalpolizeien Muri, Bremgarten und Wohlen zum dualen Polizeisystem
Kürzlich fand eine Informationsveranstaltung für die Grossrätinnen und Grossräte der Bezirke Muri und Bremgarten statt. Die leitenden Gremien der Regionalpolizeien Muri, Bremgarten und Wohlen legten dabei die Vorteile des dualen Polizeisystems dar.
Die Grossrätinnen und Grossräte bekamen die Sichtweise der direkt betroffenen politischen und operativen Organisationen aufgezeigt. Das duale Polizeisystem beinhaltet «sehr viel Positives und bringt einen direkten Mehrwert für die Gemeinden und die Bevölkerung mit», heisst es in einer Medienmitteilung.
Gemeinden verlieren mit Einheitspolizei Einflussnahme
Im ersten Teil erläuterte Milly Stöckli als Vorsteherin des leitenden Ausschusses der Regionalpolizei Muri die Wichtigkeit des dualen Polizeisystems für die Gemeinden. Einleitend wurde die Bevölkerungsumfrage der Firma Ecoplan genannt. Diese attestiert der Polizei des Kantons Aargau und damit direkt dem dualen Polizeisystem eine gute bis sehr gute Note.
«Für die Gemeinden sind die enge Verbindung zur lokalen Polizeiorganisation, die Personen- und Ortskenntnisse der Mitarbeitenden der Regionalpolizeien sowie die Nutzung von Synergien innerhalb des Bevölkerungsschutzes massgebliche Vorteile des dualen Polizeisystems.» Sollte es zu einer Einheitspolizei kommen, stehen viele offene Fragen im Raum. Bei einer Einheitspolizei wird eine höhere finanzielle Belastung des Gesamtsystems mit dem gleichzeitigen Verlust der Mitsprache beziehungsweise der direkten Einflussnahme auf die lokale Sicherheit prognostiziert. «Weiter wird ein Rückgang der Patrouillenpräsenz befürchtet.» Zudem wird ein zusätzlicher Auf bau von neuen Personalressourcen für die Aufgaben, die durch die Einheitspolizei nicht mehr wahrgenommen werden, erwartet.
Kriminalitätsrate dank dualem Polizeisystem halbiert
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden durch die Repolchefs von Wohlen, Bremgarten und Muri die operativen Sichtweisen beleuchtet. Einleitend wurden die Schwierigkeiten und überbordenden Kosten bei den Fusionen in Bern und Luzern erwähnt. Die Chefs der Regionalpolizeien sehen das duale Polizeisystem «als Erfolgsstory und Polizeiarbeit erster Klasse».
Gemäss Kriminalitätsstatistik hat sich die Kriminalitätsrate seit Einführung des dualen Polizeisystems im Kanton Aargau halbiert – und auf diesem tiefen Niveau etabliert. Verglichen mit anderen Kantonen liegt der Kanton Aargau weit hinter dem schweizerischen Mittel der Kriminalstatistik – wohlgemerkt mit der tiefsten Polizeidichte der Schweiz. «Dieser Umstand kann direkt auf das duale Polizeisystem zurückgeführt werden, das eine überdurchschnittlich hohe Patrouillendichte, Tag und Nacht, garantiert», heisst es in der Medienmitteilung.
Repols sind wichtige Partner des Bevölkerungsschutzes
Die Wichtigkeit der lokalen Verankerung der Regionalpolizeien und somit das Bekenntnis zum dualen Polizeisystem wurde den Grossrätinnen und Grossräten manifestiert – dies mittels Briefen des Bevölkerungsschutzes Freiamt und sämtlicher Schulen im Einsatzgebiet der Regionalpolizei Muri. Die Kommandanten des Zivilschutzes Freiamt, der Stützpunkt-Feuerwehr Muri+ sowie der Chef des Rettungsdienstes Muri untermauerten, wie wichtig die Regionalpolizei als Partner im Verbund des Bevölkerungsschutzes ist.
Weiter konnten diverse Statements aus den Reihen der Befürworter einer Einheitspolizei geklärt werden. Die Ausbildungen der Kantonspolizisten und der Regionalpolizisten im Bereich der lokalen Sicherheit sind gleichwertig. Die Regionalpolizeien decken eine breite Palette von Aufgabenfeldern ab, «wofür eine profunde Ausbildung notwendig ist».
Auch das Thema Schnittstellen und Doppelspurigkeiten wurde angesprochen. Schnittstellen sind notwendig, damit Organisationen zusammenarbeiten können. Schnittstellen sind auch innerhalb einer grossen Organisation wie der Kantonspolizei Aargau vorhanden. Bei einer Einheitspolizei werden Schnittstellen lediglich verlagert. «Doppelspurigkeiten treten immer dort auf, wo die Lage unklar und ein schnelles Handeln der Polizei notwendig ist.»
Bei solchen Einsätzen dient das Eintreffen von mehreren Patrouillen am Ereignisort der Sicherheit aller Beteiligten und einer schnelleren Beurteilung der Lage. Nachdem klar ist, wer für den Fall zuständig ist, ziehen die restlichen Patrouillen ab.
Gemeinden wollen duales Polizeisystem beibehalten
Das Resümee der Vorsteherin des leitenden Ausschusses der Regionalpolizei Muri war im Schlusswort klar und eindeutig: Die Gemeinden stehen hinter dem dualen Polizeisystem und wollen es beibehalten. Warum soll ein kostengünstiges System, das sehr gut funktioniert, aufgegeben werden?
Weiter sind die Gemeinden bereit, «das Verbesserungspotenzial zusammen mit den beteiligten Organisationen anzugehen, um das bestehende, duale Polizeisystem noch effizienter zu gestalten», heisst es in der Medienmitteilung weiter.
Vor der Diskussionsrunde fasste Roland Vogt – SVP-Grossrat, Gemeinderat von Wohlen und aktiver Polizist bei der Stadtpolizei Zürich – sämtliche Themen auf politischer wie operativer Ebene, die für das duale Polizeisystem sprechen, nochmals zusammen. Und er untermauerte mit deutlichen Worten die Vorteile des dualen Polizeisystems. --pd

