Annemarie Keusch, Redaktorin.
Hut ab. Vor dem Mut, den Beat Küng beweist. Wenige Tage bevor er aus dem Murianer Gemeinderat austritt, wagt er den Schritt an die Öffentlichkeit. Nach dem ersten ...
Annemarie Keusch, Redaktorin.
Hut ab. Vor dem Mut, den Beat Küng beweist. Wenige Tage bevor er aus dem Murianer Gemeinderat austritt, wagt er den Schritt an die Öffentlichkeit. Nach dem ersten Gemeinderatsjahr war er in einer Burnout-Klinik. Die Erwartungshaltung, der Druck. Es waren nicht die einzigen, aber es waren Gründe für diesen Aufenthalt. Heute sagt Küng, dass er wohl nach nur einem Jahr den Bettel hingeworfen hätte, wäre der politische Umgangston in Muri nicht so konstruktiv.
Behördenmitglieder sind vielem ausgesetzt: Druck, Erwartungshaltung, Kritik – begründete oder nicht. Es sind nur drei Beispiele. Dass Gemeinderatsmitglieder künftig mit Samthandschuhen angefasst werden, das will Beat Küng mit seiner Geschichte nicht signalisieren. Trotzdem ist es wichtig, hinter jedem Projekt auch die Menschen zu sehen, die sich dafür einsetzen. Zu wissen, dass sie dies immer nach bestem Wissen und Gewissen tun. Und Küng will ganz sicher mit seiner Geschichte niemanden davon abhalten, sich zu engagieren. Er ist froh, sich den Schattenseiten gestellt zu haben und daran gewachsen zu sein. Mutig, gleich im doppelten Sinne.