Mit riesigem Engagement
01.07.2025 Sport, Weitere SportartenKopf des Monats
Francine Biffiger-Koch setzt sich mit viel Herzblut für die Randsportart Beachhandball ein. Dank ihr fanden im Juni die Schweizer Meisterschaften in diesem Sport auf dem Sandplatz im Schüwo-Park statt. Dafür wurde sie von der Redaktion zum ...
Kopf des Monats
Francine Biffiger-Koch setzt sich mit viel Herzblut für die Randsportart Beachhandball ein. Dank ihr fanden im Juni die Schweizer Meisterschaften in diesem Sport auf dem Sandplatz im Schüwo-Park statt. Dafür wurde sie von der Redaktion zum Kopf des Monats Juni gewählt. --red
Kopf des Monats Juni: Francine Biffiger-Koch aus Wohlen brilliert mit grossem Einsatz für die Nischensportart Beachhandball
Erst ein Nachwuchsturnier, dann die Schweizer Meisterschaft. Francine Biffiger hat den Beachhandball aus der Versenkung geholt und den Standort Wohlen bekannt gemacht. Ihr Engagement für den Sport ist riesig. Die 25-Jährige beweist erneut ihre Fähigkeiten und ihr Engagement – und wird dafür von der Redaktion zum Kopf des Monats gekürt.
Stefan Sprenger
Wie riesig ihr Einsatz ist, kann ihr Mann Francesco Biffiger wohl am besten beschreiben. «Ich habe den Überblick verloren, was sie alles macht. Für den Beachhandball gibt sie sehr viel Herzblut und Zeit», meint er. Seit neun Jahren sind sie ein Paar, 2023 haben sie geheiratet. Kennengelernt haben sie sich – wenig überraschend – an einem Beachhandballturnier. Biffiger, selbst auch Handballer im NLB-Team von Wädenswil/Horgen, sagt über seine Frau Francine (die ledig Koch hiess): «Wenn sie etwas anreisst und aufbaut, dann tut sie das detailliert und in Perfektion.» Das Ehepaar lebt in Wohlen, und er beschreibt Francine, die zwei Brüder hat, als «Kompaktpaket» und ein Mensch, der «engagiert, hilfsbereit, liebenswürdig und geduldig» ist.
Aktuell ist sie an der EM in der Türkei
In den letzten Wochen fanden im Schüwo-Park in Wohlen die ersten beiden Turniere im Beachhandball statt. OK-Chefin der beiden bestens organisierten Anlässe war Francine Biffiger. Erst ein Nachwuchsturnier und Mitte Juni die Schweizer Meisterschaft. Der Beach-Standort Wohlen wurde so bekannt gemacht – und erhielt von den Teilnehmern hervorragende Feedbacks. Am vergangenen Wochenende war Francine Biffiger an einem Beachhandballturnier in Deutschland, und nun ist sie bereits in der Türkei, wo sie als Assistenztrainerin des weiblichen U71-Nationalteams an der Beachhandball-Europameisterschaft mit dabei ist.
Eine ihrer grössten Wegbegleiterinnen – im Sport und im Leben – ist Manuela Strebel. Sie ist Lehrerin, Handballerin und wirkt ebenfalls tatkräftig im Beachhandball mit. Francine Biffiger ging als 8-Jährige zu ihr in die Schule in Wohlen. Als sie 13 Jahre jung ist, gelangt Biffiger via Schulsport zu Handball Wohlen. «Noch bevor sie aber in der Halle spielte, absolvierte sie ein Beachhandballturnier», sagt Strebel.
«Wir sind alle froh, dass es sie gibt»
Ob in der Halle oder auf Sand: Francine Biffiger ist eine starke Handballerin – und schaffte es vor wenigen Jahren gar zu Yellow Winterthur in die Nationalliga A. Dass sie sich nun so ins Zeug legt für den Beachhandball, freut Strebel riesig. «Was sie macht, hat Hand und Fuss. Ob als Spielerin, Trainerin oder Mensch, Francine ist einfach toll, und wir sind alle froh, dass es sie gibt. Die Jugendlichen mögen sie enorm. Und sie ist Vorbild für die jungen Sportlerinnen. Mit den Anlässen nun in Wohlen hat sie zudem ihre organisatorischen Fähigkeiten bewiesen. Sie war das Oberhaupt, eine zuverlässige Führungsperson, die die Aufgaben auch richtig gut delegieren kann.»
