Rege Teilnahme

Di, 13. Apr. 2021
Frwartungsgemäss trafen viele skeptische Eingaben bei der öffentlichen Mitwirkung ein. Der Mitwirkungsbericht wurde vom Beinwiler Gemeinderat verfasst und dem Kanton zur Prüfung gegeben. Visualisierung: Archiv

Mitwirkungsbericht Windpark Lindenberg

Nach Abschluss des Mitwirkungsverfahrens Projekt Windpark Lindenberg wurde der Mitwirkungsbericht erstellt und dem Kanton Aargau zugestellt.

Die Möglichkeit zur Mitwirkung wurde rege genutzt. Innerhalb der Zeit der Mitwirkung gingen zahlreiche Beiträge ein. 43 Mitwirkende haben zu 163 Punkten ihre Beiträge eingereicht. Über 50 Prozent der Beiträge gingen zu Umweltthemen ein. So wurde zum Beispiel von vielen Mitwirkenden gewünscht, auf die Windkraftanlagen (WKA) zu verzichten wegen starkem Vorkommen an Fledermäusen. Dem Widersprach der Beinwiler Gemeinderat mit der Begründung, dass dies geprüft wurde. «Hohe und sehr hohe Aktivitäten, die das Projekt erschwert oder gar verunmöglicht hätten, wurden nicht festgestellt.» Die Daten rühren von einer Dauermessung am Windmessmast sowie periodischen Feldbegehungen. Die Bewertung der Massnahmen erfolgt durch die Fachstellen Jagd und Fischerei des Kantons. Viele wollten auch simpel wissen: «Warum überhaupt Windenergie.» --sab


Zahlreiche Beiträge eingegangen

Der Mitwirkungsbericht zum Windpark Lindenberg wurde verfasst

Das Projekt Windpark Lindenberg ist ein Projekt, das in Beinwil und über Beinwil hinaus eine grosse Strahlkraft hat. Die Möglichkeit zur Mitwirkung wurde dementsprechend rege genutzt. In der Zeit vom Oktober bis November 2020 haben 43 Mitwirkende Beiträge zu 163 Punkten eingereicht.

Sabrina Salm

Die Windpark Lindenberg AG beabsichtigt, auf Gemeindegebiet von Beinwil einen Windpark mit vier Anlagen zu errichten. Die Initianten finanzieren die Planung und erstellen die Plandossiers zuhanden der Behörden und der Bevölkerung. Die Gemeinde Beinwil sichert in ihrer Nutzungsplanung und mit dem Gestaltungsplan die rechtliche Umsetzung des Projektes, weshalb der Gemeinderat auch die Eingaben im Mitwirkungsverfahren bearbeitet und beantwortet.

Nachdem die Bevölkerung das Projekt über Interessengruppenvertreter seit 2018 mitverfolgen und in den Begleitgruppen mitgestalten konnte, wurde im Oktober 2020 ein Projektstand erreicht, den der Gemeinderat zum Anlass nahm, das Windparkprojekt in die öffentliche Mitwirkung und die kantonale Vorprüfung zu schicken. Mitwirkungsberechtigt sind grundsätzlich jede und jeder in der Schweiz Wohnhafte.

Viele fragen sich: Warum Windenergie?

Eingaben wie «Der Strom aus Windenergieanlagen fällt unregelmässig an. Ohne Speicherung ist die Windenergie fast wertlos» oder «Windstrom ist nicht regelmässig. Besser man investiert 40 Millionen Franken in Wasserkraft» gingen beim Mitwirkungsverfahren ein. Viele der Mitwirkenden fragten die Verantwortlichen kurz und knapp: «Warum Windenergie?» Die Antwort darauf: «Beim Windparkprojekt geht es darum, auf ökologische Weise Strom vor allem für das Winterhalbjahr zu produzieren, um die durch die Abschaltung der konventionellen thermischen Kraftwerke entfallende Leistung im Winter zu ersetzen. Der Windpark kann den Strom im Winter liefern und ergänzt so die Produktion der Photovoltaik und den in Wasserkraftwerken in der warmen Jahreszeit produzierten Strom.» Ausserdem habe die Schweiz im Vergleich zum Ausland einen sehr hohen Anteil an Pumpspeicherkraftwerken und weise zudem ein engmaschiges Netz auf, weshalb sehr gute Voraussetzungen bestehen, dass Leistungsschwankungen klimafreundlich ausgeglichen werden können. Dies seien gute Voraussetzungen für den Einsatz von Windenergie in der Schweiz.

Erwartungsgemäss gingen vor allem Beiträge zu Umweltthemen ein (53 Prozent), gefolgt von Beiträgen zur Nutzungsplanung (12 Prozent) und allgemeinen Eingaben (12 Prozent), zum Gestaltungsplan (9 Prozent) und zum Aktionsplan Lindenberg (4 Prozent). Die restlichen Beiträge bezogen sich auf die Themen Technischer Bericht (3 Prozent), Richtplan (3 Prozent), Netzanbindung/ESTI-Dossier (2 Prozent), Plandossier und Rodungsgesuch (jeweils 1 Prozent).

Die meisten Eingaben aus der Region

Die Gemeinde Hitzkirch und die Idee Seetal machten jeweils eine Eingabe. Von Beinwiler Boden ging der Beitrag der Jagdgesellschaft Beinwil ein. Von Hitzkircher Boden steuerte Pro Lindenberg einen Beitrag bei. Mit den Beiträgen der SVP (Muri und Meerenschwand/Benzenschwil) und der CVP (Muri) äusserten sich zwei Parteien zum Windpark. Von den Aargauer Organisationen verfassten Pro Natura Aargau und der Aargauer Heimatschutz Beiträge. Aus dem Kanton Zürich äusserte sich der Sponsorenverantwortliche der Freien Landschaft Schweiz zum Windpark. Die privaten Eingaben kamen mit wenigen Ausnahmen aus der Region.

Stimmbürger entscheiden

Das Projekt wurde in die Vorprüfung durch den Kanton geschickt und wird sorgfältig geprüft. «Projekte wie der Windpark Lindenberg sind deswegen für eine Selbstversorgung der Schweiz sehr wichtig und sollen geprüft werden, wo dies möglich und sinnvoll ist. Ob der Bau letztendlich erfolgen kann, liegt im Ermessen der Beinwiler Bevölkerung, die über die Nutzungsplanung abstimmt.» Dies soll im Jahr 2022 der Fall sein.

Der ganze Mitwirkungsbericht ist unter www.beinwil.ch zu finden.

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