Planung in Angriff nehmen
28.11.2025 Muri, KircheKatholische Kirchgemeindeversammlung Muri sagt «Ja» zu traktandierten Geschäften
70 Stimmberechtigte kamen an die Versammlung im Dachtheater des Klosters Muri. Der Projektierungskredit Sockelgebäude Pfarrkirche gab Anlass zur Diskussion. Am Schluss ...
Katholische Kirchgemeindeversammlung Muri sagt «Ja» zu traktandierten Geschäften
70 Stimmberechtigte kamen an die Versammlung im Dachtheater des Klosters Muri. Der Projektierungskredit Sockelgebäude Pfarrkirche gab Anlass zur Diskussion. Am Schluss wurde dem Kredit zugestimmt. Zahlreiche langjährige Mitarbeitende konnten geehrt werden.
Verena Anna Wigger
Der Vorstand der katholischen Kirchenpflege Muri plant im Sockelgeschoss der katholischen Kirche am Kirchenbühl in Muri einen Mehrzweckraum und ein Archiv. Die bestehende Kapelle soll dort belassen werden. Weiter soll eine öffentliche Toilettenanlage gebaut werden. Der bestehende Werkraum soll weiterhin genutzt werden können.
Die rund 300 Quadratmeter grosse Fläche soll künftig eine zeitgemässe Infrastruktur erhalten. «Diese soll mehrere Bedürfnisse abdecken», wie Hans Peter Frey der Versammlung erklärt. Die zahlreichen Chöre von Muri sollen dort auch proben können, was sie heute nicht mehr tun. Weiter werden die Räume barrierefrei, was für öffentliche Räume eine Pflicht sei. Der Mehrzweckraum soll künftig auch für Apéros im Zusammenhang mit der Kirche einen wetterunabhängigen Ort bieten. «Vielleicht gibt es auch ein Goar-Stübli», zog der Präsident in Betracht. Der angedachte Raum sollte Platz für zirka 70 Personen bieten und multifunktionell eingerichtet werden. Die geweihte Kapelle soll weiter bestehen bleiben.
Idealer Platz für Archivraum
Der seit Längerem benötigte Archivraum würde hier ebenfalls entstehen. Dieser dränge am meisten, so der Präsident. Damit könnten die heute extern gelagerten Bücher ihren Bedürfnissen gerecht archiviert werden und die von der Landeskirche geforderte sichere Archivierung erhalten. Da der Sockelraum teilweise unterirdisch ist, unterstütze das die klimatischen Verhältnisse und das trage zur Platzwahl bei. Dazu gebe es keine Gefahr von eindringendem Wasser, welches ein weiterer Vorteil sei. Hans Peter Frey bezeichnete den Raum als ideal für die Lagerung der zum Teil aus dem 15. Jahrhundert stammenden Bücher.
Die Kirchenpflege hält bei ihrer Planung auch den Blick in die Zukunft offen. Denn laut Frey stehen verschiedene Kirchgemeinden vor schwierigen Zeiten und es bestehe die Möglichkeit, dass es zu Zusammenschlüssen komme. «Auch dann haben wir noch genügend Platz im Archiv», versicherte er. Dies antwortete er auf die Frage aus der Runde, ob das Archiv nicht in einer anderen Kirchgemeinde gelagert werden könne. Recherchen haben gezeigt, dass das nächste valable Archiv rund 30 Kilometer entfernt sei. Die Distanz und den damit verbundenen Mehraufwand für den Archivar sehen sie nicht als erstrebenswerte Lösung an.
Welchen Weg gehen bei der Planung?
Eine Lösung für ihre Planung hat die Kirchenpflege nach dem abgelehnten Projekt «Inspiration Matterhaus» gesucht. Sie hat sich dafür entschieden, zuerst den Projektierungskredit abzuholen. Sie scheute sich davor, zuerst eine Studie in Auftrag zu geben. Mit der Zusage zum Projektierungskredit will sie nun auch die Ideen der Kirchgemeinde und der Nutzer der Räume abholen. Präsident Frey sagte, dass er dafür auch den Weg über die Medien gesucht habe, um das Gespräch anzukurbeln. Auch wenn sie nun den Sockelbau unabhängig von einer Gesamtplanung Kirchenbühl umbauen, «so verbauen wir uns nichts», erklärte Frey. Verschiedene Stimmen aus der Versammlung zweifeln an dieser Aussage. Sie fragen sich, ob man da nicht etwas voreilig beschliesse, was sich bei einem gesamten Planungs- und Nutzungsprojekt Kirchenbühl anders präsentieren würde. Eine weitere Person sprach an, dass aus ihrer Sicht das Gespräch im Vorfeld nicht gesucht wurde, obwohl dies angeboten wurde. Sie vertrat die Meinung, dass zu wenig miteinander gesprochen werde. Eine andere Stimme betonte, dass Mitglieder der Gegnerschaft von «Inspiration Matterhaus» dringend in das Planungsteam eingebunden werden müssten. Nach einer intensiven Diskussion wurde dem Antrag zum Projektierungskredit Sockelgebäude Pfarrkirche von 147 000 Franken grossmehrheitlich zugestimmt.
Langjähriger Vorstand und Mitarbeitende
Unter dem Traktandum Ehrungen und Verabschiedungen stellte sich heraus, dass viele langjährige Mitglieder in der Kirchgemeinde tätig sind. Für 10 Jahre wurden Toni Brunner, Sakristan Klosterkirche, und Andrea Huwiler, Katechetin der Kirchgemeinde, geehrt. Zwei Mitarbeitende hatten doppelt zu feiern. Maria Küng ist seit 15 Jahren Finanzverwalterin und seit 10 Jahren Vertretung der Synodalen. Auch Tobias Knecht arbeitet seit 15 Jahren in der Finanzkommission und ist seit 10 Jahren Präsident dieser Kommission. Bereits 15 Jahre ist Thomas Suter in der Kirchenpflege im Ressort Finanzen. Genauso lange war Madeleine Sennrich Synodalen-Vertretung, sie verlässt die Kirchgemeinde nun.
Die Beschlüsse
An der Kirchgemeindeversammlung nahmen 70 Stimmberechtigte der total 3559 Stimmberechtigten teil. Damit unterliegen alle Beschlüsse dem fakultativen Referendum. Pfarreileiter Karl Scholz und Präsident Hans Peter Frey orientierten über Pfarrei und Kirchgemeinde. Dem Protokoll wurde zugestimmt. Die Verwaltungsrechnung mit einem Ertragsüberschuss von 138 025 Franken wurde einstimmig angenommen. Die Projektabrechnung «Planungskredit Inspiration Matterhaus» wurde einstimmig angenommen. Dem Kreditantrag für einen Projektierungskredit für das Sockelgebäude Pfarrkirche von 147 000 Franken wurde grossmehrheitlich zugestimmt (5 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen). Bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 21 Prozent wurde der Voranschlag angenommen. Hier zeigte die Kirchengutsverwalterin Maria Küng den Finanzplan 2026 bis 2030 und erläuterte diesen. Unter dem Traktandum Ehrungen und Verabschiedungen wurden Madeleine Sennrich, Synodalen-Vertretung, und Oscar Ochoa, Sakristan, verabschiedet. Langjährige Mitarbeitende wurden geehrt: Toni Brunner, Andrea Huwiler, Maria Küng, Tobias Knecht, Thomas Suter. --vaw