Auch politisch aktiv
Strebel sagt, dass man sie «manchmal fast stoppen muss», weil sie so viel um die Ohren hat und immer neue Dinge anreissen will. Denn Biffiger, die Betriebsökonomie studierte und heute als Kundenberaterin bei der AKB arbeitet, ist beispielsweise auch politisch aktiv, früher als Einwohnerrätin, heute bei der FDP oder als Mitglied der Kommission für Gesellschaftsfragen.
Im Beachhandball gehört Francine Biffiger auch als Spielerin «zu den besten des Landes», wie Expertin Strebel sagt. «Sie liefert immer ab, einfach nur top, und sie hat diese Auszeichnung zum ‹Kopf des Monats› mehr als verdient.»
Stierli: «Absolute Bereicherung»
Gold wert ist sie auch für ihren Verein Handball Wohlen. Ob als Leistungsträgerin der ersten Frauenmannschaft oder als Vorstandsmitglied. Dort ist sie für das neu geschaffene Ressort Beachhandball zuständig. «Sie ist motiviert, engagiert, zielstrebig. Sie macht einen tollen Job, bringt sich auch stets im Vorstand ein und ist eine absolute Bereicherung», sagt Andreas Stierli, Präsident von Handball Wohlen. Biffiger sorgte dafür, dass der Beachhandball immer mehr Gewicht erhält in Wohlen. «Bei den jungen Handballerinnen und Handballern ist der Beachhandball sehr beliebt. Und für unseren Verein ist es schön, konnten wir eine Attraktion dazugewinnen.»
Beachhandball gehört seit 2018 zum festen Programm der Olympischen Jugend-Sommerspiele und ist aufgrund seiner stetig steigenden Beliebtheit auch bei den World Games dabei. An Olympia 2024 in Paris war der Handball auf Sand als Demonstrationswettbewerb vertreten – und liebäugelt in Zukunft mit einer Aufnahme für die Olympischen Spiele. Die junge und stark engagierte Francine Biffiger pusht diesen Trendsport so gut es geht. Mit aller Kraft, die in ihr steckt. «Und sie hat viel Power», wie alle ihre Wegbegleiter sagen.
Die bisher Gekürten
Wer hat Aussergewöhnliches geleistet? Wer ist durch seinen Einsatz, der über das «normale» Mass hinausgeht, aufgefallen? Zum 18. Mal wählt die Redaktion von «Bremgarter Bezirks-Anzeiger», «Wohler Anzeiger» und «Der Freiämter» jeden Monat einen «Kopf des Monats». Die Gekürten setzen sich nach teils ausgiebigen Diskussionen innerhalb des Redaktionsteams gegen oft rund ein Dutzend Nominierte durch.
Im Januar wurde Martin Schneider gewählt. Der Schulsozialarbeiter hatte grossen Anteil daran, dass das Schulsport-Angebot in Muri förmlich explodiert ist. Milly Stöckli erhielt im Februar am meisten Stimmen. Sie war die zentrale Verantwortliche dafür, dass im Bezirk Muri nach vielen Jahren Arbeit ein neuer Gemeindevertrag der Regionalpolizei ausgearbeitet und unterzeichnet wurde. Kopf des Monats März wurde Philipp Galizia, der Murianer begeisterte mit seinem neuen Programm «öppeneso». Im April wurden Verena Schütz und Robert Keller, Co-Präsidium der Kunstkommission Wohlen, ausgezeichnet. Sie organisierten die Ausstellung «Rote Nase, grosses Herz» mit Leihgaben von Clownbildern von Giani Castiglioni. Im Mai wurden Heidi Widmer und Herbert Wiederkehr für ihre eindrückliche Friedensbaum-Aktion in Wohlen ausgezeichnet. --red