Mitreissend – aber ohne Erfolg
29.08.2025 Sport, HandballSchweizer Cup: SG Wohlen Mutschellen (2. Liga) – TV Steffisburg (NLB) 25:35 (14:19)
Die superjungen Freiämter bieten dem NLB-Team aus Steffisburg lange Zeit Paroli. Und das, obwohl wichtige Spieler fehlen. Die SG Wohlen Mutschellen scheint in Form zu sein. ...
Schweizer Cup: SG Wohlen Mutschellen (2. Liga) – TV Steffisburg (NLB) 25:35 (14:19)
Die superjungen Freiämter bieten dem NLB-Team aus Steffisburg lange Zeit Paroli. Und das, obwohl wichtige Spieler fehlen. Die SG Wohlen Mutschellen scheint in Form zu sein. Andreas Stierli, Präsident von Handball Wohlen, freut sich riesig auf die neue Saison, die im Aufstieg enden soll.
Stefan Sprenger
7. Minute. Elias Matrascia (Jahrgang 2007) erzielt sein zweites Tor. Die SG Wohlen Mutschellen führt mit 5:4. Auch Fabian Rubi (Jahrgang 2008) und Noah Ihle (2004) haben zu diesem Zeitpunkt schon getroffen. Die jungen Wilden legen stark los, bringen den Oberklassigen in Bedrängnis. Am Ende sind es genau jene drei jungen Talente, die zu den Topskorern des Teams zählen. Ihle (6), Rubi und Matrascia (je 4) – und dazu Routinier Ivan Milicevic (7) – sind offensiv die besten Freiämter.
Rangekämpft, aber nicht festgeklammert
Nach jener 5:4-Führung drückt Steffisburg aufs Gaspedal. In der 13. Minute steht es 5:8. In jener Phase macht das Heimteam zu viele Fehler. Wohl auch ein Ding der Erfahrung. Bis zur Pause bleibt es ausgeglichen, mit Vorteilen für Steffisburg, das besonders in der Chancenauswertung besser ist. 14:19. Alles offen. Einigermassen.
Die SG Wohlen Mutschellen will nach der Pause verkürzen, sich an den Gegner klammern. Das Team tut das, mit viel Einsatz, Kampf und Leidenschaft. Nach der 43. Minute sind es noch drei Tore (21:24).
Doch Daniel Schmid kassiert eine Zeitstrafe, dazu vergibt Samuel Scheiwiller vom Flügel. In der 46. Minute tut sich wieder eine Tür auf. Rubi trifft zum 22:25. Steffisburg nimmt das Time-out, verwirft danach zwei Torchancen. Doch die Freiämter verlieren mehrmals den Ball, sind in der Abwehr zu löchrig. Die NLB-Truppe aus Steffisburg ist dann clever genug, um das Ding nach Hause zu bringen. Und die Luft bei der SG Wohlen Mutschellen ist draussen. Am Ende steht es 25:35.
Trotzdem: Es ist ein packendes und mitreissendes Spiel. Mit den 200 Fans im Rücken erlebt die Wohler Hofmattenhalle einen tollen Handballabend. «Wir konnten 50 Minuten lang stark dagegenhalten. Das Publikum stand hinter uns. Doch dann ging uns leider die Kraft aus», sagt Flügelspieler Samuel Scheiwiller. «Am Ende war das Resultat viel zu deutlich», sagt er weiter.
Erleichterung beim Gäste-Trainer
Wie eng die Partie war, zeigt sich auch beim Gästetrainer Sven Krainer. Der frühere NLA-Spieler und heutige Chefcoach des TV Steffisburg war nach dem Schlusspfiff ordentlich erleichtert. Sein ebenfalls junges Team übersteht die Cup-Hürde in Wohlen am Ende unbeschadet, doch er musste wohl mehr zittern, als ihm lieb war. Eine Niederlage seines NLB-Teams gegen einen Zweitligisten wäre eine heftige Schmach gewesen.
Lobende Worte von Stierli
Begeistert ist Andreas Stierli, Präsident von Handball Wohlen. «Die Jungs haben eindrücklich gezeigt, welch enormes Potenzial in ihnen steckt. 50 Minuten lang spielten sie gegen den favorisierten Gegner auf Augenhöhe, spielten sehenswerten Handball, kämpften um jeden Ball und rissen mit ihrer Leidenschaft das Publikum mit. Ein grosses Kompliment geht dabei auch an den Trainerstaff, der die Mannschaft hervorragend eingestellt hat», sagt Stierli.
Und er freut sich jetzt schon auf den Saisonstart. Am Samstag, 13. September, 18 Uhr, geht es mit dem Heimspiel in der Wohler Hofmattenhalle gegen Lyss los. «Mit dieser Energie und Spielfreude dürfen wir uns auf eine packende Saison freuen», so Stierli. «Wenn das Team zum Saisonstart hoffentlich komplett ist, darf man einiges erwarten», fügt er an. Gegen Steffisburg fehlen wichtige (und erfahrenere) Kräfte wie Julius Behrendt, Damian Biffiger, Tiago Botelho oder Amer Zildzic. Nicht zu vergessen das grosse Talent Björn Staubli, der nach seinem Kreuzbandriss kurz vor dem Comeback steht. Wenn diese Spieler alle dabei sind, dann wäre wohl auch gegen Steffisburg mehr dringelegen. Das macht Hoffnung für die Zukunft. So sieht es auch Stierli: «Das erklärte Ziel, der Aufstieg in die 1. Liga, ist mit solcher Leistung absolut in Reichweite.»