Polarwetter passend zum Roman
26.11.2024 MuriAbgesang auf die Welt
Romangenuss an der Kriminacht in Muri
An der Kriminacht las der Freiämter Autor Adam Schwarz aus seinem Buch «Glitsch». Volkshochschule und Bibliothek verwöhnten die Besucher.
Adam Schwarz ...
Abgesang auf die Welt
Romangenuss an der Kriminacht in Muri
An der Kriminacht las der Freiämter Autor Adam Schwarz aus seinem Buch «Glitsch». Volkshochschule und Bibliothek verwöhnten die Besucher.
Adam Schwarz begrüsste die Besucher der Kriminacht an vier Standorten. Er las aus seinem zweiten Roman vor. Auf die Frage, wieso ein Roman an der Kriminacht, antwortet der Autor: «Die Geschichte einer Trennung hat zuweilen auch Passagen ähnlich einem Krimi.»
Ein Genuss waren die leckeren Buffets, die jeweils nach den Lesesequenzen auf die Besucher warteten. --vaw
8. Kriminacht der Bibliothek und VHS Oberfreiamt mit Adam Schwarz
Trotz des Wintereinbruchs in Muri besuchten rund 40 wetterfeste Besucher die Kriminacht. Sie wurden durch Muri an verschiedene Orte geführt. Adam Schwarz las aus dem Buch «Glitsch» vor.
Es ist dunkel, bitterkalt und der Klosterhof ist dick verschneit. Eine Gruppe von warm eingepackten Menschen steht vor dem Eingang zur Bibliothek. Immer wieder peitscht der Wind Schneewolken beissend kalt vom Dach und den Bäumen in den Winkel des Klosters. Hier beginnt die achte Kriminacht in Muri. Genau das passende Wetter für einen Roman, der ins Nordpolarmeer führt. Autor Adam Schwarz liest aus seinem zweiten Werk «Glitsch» vor.
Vier Orte, um auf Kreuzfahrt zu gehen
Passend zur Kreuzfahrt war die erste Station der Lesung das Reisebüro, hier lernten die Zuhörerinnen und Zuhörer die Hauptfigur Leon und seine Freundin Kathrin kennen, welche die Schiffsfahrt unternehmen. Wenn auch mit unguten Gefühlen im Gepäck und skurrilen Aussagen wie, «dass Kinder, in welcher Weise auch immer, in ihrem Leben scheitern». Von einer Crew, welche mit Effektivität als ihr Motto und Entspannung als Ziel unterwegs war. Bis hin zur Nachricht von Kathrin an Leon: «Ich brauch etwas Zeit für mich.»
Orte wechseln, Geschichte wird undurchsichtiger
«Glitsch», der zweite Roman vom Freiämter Autor, wurde für den Buchpreis 2023 nominiert. Was laut Adam Schwarz in dem Moment kam, als er gerade die Zusage für seine neue Stelle als Ressortleiter Kultur bei der «bz Basel» zugesprochen bekam. Denn in der Schweiz muss praktisch jeder Autor noch einen Beruf haben, der ihn ernährt.
Schwarz, der nach eigenen Aussagen nie auf einer Kreuzfahrt war, hat seine Recherchen zum Buch in Foren im Netz durchgeführt. Nach fünfeinhalb Jahren Arbeit wurde er quasi zum virtuellen Insider für Kreuzfahrten und brachte sein zweites Werk heraus. Er beschreibt anschaulich und mit viel Humor Situationen und Personen auf dem Ober- oder Personaldeck. Wie zum Beispiel «Wilhelm», der holländische Künstler, der Leon mit in die Mitarbeiter-Bar nimmt. In der er quasi als Resten-Verwertung für das Personal, abgelaufene Drinks serviert bekommt. Gefragt nach dem Kern des Buches, erklärt der Autor, dies sei eine Trennungsgeschichte. «Da ich mich in dieser Zeit selbst getrennt habe, fiel es mir leichter, die Gefühle, wie zum Beispiel das Verloren-Sein, zu beschreiben.»
Was ist wirklich, was unwirklich
Die Nacht schreitet voran und die Gruppe kehrt nach dem Besuch der Bogenhalle und der Terrasse im Gerda zurück in die Bibliothek.Adam Schwarz ist das Pseudonym von Florian Oegerli. Auch hier scheint es eine unwirkliche Komponente zu haben. Diese hatte er sich als junger Autor zugelegt, um sein Privatleben abzuschirmen. Auch Leon, der Protagonist von «Glitsch», gerät immer wieder in solche Situationen. Im Laufe der Geschichte wird er quasi zum blinden Passagier auf dem Schiff, wird immer wieder vor Abgründe gestellt, welche Schwarz packend in Szene setzt.
Autoren-Stresstest
«Autoren, die an der Kriminacht lesen, sind jeglichem Stress gewachsen.» Davon ist Peter Hauser von der VHS überzeugt. «Die Art, wie Sie schreiben, geht dieser Trend weiter?», will er wissen. Schwarz bestätigt: «Ich bilde die heutige Zeit ab und das wird die Spur sein.» Sein nächstes Werk muss noch etwas warten. Ideen bestehen, doch es braucht Zeit. Zurzeit fordert ihn seine 80-Prozent-Stelle, er weiss jedoch: «Es wird ein drittes Buch geben.» --vaw