Obschon nicht mehr im Beruf
03.10.2025 MuriBenjamin Wey holt Bronze an den SwissSkills in Bern
Über tausend Berufstalente kämpften in Bern um den Titel in ganz unterschiedlichen Berufen. Eine Medaille ging auch in den Bezirk Muri: dank Medientechnologe Benjamin Wey.
Annemarie ...
Benjamin Wey holt Bronze an den SwissSkills in Bern
Über tausend Berufstalente kämpften in Bern um den Titel in ganz unterschiedlichen Berufen. Eine Medaille ging auch in den Bezirk Muri: dank Medientechnologe Benjamin Wey.
Annemarie Keusch
Euphorie löst die Bronzemedaille bei ihm im ersten Augenblick kaum aus. «Es könnte besser sein», sagt Benjamin Wey und lacht. Aber mit etwas Abstand überwiegt der Stolz. «Der Drittbeste meines Berufes zu sein, das schaffen nicht alle», sagt Wey. Einmalig sei der Wettkampf in Bern gewesen. «Ein tolles Erlebnis.» Wobei die jungen Berufsleute das nicht nur geniessen konnten, sondern auch ihr Können abrufen wollten. Zu den Besten gehören, das war dabei Benjamin Weys Ziel.
Und das hat er mit dem dritten Platz und der Bronzemedaille geschafft. «Ja, ich startete mit Ambitionen», gesteht er. Und diese kommen nicht von ungefähr. Schliesslich war er während der vierjährigen Lehre Jahr für Jahr Klassenbester. Obwohl die Berufsschulklasse der Medientechnologen Print nur aus sieben Lernenden bestand, ist das eine beachtliche Leistung. Er erzielte den besten Lehrabschluss aller Absolventen der Schule für Gestaltung Aargau. Mit der Note 5,4 erreichte er nicht nur im Kanton Aargau, sondern auch im Vergleich zu Lehrabgängern in den Kantonen Solothurn und Zürich die Bestnote.
Vielseitiger Beruf
Die Lehre hat Benjamin Wey bei der Schumacher Druckerei in Muri absolviert. «Ich wohne ganz in der Nähe des Betriebs», erzählt er. Nach dem Schnuppern gefiel es ihm und er bewarb sich für die Lehrstelle. «Ein nicht zu grosser Betrieb und nette Leute – für mich passte es perfekt.» Und auch für die Gegenseite. Während vier Jahren hat der mittlerweile 20-Jährige den Beruf des Medientechnologen in all seinen Facetten erlernt. «Ein interessanter und vielseitiger Beruf.»
Entsprechend viel mussten die Lernenden und Lehrabgänger an den vier Tagen an den SwissSkills auch unter Beweis stellen. Offsetdruck an der grossen Druckmaschine, Digitaldruck, Farbe mischen, schneiden, «ausschiessen». Wey erklärt Letzteres: «In der Druckvorstufe die Seiten so anordnen, dass das Endprodukt nach dem Druck und der Weiterverarbeitung korrekt ist.» Hinzu kam die Maschinenkunde, wo es Fragen zu beantworten gab. «Und alle diese Aufgaben unter Zeitdruck», erzählt Benjamin Wey. Es sei gut gelaufen. Obschon die Voraussetzungen besser hätten sein können. «Nicht wegen der Lehre. Obwohl wir im Betrieb nicht mit allen Maschinen und jeder Software arbeiteten, die bei den Aufgaben gefragt waren – ich war gut vorbereitet.» Wey meint vielmehr die Tatsache, dass er seit dem Lehrabschluss im Juli gar nicht mehr als Medientechnologe arbeitet. «Umso wichtiger waren für mich die Trainingstage mit allen SwissSkills-Finalisten.» Dort habe er Notizen und Videos gemacht und anhand deren gelernt.
Anderen Weg eingeschlagen, aber nicht generell abgeneigt
Die Bronzemedaille zeugt davon, dass er dies gut gemacht hat. «Zu den besten drei zu gehören, das freut mich natürlich», gesteht er. Und trotzdem will er beruflich einen anderen Weg einschlagen. Seine grosse Leidenschaft liegt in der visuellen Gestaltung, insbesondere in der filmischen und digitalen Bildgestaltung. «Ich verbringe einen grossen Teil meiner Freizeit am Computer.» Nach der Lehre startete er ein Teilzeitstudium in Visual Effects und 3D-Animationen. «Es macht grossen Spass.» Seit zwei Wochen hat er ergänzend einen Nebenjob. «Nicht in der Druckereibranche.»
Abgeneigt, während des Studiums wieder in seinem erlernten Beruf tätig zu sein, ist der Murianer aber nicht. «Schliesslich macht es mir nach wie vor Spass.» Und schliesslich ist er der drittbeste Medientechnologe Print des Landes.

