Mit Podcaster auf Punktejagd
29.08.2025 Sport, Fussball1. Liga classic: Michael Weber vor dem Spiel Besa Biel – Wohlen (So, 16 Uhr, Längfeld)
Michael Weber ist nach neun Jahren zurück beim FC Wohlen. Der 31-jährige Mittelfeldspieler ist nicht nur Fussballer, sondern auch Podcaster und Coach für ...
1. Liga classic: Michael Weber vor dem Spiel Besa Biel – Wohlen (So, 16 Uhr, Längfeld)
Michael Weber ist nach neun Jahren zurück beim FC Wohlen. Der 31-jährige Mittelfeldspieler ist nicht nur Fussballer, sondern auch Podcaster und Coach für gesunde Gewohnheiten. Kann sein Wissen auch der Mannschaft helfen?
Josip Lasic
Der ehemalige Nati-Spieler Benjamin Huggel, Mundartsänger Ritschi, Ex-FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler oder Radio- und Fernsehmoderatorin Judith Wernli – sie alle geben sich in Michael Webers Podcast die Klinke in die Hand. Der Mittelfeldspieler des FC Wohlen spricht dort mit Unternehmern, Sportlern und diversen anderen Persönlichkeiten über ihre Erfolgsund Motivationsstrategien. «Das ist ein Herzensprojekt von mir. Der Podcast unterstützt meine sonstige Tätigkeit», erklärt der 31-Jährige. Weber arbeitet selbstständig als «Sparringspartner» und unterstützt Menschen beim Aufbau gesunder Gewohnheiten in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Regeneration und Mindset. Er hält Vorträge und Workshops und begleitet Menschen persönlich. Mit diesem breit gefächerten Angebot konnte der Fussballer schon über 1000 Leute erreichen und ihnen helfen. Alle sozialen Medien zusammengenommen hat er eine Followerzahl im fünfstelligen Bereich.
Könnte er mit seinem Wissen dem FC Wohlen helfen? Es wirkt, als hätten die Freiämter gerade im mentalen Bereich Luft nach oben. Die Meisterschaftsspiele gegen Schötz und Zug 94 wurden beide verloren, weil das Team jeweils die ersten zehn Minuten verschlafen hat. «Ich würde nicht von einem mentalen Problem sprechen – aber wir müssen lernen, unsere Leistung über 90 Minuten zu bringen. Immerhin wissen wir, was unsere Schwäche ist. So ist es einfacher, daran zu arbeiten und sich zu verbessern. Der Teamgeist stimmt und wir spielen gut, aber bisher waren wir in entscheidenden Momenten nicht präsent.»
Mit 13 von zu Hause ausgezogen
Von 2014 bis 2016 spielte Weber bereits beim FC Wohlen. Er wechselte damals von der U21 des FC Basel zu den Freiämtern in die Challenge League. Schon damals deutete sich an, dass der berufliche Weg des Zofingers in diese Richtung führen könnte. Er hat angefangen, ein Netzwerk für Sportler aufzubauen. Sie sollten Kontakte knüpfen können, um Unterstützung im Bereich Persönlichkeitsentwicklung zu erhalten. «Meine heutige Arbeit ist die Weiterentwicklung dessen, was ich mit dem Netzwerk begonnen habe. Mit 13 Jahren zog ich von zu Hause aus und kam in eine Sportschule. Dort hatte ich mein erstes Training im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. In all den Jahren wurde das für mich immer wichtiger und ich konnte von vielen Leuten lernen.» Dieses Netzwerk hilft ihm heute, prominente Podcast-Gäste zu gewinnen.
Mit einem Sportstipendium absolvierte Weber in den USA ein Studium im Bereich Wirtschaft und Sportmanagement. Über die Stationen Kriens, Zofingen, Baden und Schötz kehrte er im Sommer zurück ins Freiamt.
Unterstützt Team, wo er kann
Weber lässt sein Wissen in die Mannschaft einfliessen. «Das wird von mir erwartet. Immerhin habe ich eine gewisse Erfahrung. Gerade im fussballerischen Bereich versuche ich, jüngeren Spielern Inputs zu geben. Mir war klar, dass nicht alles sofort perfekt laufen würde. Aber ich bin da, um zu helfen.» Bisher hat ihn kein Mitspieler um ein Coaching gebeten. «Sie drängen sich eher auf, mal Gast im Podcast sein zu dürfen», sagt er lachend. «Aber Spass beiseite. Meine Türen sind für Teamkollegen immer offen.»
Beruflich und privat ist einiges los bei Michael Weber. Er hat geheiratet, mit seiner Frau ein Haus in Brittnau gekauft und die dritte Staffel seines Podcasts aufgenommen. «Aktuell wird noch die zweite Staffel ausgestrahlt. Die dritte folgt bald und wird spannend. Zu Gast sind unter anderem eine Olympiasiegerin und eine weitere Schweizer Fussballlegende.» Er freut sich auf die nächsten Monate, auch im Bezug auf den FC Wohlen. «Mit der Rückkehr hat sich für mich ein Kreis geschlossen. Die Bilanz mit einem Sieg aus drei Spielen in der Meisterschaft ist bisher nicht so gut. Aber ich bin überzeugt, dass wir eine gute restliche Vorrunde spielen können.» Die Chance, damit anzufangen, erhält Wohlen übermorgen Sonntag, 16 Uhr, beim Auswärtsspiel gegen Besa Biel. Die Bieler haben am Mittwoch im Nachholspiel ihren ersten Sieg geholt, ausgerechnet gegen Zug 94 – das Team, gegen das der FCW am vergangenen Wochenende verloren hat. Dennoch ist Weber optimistisch. «Wir müssten gar nicht rausfahren, wenn wir nicht überzeugt wären, dass wir gewinnen können.» Das sollte beim FC Wohlen zu einer gesunden Gewohnheit werden.
Weitere Infos zu Michael Webers Tätigkeit: www.michaelweber.swiss