Schluss mit Doppelfunktion

Di, 30. Mär. 2021
Sie treten etwas kürzer: der Wohler Tobias Weber (links) und der Tägliger Sandro Spaccarotella. Dem Sport bleiben sie aber erhalten. Bilder: zg

Beachsoccer: Sandro Spaccarotella und Tobias Weber geben Traineramt bei GC Beachsoccer ab

Die Beachsoccerabteilung des Grasshopper Clubs Zürich war bis vor Kurzem fest in Freiämter Hand. Spielertrainer war der Tägliger Sandro Spaccarotella, Spieler-Co-Trainer der Wohler Tobias Weber. Als Trainerduo werden die beiden nicht mehr fungieren. Als Spieler bleiben sie GC erhalten.

Josip Lasic

«Das Feuer brennt noch, aber der Zeitaufwand und die Verantwortung sind sehr gross», sagt Tobias Weber auf die Frage, warum er und Sandro «Spacca» Spaccarotella ihr Traineramt bei GC Beach Soccer abgeben. «Spacca» war seit 2019 Spielertrainer. Weber war bereits vorher unter dem Boswiler Dejan Stankovic Co-Trainer der «Sandhoppers». Das Amt hatte er seit 2017 inne. Er erklärt: «Wir sind eine kleine Abteilung bei GC. Für Transfers oder Sponsoring waren ‹Spacca› und ich verantwortlich. Es ist nicht so, dass da ein riesiges Team hinter den Kulissen arbeitet.»

Familienleben und italienische Meisterschaft

Weber engagiert sich nebenbei auch anderweitig im Sport. Der 36-Jährige arbeitet für Swiss Olympic als «cool and clean»-Botschafter des Kantons Aargau. Der 38-jährige «Spacca» ist nach wie vor Teil der Schweizer Beachsoccer-Nationalmannschaft, mit der er häufig an Turnieren rund um den Erdball teilnimmt. «Daneben arbeiten wir beide noch. Ich habe eine Familie, zwei kleine Töchter, die auch nicht zu kurz kommen sollen. Jetzt, wo wir nicht mehr Trainer sind, können wir es uns auch mal leisten, an einem Wochenende zu sagen: ‹Wir stehen für GC heute nicht zur Verfügung, weil wir andere Verpflichtungen haben.› Als Trainer geht das nicht. Da hast du die Verantwortung für das Team», so Weber. Spaccarotella stimmt dem zu. «Ich will mich so lange es geht noch auf meine Spielerkarriere konzentrieren. Neben GC und der Schweizer Nationalmannschaft werde ich im Sommer auch in der italienischen Meisterschaft im Einsatz sein. Daneben noch Trainings vorbereiten und leiten wird auf die Dauer irgendwann zu viel.»

Ligachef und Trainer ist schwierig

Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass Spaccarotella neben allen anderen Verpflichtungen auch Ligachef der Swiss Beach Soccer League ist. Eine weitere Tätigkeit, die Zeit wegnimmt. Dazu eine, wo es zu Interessenskonflikten kommen kann. «Er muss als Ligachef beispielsweise die Auslosungen der Cuppartien vornehmen», erklärt Weber. «Gleichzeitig ist er Trainer von GC. Man kann sich vorstellen, dass das nicht vorteilhaft ist und er angreifbar wird. Das muss nicht sein.»

Sandro Spaccarotella ergänzt: «Das war nicht der Hauptgrund. Die Auslosungen sind ja öffentlich. Aber ich kann nicht leugnen, dass es unglücklich ist, wenn der Ligachef gleichzeitig Trainer eines Vereins ist.»

Jetzt gibt es diese Interessenskonlikte für «Spacca» nicht mehr. Und die beiden Freiämter haben etwas mehr Zeit für ihre übrigen Tätigkeiten. Das neue Trainerduo besteht aus Vater und Sohn. Marcel Wüest junior und senior. Bruder und Vater von GC-Spieler Angelo Wüest.

Freiämter Kern bleibt erhalten

Zum ersten Mal in der Geschichte von GC Beach Soccer wird ein Trainerduo an der Seitenlinie sein, das nur coacht, ohne selbst zu spielen. «Das ist sicher ein Vorteil, dass wir jetzt fixe Trainer haben, die nicht auf dem Feld stehen», so Spaccarotella. «Sie kommen zwar aus dem Fussball, kennen sich aber durch Angelo gut im Beachsoccer aus. Eine gute Lösung.»

Der Club wird nicht weniger freiämterisch. Mit Stankovic und dem Hägglinger Michael Furlan sind zwei von vier Gründungsmitgliedern der GC-Beachsoccerabteilung Freiämter. Neben «Spacca» und Weber spielen mit Patrick Rüttimann und den Brüdern Valentin und Vincenc Gashi seit vergangener Saison auch drei Murianer für die Zürcher. «Das Team hat einen grossen Freiämter Kern. Und ‹Spacca› und ich bleiben als Spieler mindestens noch eine Saison erhalten. Wir sind amtierender Schweizer Meister. Wenn es die Lage zulässt, können wir im Sommer Champions League spielen. Das lassen wir uns nicht entgehen», so Weber augenzwinkernd.

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