Spannung steigt
17.02.2026 Sport, FussballDer FC Wohlen startet am Samstag (17 Uhr, Niedermatten) gegen Schötz in die Rückrunde
Sieben Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsspielplatz, acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Bei dieser Ausgangslage ist für den FC Wohlen in der ...
Der FC Wohlen startet am Samstag (17 Uhr, Niedermatten) gegen Schötz in die Rückrunde
Sieben Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsspielplatz, acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Bei dieser Ausgangslage ist für den FC Wohlen in der Rückrunde noch alles möglich in der Meisterschaft. Was kann man von den Freiämtern erwarten?
Josip Lasic
Eine letzte Generalprobe steht für den FC Wohlen noch an, bevor es ernst wird. Morgen Mittwoch, 19.30 Uhr, bestreiten die Freiämter gegen die U19 des FC Aarau ihren letzten Test, ehe es am Samstag im Heimspiel gegen Schötz wieder um Punkte geht. Der letzte Gegner der Vorbereitung ist derselbe wie der erste. Die Testspielphase begann mit einem 3:0-Erfolg gegen den Aarau-Nachwuchs. Es folgten positive Resultate: ein 3:0-Sieg gegen den FC Baden, ein 0:0 gegen YF Juventus (beide 1. Liga classic) und am vergangenen Wochenende ein 3:1 Schönenwerd-Niedergösgen (2. Liga regional). Einzig gegen die U19 des FC Zürich gab es eine 1:3-Niederlage.
Testspielergebnisse sind jedoch wenig aussagekräftig. Wichtiger sind die Erkenntnisse, welche Erfahrungen Trainer und Staff gewinnen konnten. «Positive Resultate deuten oft darauf hin, dass man auf dem Feld etwas richtig macht», sagt Piu lächelnd. «Aber Spass beiseite. Mein Gesamteindruck ist positiv. Auch bei der Niederlage gegen die U19 des FCZ spielten wir nicht schlecht. Es gibt aber Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Beispielsweise unterlaufen uns häufig Fehlpässe, ohne dass der Gegner Druck ausübt. In der Meisterschaft dürfen wir auf keinen Fall Bälle so verschenken.»
Mehr Breite im Team
Dass der FC Wohlen Potenzial hat, war schon vor Saisonstart klar. In der Vorrunde gab es einige sehr gute Spiele, in denen dieses Potenzial abgerufen wurde. Bei anderen Auftritten war von der Qualität hingegen nichts zu sehen. Die Vorbereitung stimmt den Trainer optimistisch, dass seine Mannschaft in der Rückrunde konstanter auftritt. «Alleine bei der Trainingspräsenz ist das aktuell ein himmelweiter Unterschied zur Vorbereitung im vergangenen Sommer. Wenn 20 Spieler dabei sind, steigt die Trainingsqualität automatisch. Vor allem, weil alle motiviert sind.»
Noah Lüscher-Boakye, Sander Kalan und Kevan Dalvand verliessen den Verein im Winter. Djordje Komatovic (Kriens), Sandi Sulejmanagic (Wohlen U23), Sian Dzelili (Baden) und Pren Gjini (Kosova) kamen hinzu. Der Trainer ist der Ansicht, dass er jetzt qualitativ und quantitativ mehr Breite im Kader hat. Positiv: Fast alle Spieler sind fit. Im Sommer ging der FCW verletzungsbedingt mit einem Rumpfkader ins erste Spiel gegen Schötz. Das wird diesmal nicht passieren. Beim Test gegen Schönenwerd-Niedergösgen fehlten nur die verletzten Stefano Cirelli und Nicola Assaiante. Trotzdem hatte Piu 18 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung. Ein gesunder Konkurrenzkampf kann die Qualität steigern. Es besteht aber das Risiko, dass Spieler unzufrieden werden, wenn sie selten spielen. «Das kann passieren. Aber niemand kann sich in seiner Komfortzone ausruhen. Wenn einer nicht liefert, spielt ein anderer.» Auch hier schöpft Piu Zuversicht. Die Teamchemie schien nie ein Problem zu sein und hat sich im Winter eher verbessert. Statt eines Trainingslagers verbrachte die Mannschaft ein Teamwochenende in Davos. «Es war ein grossartiges Wochenende. Wir hatten Spass, sind nach aussen immer als Team aufgetreten, der Spirit hat sich weiter verstärkt. Das gibt zusätzliche Energie.»
Unersetzlich: Dramane Sissoko
Es gibt aber Baustellen im Team. Die grösste ist die Mittelstürmerposition. «Neben Dramane Sissoko haben wir keinen Goalgetter. Und er fehlt im ersten Spiel gesperrt.» Mit Assaiante ist ein weiterer Mittelstürmer verletzt. In der Vorbereitung spielte oft Marlon Rizzo auf dieser Position. «Er hat seine Aufgabe gut gelöst. Wir sind gespannt, ob er auch in der Meisterschaft knipsen kann.» Gegen Schönenwerd-Niedergösgen probierte Piu dennoch weitere Leute auf dieser Position aus. Die Tore zum 3:1-Sieg erzielten Djordje Komatovic, Javi Gabathuler und Kaan Yilmaz. Gerade die Treffer von Komatovic und Gabathuler waren sehenswert. Dennoch tat sich das Team im Abschluss schwer. Rein von den Spielanteilen und Chancen hätte der Sieg deutlicher ausfallen müssen. Deshalb sagt Piu, dass die Mittelstürmerposition die einzige ist, wo der Verein noch reagieren würde, wenn sich eine Lösung findet. Die Abhängigkeit von Sissoko macht das Team berechenbar. «Auf allen anderen Positionen sind wir gut besetzt. Aber wenn wir einen Stürmer finden, der die nötige Qualität hat und bezahlbar ist, würden wir aktiv werden.» Zwischen den Zeilen hört man jedoch, dass er nicht mehr damit rechnet.
Trotzdem will der FC Wohlen ambitioniert in die Rückrunde gehen. Nach dem Auftaktspiel gegen Schötz geht es auswärts zum FC Münsingen. Danach folgen vier Heimspiele (Zug, Besa Biel, GC U21, Muttenz). «Fünf der ersten sechs Spiele finden zu Hause statt. Wir wären dumm, wenn wir da nicht mit Ehrgeiz starten. Wir wollen einige Siege holen, um in der Tabelle nach vorne zu rücken.» Der FCW hat sieben Punkte Rückstand auf Platz 2, der zu den Aufstiegsspielen berechtigt. Gleichzeitig hat die Mannschaft nur acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Theoretisch ist in der Rückrunde noch alles möglich. Wie in der ersten Saisonhälfte bleibt Wohlen eine Wundertüte mit viel Potenzial. Die Vorzeichen scheinen aber besser, dass die Mannschaft ihre Stärke nun auch zeigt.

