Mit neuem Team gut gestartet
21.04.2026 ButtwilJörg Haslimeier 100 Tage im Amt
Er habe eine funktionierende Gemeinde übernommen, sagt der neue Gemeindeammann Jörg Haslimeier, Buttwil. In seiner Bilanz spricht er auch darüber, was es heisst, dass drei seiner neuen Ratsmitglieder ebenfalls neu ...
Jörg Haslimeier 100 Tage im Amt
Er habe eine funktionierende Gemeinde übernommen, sagt der neue Gemeindeammann Jörg Haslimeier, Buttwil. In seiner Bilanz spricht er auch darüber, was es heisst, dass drei seiner neuen Ratsmitglieder ebenfalls neu sind.
--vaw
Der Buttwiler Gemeindeammann Jörg Haslimeier ist seit rund 100 Tagen im Amt
Seit 2018 ist der parteilose Jörg Haslimeier Gemeinderat. Nach dem Rücktritt des langjährigen Ammanns Stefan Gisler wurde er in dieses Amt gewählt. Zu seinem Team gehören drei neue Gemeinderäte, was auch heisst, dass viel Wissen aufgebaut werden muss.
Verena Anna Wigger
«Wir sind sehr gut gestartet im Gemeinderat», sagt Jörg Haslimeier. Das war für ihn eine sehr positive Überraschung. Diese zeige sich darin, wie viel die einzelnen Ressortvorsteher bereits über ihre Geschäfte wissen. «Sehr schön, wenn es so funktioniert», so der neue Ammann. Denn bei den Wahlen im letzten Herbst wurden drei neue Mitglieder in den Gemeinderat gewählt. Nach dem Rücktritt des Gemeindeammanns wurde Jörg Haslimeier als Nachfolger gewählt. Er hat die dazugehörigen Ressorts übernommen und ist nun seit gut 100 Tagen im Amt.
Neues Wissen und langjährige Erfahrung
Vorausschauend hätten sie vor Ablauf der Legislatur Gespräche geführt. Zusammen mit Stefan Gisler habe er verschiedene Themen besprochen, das helfe natürlich. Dazu kommt, dass Haslimeier in seiner Amtszeit bereits zwei anderen Ressorts vorstand. Daher verfüge er über einiges an Wissen. «Das Know-how ist vorhanden, wir bringen es zusammen», sagt er. Mit dem langjährigen Leiter der Gemeindeverwaltung René Fischer und dem Finanzverwalter Cornel Moser stehen ihnen erfahrene Experten und ihre Teams zur Seite. «Mit den neuen Mitgliedern im Gemeinderat ist auch viel Erfahrung gekommen», sagt Haslimeier. Nun seien sie daran, dahingehend zu arbeiten, dass die Rädchen ineinandergreifen.
Neue Rolle und Funktion
Er selbst verbindet seine Rolle als Gemeindeammann mit mehr Verantwortung und anderen Funktionen. Dazu habe er sich selbst reflektiert und gefragt: «Wo stehe ich und was brauchen meine neue Funktion und das Ressort?» Das führte zu seiner Weiterentwicklung.
Dies zeigt sich in ganz einfachen Dingen wie der Leitung der wöchentlichen Sitzung. Aber auch die Gemeindeversammlungen werden ein Thema für ihn sein, «das ist aus heutiger Sicht noch etwas speziell», sagt der 57-jährige Wahl-Buttwiler. Wichtig ist für ihn die Repräsentation der Gemeinde Buttwil nach aussen. Hier wird er sein Dorf bei anderen Gemeinden, Anlässen oder in überregionalen Gremien vertreten.
Weiter wichtig sei ihm die Nähe und der Kontakt zur Bevölkerung. Da könne es schon vorkommen, dass man auf dem Sonntagsspaziergang ins Gespräch komme, sagt der Vater zweier erwachsener Kinder. Für solche Gelegenheiten sei er offen. «Es kann auch einen Input geben, den ich gerne mitnehme», so Haslimeier.
