Offene Ausgangslage
09.05.2025 Region Oberfreiamt, DietwilDietwil stimmt am 18. Mai über die Referenden zur Erweiterung des Werkhofs ab
In Dietwil soll zum jetzigen Werkhof eine Remise als Unterstand für die Fahrzeuge und als Lagerplatz entstehen. Hierzu soll ein Landabtausch stattfinden. Gegen den positiven Entscheid ...
Dietwil stimmt am 18. Mai über die Referenden zur Erweiterung des Werkhofs ab
In Dietwil soll zum jetzigen Werkhof eine Remise als Unterstand für die Fahrzeuge und als Lagerplatz entstehen. Hierzu soll ein Landabtausch stattfinden. Gegen den positiven Entscheid der Versammlung wurden zwei Referenden eingereicht. Nun soll eine Abstimmung Klärung bringen.
Verena Anna Wigger
Die Gemeinde Dietwil plant, ihren Werkhof mit einem Anbau zu erweitern. Dieser soll im südlichen Bereich an die bestehenden Kommunalbauten zu stehen kommen. Aufgrund der Neuorganisation des Aussendiensts der Abteilung Liegenschaften und Betriebe und der Anschaffung weiterer Fahrzeuge ist dies notwendig. Der Platz im jetzigen Werkhof ist zu eng. Dazu sollen heutige Aussenlager aufgehoben und Material zentral gelagert werden. Damit Arbeitsabläufe für die Mitarbeitenden im Werkhof vereinfacht werden.
Basierend auf diesen Fakten präsentierte der Gemeinderat den Einwohnern an der letzten Herbstgemeindeversammlung das Projekt als Anbau einer Remise. Mit Platz für die beiden Fahrzeuge, die Lagerung von Salz und Schneepfählen sowie eines Muldenplatzes mit Muldengrube.
An der vergangenen Herbstgemeinde wurde das Projekt für die Erweiterung des Werkhofs von der Versammlung mit 32 Ja-Stimmen zu 21 Nein-Stimmen angenommen. Bereits damals wurde eine Diskussion geführt. Gegen diesen knappen Entscheid haben zwei Personen ein Referendum ergriffen. Gemeindepräsident Pius Wiss sagt: «Das ist das politische Recht, welches die Referendumsführer wahrgenommen haben.» So haben die Stimmbürger nochmals die Möglichkeit, ihre Meinung abzugeben. Daher wird am 18. Mai über das Projekt und die beiden Referenden abgestimmt.
Gemeindepräsident Pius Wiss bedauert heute, «dass wir an der Gemeindeversammlung zu wenig klar aufzeigen konnten, was das Projekt für die Gemeinde und die Bauamtsmitarbeiter bringen kann». Dazu wurde aus seiner heutigen Sicht zu wenig darauf hingewiesen, dass das Land, welches sie abtauschen würden, für die Gemeinde in dieser Form und Lage nicht von Wert sei. Dazu fehlt der Gemeinde auch das Wegrecht zur Parzelle. Das abgetauschte Land würde sowohl für das geplante Bauprojekt wie die weitere Parzelle für Bauten der Gemeinde von Interesse sein. Daher wäre der Landabtausch mit der Erbengemeinschaft für Gemeinde und Erbengemeinschaft in Ordnung. Wiss führte aus, dass die Referendumsführer ihre Argumente dargelegt haben. Beide Seiten haben ihre Überlegungen gemacht, sind aber zu unterschiedlichen Schlüssen gekommen.
Die Gemeinde kommt zu kurz
Guido Bütler hat das Referendum gegen den Landabtausch ergriffen. Er ist der Meinung, dass bei diesem Landabtausch die Erbengemeinschaft übervorteilt werde und die Gemeinde zu kurz komme. «Das Verhältnis stimmt nicht», erklärt er. Denn aus dem abgetauschten Land entstehe für die Erbengemeinschaft eine 260 Quadratmeter grosse Bauparzelle, die ganz andere Möglichkeiten biete. Das Argument der Gemeinde, dass das Land für sie nicht von Nutzen sei, seht für ihn ausser Frage.
