Neues Jahr, neuer FC Muri
17.01.2025 Sport, FussballNeue Spieler gesucht
Grössere Mutationen beim FC Muri
Nach dem Abstieg aus der 1. Liga classic muss der FC Muri auch in der 2. Liga interregional um den Klassenerhalt kämpfen. Der Kampf hat jetzt einen Dämpfer erlitten. Acht Spieler ...
Neue Spieler gesucht
Grössere Mutationen beim FC Muri
Nach dem Abstieg aus der 1. Liga classic muss der FC Muri auch in der 2. Liga interregional um den Klassenerhalt kämpfen. Der Kampf hat jetzt einen Dämpfer erlitten. Acht Spieler verlassen den FC Muri zur Winterpause. Ernes Paden, Goalie Silvano Kessler, Eduard Nikolla, Rafael Freitas Ferreira, Adilj Sejdiji, Kim Weiss, Mathis Stutz und Yves Furrer werden in der Rückrunde nicht mehr dabei sein.
Besonders bitter: Der FC Muri versucht auf Spieler aus der Region zu setzen. Nikolla und Freitas sind zwei Eigengewächse, die von den Junioren bis zum Fanionteam stets im Klosterdorf gespielt haben. Die Rückkehrer Kim Weiss und Yves Furrer sind ebenfalls zwei Murianer, die jetzt den Verein wieder verlassen. Stutz, ebenfalls ein Rückkehrer, kommt aus Sins.
Verstärkungen im Anmarsch
Doch es gibt nicht nur Abgänge zu vermelden. Radovan Radevic kommt vom FC Lenzburg. Ebenfalls vom FC Lenzburg kehren mit Fidan Tafa und Valentin Gashi zwei Murianer zurück. Mit Fabio Huber ist ein Sarmenstorfer und damit ein weiterer Spieler aus der Region im Probetraining. --jl
Fussball, 2. Liga interregional: Acht Spieler verlassen die Murianer
Der FC Muri nimmt die Mission Klassenerhalt mit frischen Gesichtern in Angriff. Gleich acht Spieler werden in der Rückrunde nicht mehr dabei sein. Drei Spieler stossen neu dazu. Und ein vierter Neuzugang ist in Aussicht.
Josip Lasic
Morgen Samstag läutet der FC Muri mit einem Teamevent das neue Jahr ein. Am Montag startet die erste Mannschaft dann ins Training. Acht Spieler, werden dabei nicht mehr mit von der Partie sein. Länger bekannt war, dass Ernes Paden eine Pause einlegen wird. Der 30-jährige Offensivmann arbeitet als Spieleragent und ist dadurch viel unterwegs. «Er kann nicht regelmässig trainieren und spielen», erzählt Muri-Präsident Michael Stadelmann. «Ich habe Verständnis dafür.»
Goalie Silvano Kessler, Adilj Sejdiji, Rafael Freitas Ferreira, Eduard Nikolla, Kim Weiss, Mathis Stutz und Yves Furrer verlassen den Verein ebenfalls. Ein grosser Aderlass für das abstiegsgefährdete Team. Nach dem Abstieg aus der 1. Liga classic kämpfen die Klosterdörfler auch in der 2. Liga interregional und liegen mit 13 Punkten auf Rang 14 – einem Abstiegsplatz. Ist die sportliche Talfahrt schuld an den vielen Abgängen? Stadelmann: «Wie ich das mitbekommen habe, war die Stimmung in der Mannschaft immer gut, obwohl es viele Niederlagen gab. Mein Eindruck ist eher, dass einige geglaubt haben, dass wir als Absteiger aus der 1. Liga classic ohne grösseren Aufwand alles gewinnen werden. Und jetzt, wo sie sehen, dass man für den Erfolg doch etwas tun muss und regelmässig im Training erscheinen sollte, werfen sie hin.»
