Riesentrommel geht auf Reisen
14.02.2025 Region UnterfreiamtSpezieller Schwertransport von der S Combi AG aus Dintikon nach Frankreich
Rund vier Monate dauerte die Produktion der beiden riesigen Trocknungstrommeln. Fast gleich lang warteten sie jetzt auf den Abtransport. Am Mittwoch erfolgte nun endlich der Start in Richtung ...
Spezieller Schwertransport von der S Combi AG aus Dintikon nach Frankreich
Rund vier Monate dauerte die Produktion der beiden riesigen Trocknungstrommeln. Fast gleich lang warteten sie jetzt auf den Abtransport. Am Mittwoch erfolgte nun endlich der Start in Richtung Frankreich. Wenn auch anders als geplant.
Chregi Hansen
Und dann ging es plötzlich schnell. Um 9 Uhr hätte eigentlich der Verlad der ersten der beiden Trommeln beginnen sollen. Doch um diese Zeit war diese bereits auf das Spezialfahrzeug geladen, gesichert und zur Seite gestellt worden. Und liefen schon die Vorbereitungen für das zweite Exemplar. «Die beauftragten Firmen haben das Ganze perfekt vorbereitet», lobt denn auch Dominik Seiler, der Geschäftsführer der S Combi AG.
Das Verladen stösst auf grosses Interesse. Etliche Personen, die meisten mit einer Kamera oder dem Handy am Fotografieren, verfolgen, wie der 37 Meter lange Schwertransporter sich punktgenau unter die Trommel schiebt. Diese hängt an den Armen von vier LKW-Kränen, die sich links und rechts der Waren gruppiert haben und die das schwere Stück gleichmässig heben und vorsichtig auf dem Transporter abladen. Gearbeitet wird ruhig und höchst konzentriert, jeder weiss genau, was zu tun ist. Ursprünglich war angedacht, das Verladen mit einem grossen Kran zu erledigen. Aber diese Lösung ist eleganter und benötigt erst noch weniger Zeit.
Via Rhein und übers Meer nach Frankreich
Fast 16 Meter lang, 4,6 Meter im Durchmesser und je 48 Tonnen schwer sind die beiden Trommeln, die künftig in einem Werk in Frankreich zum Einsatz kommen werden. Dort werden sie genutzt, um Reste aus der Bioethanol-Herstellung zu trocken und anschliessend daraus Tierfutter zu generieren. Schon die Produktion war für das Dintiker Unternehmen eine Herausforderung. Abgesehen von den Laufringen wurde die gesamte Trommel durch die S Combi gefertigt. Die Aussenhülle wurde aus 16 Meter langem Blech geformt, welches in der Firma gebogen und geschweisst wurde. Rund vier Monate hat der Auftrag gedauert und einen Grossteil der Kapazitäten beansprucht, sowohl was den Platz in der Halle betrifft wie auch die Manpower. Die Grösse und das Gewicht machen das Rangieren zu einer Herausforderung.
Ende September waren die Arbeiten abgeschlossen. Dann begann das lange Warten auf den Abtransport. Denn solch grosse und schwere Teile lassen sich nicht mal eben so nach Frankreich liefern. Während die Bewilligung für einen Spezialtransport aus den Schweizer Strassen schnell vorlag, liess diejenige für die Fahrt quer durch Frankreich auf sich warten. Und fehlt noch immer. Darum wird die Route jetzt angepasst. Statt direkt ins Werk in Frankreich geht die Reise jetzt nur nach Basel. Von da dann auf dem Rhein nach Rotterdam und dann über das Meer in einen französischen Hafen. Von dort ist der Weg nicht mehr weit an den Bestimmungsort.
Folgt ein weiterer Auftrag dieser Dimension?
Inzwischen ist die Trommel abgeladen. Bevor jetzt aber die Tragseile gelöst werden, wird die Lage der Ladung noch ganz genau kontrolliert. Immer wieder wird nachgemessen. «Die Grösse der Trommeln ist kein Problem, das Gewicht schon eher», erklärt Michael Gotzi. Er ist Projektleiter Spezialtransporte beim Transportunternehmen Welti-Furrer. Die Firma ist Schweizer Marktführer in der Schwergutlogistik und zuständig dafür, die beiden Trommeln nach Basel zu überführen. Der Transport erfolgt wie üblich in der Nacht. «Wir kennen die Strecke, wir haben vor zwei Wochen bereits grosse Propeller vom Birrfeld nach Basel gebracht», so Gotzi. Von daher sind die kniffligen Stellen bekannt
Vier Monate haben die Trommeln auf den Abtransport gewartet. In dieser Zeit standen sie auf dem Platz vor der Werkhalle. «Uns hat das kaum gestört, aber die Nachbarn sind sicher froh, wenn die Riesendinger jetzt weg sind», schmunzelt der Geschäftsführer. Er lässt sich das Verladen der Trommeln nicht entgehen und schiesst auch das eine oder andere Bild. Seiler ist nach wie vor stolz auf die Leistung seines Teams. Und auch anderswo ist die Leistung auf Beachtung gestossen. «Wir haben eine Anfrage für eine noch grössere Trommel vorliegen. Wir müssen uns jetzt genau überlegen, ob das für uns machbar ist», erklärt der Geschäftsführer.
Ankunft um 4 Uhr morgens
Nun sind beide Trommeln auf die Fahrzeuge geladen. Die Lastkrane werden weggefahren. Nun gibt es eine Pause. Los geht es um 22 Uhr. Und das gleich mit einer kniffligen Stelle. Vom Firmengelände neben der Coop-Tankstelle auf die Hauptstrasse und gleich in den Kreisel. «Wir werden wohl rückwärts in den Kreisel einfahren, von den Radien her geht es fast nicht anders», erklärt der Projektleiter. Die Fahrt selbst verläuft anschliessend problemlos. Um 4 Uhr morgens erreicht der Konvoi Muttenz, wo die Trommeln auf die Barge verladen werden. Für die S Combi AG ist der Auftrag nun endlich abgeschlossen. Dominik Seiler kann sich wieder aktuellen Projekten zuwenden.