Das Argument, dass die Gemeinde auf der einzutauschenden Parzelle eventuell eine Entsorgungsstelle einrichten möchte, sieht er als aus der Luft gegriffen. Er argumentiert damit, dass auch auf seinem Betrieb sie als Eigentümer für die Entsorgung der Abfälle zuständig seien. «Das geht für mich nicht auf», aus diesen Gründen sieht Guido Bütler beim Landabtausch die schlechteren Karten bei der Gemeinde, und das will er verhindern. Er ist der Meinung, dass sich nur wenige damit befasst haben, bei der Unterschriftensammlung hätten ihm jedoch viele recht gegeben und innert zwei Tagen hätten sie mehr als die benötigten Unterschriften zusammengetragen. Für Bütler ist klar: «Dem Gemeinderat muss man nicht immer folgen. Man muss sich auch selbst Gedanken machen.»
Einen Teil des Sportplatzes dafür nutzen
René Krummenacher stört sich am Projekt der Gemeinde, dass die Remise offen und ungeheizt ist. Die dort untergestellten Kommunalfahrzeuge für den Winterdienst würden so grösseren Witterungseinflüssen ausgesetzt, was ihn als Fachmann stört. Dies könnte mit einer geheizten Halle jedoch auch zum Nutzen und Gewinn für die Gemeinde sein. Dazu werde die geplante Remise innert kürzester Zeit wieder zu klein sein. In dem Projekt sei zu wenig Spielraum für die wachsende Gemeinde vorhanden. Dazu mache es aus seiner Sicht auch Sinn, wolle man in den Wintermonaten etwas an den Fahrzeugen arbeiten, müsse man diese zuvor nicht erst auftauen. «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht», so Krummenacher. Mit seinem Referendum möchte er aufzeigen, dass mit einem minimal grösseren Budget eine quasi doppelt so grosse Halle entstehen könne. Diese könne auf dem Gelände neben dem Werkhof und einem Teil des Sportplatzes zu stehen kommen. Nach der Meinung von René Krummenacher sei dies vertretbar. Für ihn ist am kommenden Abstimmungssonntag einzig wichtig, «dass das jetzige Projekt abgelehnt werde». Denn ursprünglich habe der Gemeinderat ja ebenfalls eine grössere Remise bauen wollen, diese wurde von der Fachbaukommission Dorfkern und einem Architekten aus Aarau auf acht Meter beschränkt.
Was sagt der Gemeinderat dazu?
Die von René Krummenacher eingereichte Berechnung für die grössere Remise und den Bau ist für den Gemeinderat im Kostenumfang nicht vollumfänglich nachvollziehbar. Dazu stellt der Gemeinderat bezüglich des Neubaus der Remise den Landeinbezug vom Sportplatz infrage. Dieser Platz wird neben der Schule und den Vereinen auch von Kindern für ihre Freizeit genutzt. Da sieht der Gemeinderat das offizielle Projekt in Anbetracht der Böschung, in die es gestellt werden soll und niemandem etwas wegnimmt, als vorteilhaft. Bezüglich des Landabtausches sieht die Gemeinde einen grösseren Nutzen für die neuen Flächen. Pius Wiss erklärt, gewisse Argumente könnten sie nachvollziehen, «wir haben sie einfach anders beurteilt». Bei anderen sehen sie dies eher als herbeigezogen.
Je nachdem, was die Dietwiler Stimmbürger am kommenden Wochenende abstimmen, ist es möglich, dass der Bau in diesem Jahr beginnen kann. Es kann auch sein, dass ein neues Projekt ausgearbeitet werden muss oder der Gemeinderat weitere Verhandlungen führen müsste. Dies würde zu Verzögerungen führen und heissen, dass die Mitarbeitenden des Werkhofs ein Jahr länger mit der aufwendigeren Situation arbeiten müssten.