Gründe für die Abgänge sind unterschiedlich
Der Präsident betont, dass seine Kritik nicht alle Spieler betrifft. Die Gründe für die Abgänge sind vielfältig: Goalie Silvano Kessler ist beruflich stark ausgelastet, Teil des Beachsoccer-Nationalteams und beginnt eine Ausbildung zum Goalietrainer. Er spielte in der Vorrunde nur siebenmal, und man entschied gemeinsam, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Es ist unklar, ob er pausiert oder einen neuen Verein sucht. Offensivspieler Adilj Sejdiji lebt in Wetzikon und wird voraussichtlich zu einem Team in seiner Nähe wechseln, da er beruflich und familiär stark eingespannt ist. Besonders schmerzhaft sind die Abgänge der Eigengewächse Eduard Nikolla und Rafael Freitas. Beide legen eine fussballerische Pause ein, weil sie berufliche Weiterbildungen absolvieren.
Auch die Rückkehrer Yves Furrer, Kim Weiss und Mathis Stutz, die im Sommer aus Bremgarten kamen, können aus beruflichen Gründen aber nicht weitermachen. «Tatsache ist, dass wir in unserer sportlichen Situation Leute benötigen, die mit 100 Prozent Engagement dabei sind», so Stadelmann. Trainer Luca Ferricchio stimmt zu: «Vielleicht ist ein kleineres Kader mit mehr Qualität besser.»
Zwei Murianer kommen zurück – Ex-Spieler im Probetraining
An diesem Kader arbeitet man im Klosterdorf schon intensiv. Fidan Tafa kehrt zum FC Muri zurück. Der Bruder von Co-Trainer Kastriot Tafa ist Murianer und spielte bereits bis 2018 für die Klosterdörfler. Der 35-Jährige kommt von Zweitligist Lenzburg. Dort war er mit elf Treffern der zweitbeste Torschütze der Meisterschaft. Ebenfalls aus Lenzburg kommen Offensivallrounder Valentin Gashi – auch er Murianer – und der defensive Mittelfeldspieler Radovan Radevic.
Im Probetraining ist auch Fabio Huber. Der Sarmenstorfer war von 2017 bis 2019 bei Muri und beendete im Juli 2023 wegen Knieproblemen bei Sarmenstorf seine Karriere. «Wir müssen schauen, wie es seinem Knie geht. Ausserdem hat er jetzt fast zwei Jahre lang pausiert», sagt Stadelmann. Der 27-Jährige könnte Muri aber mit seinen Qualitäten bereichern. In der Saison 2021/22 wurde er mit 35 Treffern Torschützenkönig der 2. Liga und führte Sarmenstorf zum Sieg im Aargauer Cup. «Mit ihm und Fidan Tafa hätten wir endlich zwei Knipser.»
Obwohl er mit kleinerem Kader leben könnte, sieht Ferricchio noch Bedarf auf der Position des linken Aussenverteidigers. Nach den Abgängen von Freitas und Nikolla ist dort nur noch der 18-jährige Arjanis Kovani verfügbar. «Es werden auch zwei Goalies noch ins Probetraining kommen. Wir schauen, was sich im Verlauf der Winterpause sonst noch ergibt», so Ferricchio. Am Samstag in einer Woche, 12 Uhr, absolvieren die Murianer das erste Testspiel gegen Zweitligist Oetwil-Geroldswil. «Das Team muss sich so bald wie möglich einspielen», sagt Stadelmann. «Wir hatten im Sommer zehn Abgänge und acht Zugänge. Jetzt gibt es wieder so viele Mutationen. Da ist es schwierig, Konstanz in eine Mannschaft zu bringen.» Diese wird Muri dringend benötigen, um sich in der Rückrunde aus der schwierigen Lage zu befreien. Am Sonntag, 9. März, 16 Uhr, startet auswärts die Rückrunde für das Team dann mit dem Cup-Qualifikationsspiel gegen Lommiswil. Eine Woche später um 14.30 Uhr empfängt Muri Cham II zum ersten Meisterschaftsspiel.