Anstehende Projekte
Dazu komme die Arbeit im eigenen Ressort mit den Bereichen Finanzen, Verein, Verwaltung, Wahlbüro und Regionalpolizei. Hier gehe es darum, die strategische Planung der Finanzen als gutes Fundament zu erhalten. Auch die Personalführung ist ein Thema, gerade mit Blick auf die Verwaltung, bei welcher es in absehbarer Zeit Wechsel geben werde. In den kommenden Jahren erreicht ihr Leiter das Pensionsalter. «Die Stelle mit neuem Know-how zu besetzen, ist eine Chance, uns als Gemeinde für die Zukunft zu positionieren», sagt Haslimeier. Damit sie als Gemeinde vorwärtsgehen und vorwärtskommen.
Die meisten grösseren Projekte, welche die Gemeinde betreffen, hätten sie in den vergangenen Jahren abgeschlossen, weiss der langjährige Gemeinderat. Im Frühling werden sie die Umsetzung der 30er-Zone in der Gemeinde angehen. Weitere Themen, welche als Geschäfte anstehen, seien die Wasserversorgung, basierend auf dem Gesamtwasserplan, welcher letztes Jahr erstellt wurde. Dabei gehe es um Leitungen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hätten. Auch die Gesamtwasserversorgung mit der Situation der Hitzesommer werde angeschaut. Damit die Gemeinde auch in trockenen Sommern genügend Wasser bereitstellen könne.
Ein weiteres Projekt sei die allgemeine Raumplanung im Schulhaus. Hier geht es um die Räumlichkeiten für Schulklassen, Kinder, Lehrpersonen und für ein altersdurchmischtes Lernen. Dazu werden viele Räume benötigt, wie auch für die Randstundenbetreuung und den Mittagstisch.
Mittel- und langfristig planen
Ein anderes Projekt, welches dem neuen Gemeindeammann wichtig ist, sei der Lindenberg, an dessen Hang die Gemeinde liegt und welcher ein beliebtes Naherholungsgebiet ist. «Viele suchen den Ausgleich auf und um den Lindenberg», sagt Haslimeier, der als Polizist in Zürich arbeitet. Darum kommen Wanderer, Jogger und Biker. Grundsätzlich gehe es darum, dem Raum Sorge zu tragen. Indem man die Bewegungen koordiniert, beispielsweise mit Mountainbike-Wegen.
Nicht zuletzt steht eine Raumplanung in der Verwaltung an. In den letzten Jahren sei der administrative Aufwand immer grösser geworden. Dies habe je nach Situation Auswirkungen auf Stellenprozente und Platzbedarf der Verwaltung. Das gelte es im Auge zu behalten und sorgfältig zu evaluieren.
Gewonnene Erkenntnisse
Aus Erfahrung weiss der seit 2018 dem Gemeinderat Angehörende, dass es Phasen gibt, die intensiver sind, und welche, die ruhiger sind. Bei der Grösse der Gemeinde Buttwil ist der Gemeinderat ein Milizgremium. So arbeitet Haslimeier Vollzeit. Sein Arbeitgeber bei der Stadtpolizei ermöglicht es ihm, da zu sein, wenn er gebraucht werde. Denn die Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist intensiv und auch der Austausch im Gemeinderat benötigt Zeit.
Mit dem Blick in die Zukunft steht im Mai die Festlegung der Legislatur-Ziele an. Hier will der Gemeinderat als Gremium die Stossrichtung vorgeben und dabei eine Langzeitplanung aufgleisen, die er in den nächsten Jahren stemmen kann. Mögliche Themen gibt es viele: die Gemeindestrassen, die Turnhalle, ein attraktiver ÖV für die Bevölkerung und dass es in Buttwil weiterhin eine Einkaufsmöglichkeit gibt. Das sei wichtig für die ältere Generation im Dorf.

