Muri müht sich zum Sieg
27.01.2026 Sport, Handball1. Liga: SG Handball Seetal – TV Muri 27:28 (13:14)
Der TV Muri sichert sich gegen die SG Handball Seetal die zwei budgetierten Punkte, muss dafür aber mehr und länger kämpfen als erhofft. Am Ende bringen die Freiämter den Minimalvorsprung ...
1. Liga: SG Handball Seetal – TV Muri 27:28 (13:14)
Der TV Muri sichert sich gegen die SG Handball Seetal die zwei budgetierten Punkte, muss dafür aber mehr und länger kämpfen als erhofft. Am Ende bringen die Freiämter den Minimalvorsprung über die Zeit und festigen damit den 3. Tabellenplatz.
Nach dem Spiel zwischen der SG Handball Seetal und dem TV Muri jubeln ausnahmsweise beide Seiten. Das Heimpublikum feiert den Tabellenletzten für einen kämpferischen und mutigen Auftritt. Die Mannschaft brachte die Gäste aus dem Klosterdorf an den Rand eines Punktverlusts. Muri auf der anderen Seite feiert den Sieg, aber mit einer gewissen Zurückhaltung.
Die Freiämter wissen, dass sie in diesem Spiel mit einem blauen Auge davongekommen sind. «Wir haben 20 Fehlwürfe und 13 technische Fehler auf unserem Konto. Das ist eine Menge, die man so liegen lässt und dann erstmal wegarbeiten muss», fasst Muri-Trainer Björn Navarin zusammen. Diese Eigenfehler prägten die unterhaltsame Partie am Samstagabend aufseiten der Freiämter.
Mangelnde Wurfqualität verhindert die Entscheidung
Trotz deutlicher Favoritenrolle der Murianer wurde schnell klar, dass die Tabellenletzten die Klosterdörfler bis aufs Äusserste fordern würden. Die aussichtslose Tabellensituation wegen des drohenden Abstiegs liess die SG Handball Seetal von Beginn an scheinbar unbeschwert aufspielen. Das lautstarke Heimpublikum beflügelte die Gastgeber zusätzlich. Angeführt vom wendigen Spielmacher Flavio Grüter knackten die Luzerner die Abwehr der Murianer mehrfach. Sie profitierten auf der anderen Seite von den Fehlern im Angriffsspiel von Muri. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Keines der Teams verschaffte sich einen nennenswerten Vorteil. Beim Stand von 13:14 wurden die Seiten gewechselt.
Nach der Pause erwischten die Murianer einen guten Start. Sie setzten sich innerhalb von fünf Minuten erstmals mit einem Drei-Tore-Vorsprung ab. Um diesen Lauf der Gäste zu stoppen und eine Vorentscheidung zu verhindern, nahm Seetal-Trainer Thomas Helfenstein bereits früh eine Auszeit. Das war ein guter Schachzug. Das Heimteam fing sich wieder und kämpfte sich bis zur 45. Minute auf 20:21 heran.
Auf dieses Aufbäumen der Gastgeber folgte die beste Phase im Spiel der Murianer. Eine Überzahlsituation und zwei starke Paraden von Ivo Rütimann nutzten die Freiämter, um sich bis zur 51. Minute auf 21:26 abzusetzen. Das 26. Tor für Muri – ein Gegenstoss durch Kreisläufer Tom Angehrn – schien die Entscheidung zu sein. Die tapfer kämpfenden Gastgeber liessen jedoch nicht locker und kämpften sich erneut heran. Die zahlreichen Fehlwürfe der Murianer in der Schlussphase machten das möglich. Immer wieder scheiterten die Freiämter aus guter Position an Seetals Torwart Jovin Hofmann. Trainer Navarin ärgerte sich über die Fehlwürfe. Nach dem Spiel gab er einen genauen Einblick, was er an der Wurfqualität seines Teams bemängelt: «Die Fehlwürfe, bei denen wir allein vor dem Tor sind und halbhoch werfen, ärgern mich besonders. Das ist immer wieder ein Thema. Zudem ist der Sprung vor dem Wurf oft einfach zu schlecht. Wir springen nicht hoch genug und haben dadurch keine Zeit. Daraus entstehen diese automatischen Würfe, bei denen der Torhüter heute sehr aggressiv auf den Ball gegangen ist. Für uns ist das ärgerlich, weil das Fehler sind, die wir einfach verhindern könnten.» Beispiele dafür gab es besonders in den letzten fünf Spielminuten, in denen Muri kein Tor mehr schoss. Am Ende hatten die Klosterdörfler Glück, weil auch Seetal seine letzten zwei Angriffe mit der Chance auf den Ausgleich nicht nutzte. «Diese zwei Punkte nehmen wir trotz allem sehr gerne mit», bilanzierte Navarin erleichtert.
Wegweisendes Duell gegen Horgen/Wädenswil
Mit dem Sieg festigt der TV Muri den 3. Tabellenplatz. Der Abstand auf Ehrendingen auf Platz 2 beträgt nur noch zwei Punkte. Am nächsten Samstag empfangen die Murianer die SG Horgen/Wädenswil. Das Team liegt drei Punkte hinter den Freiämtern auf dem 4. Platz. Die Partie ist wegweisend für den Rest der Saison. Muri will sich als erster Verfolger von Ehrendingen etablieren. Horgen/Wädenswil will aus dem Zweikampf um Platz 2 einen Dreikampf machen. Für einen Erfolg müssen die Klosterdörfler die eigenen Fehler reduzieren und besonders die Wurfqualität verbessern. --tvm

