Speedcuber erobern Muri
14.04.2026 MuriDaniel Brem aus Muri organisierte im Ars Anima einen Speedcubing-Event
Schnelle Finger, ein leises Klacken und plötzlich ist der Würfel gelöst. Sekunden später folgt der nächste Versuch. Am Wochenende wurde das Ars Anima in Muri zum Treffpunkt der ...
Daniel Brem aus Muri organisierte im Ars Anima einen Speedcubing-Event
Schnelle Finger, ein leises Klacken und plötzlich ist der Würfel gelöst. Sekunden später folgt der nächste Versuch. Am Wochenende wurde das Ars Anima in Muri zum Treffpunkt der Speedcubing-Szene. Rund 80 Teilnehmende traten an, um den Zauberwürfel möglichst rasch zu lösen.
Das fällt schnell auf: Es gibt keinen Unterschied zwischen Alt und Jung. Überall im Raum sitzen Menschen aus der ganzen Schweiz an grossen Tischen und haben etwas gemeinsam: die Leidenschaft für den Zauberwürfel. Zwischen konzentrierten Blicken und geschickten Fingerbewegungen wird geübt, diskutiert und gefachsimpelt. Manche lösen im Sitzen, andere stehen daneben und beobachten. Die Atmosphäre wirkt ruhig und gleichzeitig voller Spannung.
Einer davon ist Daniel Brem. Der junge Murianer hat die Veranstaltung organisiert und hält aktuell in mehreren Würfeldisziplinen den Nationalrekord. Mit neun Jahren bekam er seinen ersten Zauberwürfel geschenkt. Was als Zeitvertreib begann, entwickelte sich schnell zu einem intensiven Hobby. Heute begleitet ihn der Würfel oft mehrere Stunden täglich. «Es ist schwierig, aufzuhören, wenn man einmal angefangen hat», sagt er lächelnd.
Sein Anfang war holprig, jetzt hält er Rekorde
Dass der Zauberwürfel einmal so viel Zeit beanspruchen würde, sorgte zu Hause zunächst für gemischte Gefühle. Die Eltern waren anfangs nicht besonders begeistert, wenn Daniel Brem stundenlang an seinem Schreibtisch sass und immer wieder dieselben Drehbewegungen übte. Mit den ersten Wettkämpfen änderte sich jedoch die Perspektive. Er wurde immer erfolgreicher und kam regelmässig mit Medaillen nach Hause. Die Unterstützung im Umfeld wuchs, und damit auch die Begeisterung für das ungewöhnliche Hobby.
Der Wettkampf ist pro Würfel in zwei bis drei Durchgänge unterteilt. Nach den ersten Runden scheidet jeweils ein Teil der Teilnehmenden aus, etwa 75 Prozent kommen weiter. Pro Durchgang gibt es fünf Versuche. Der beste und der schlechteste werden gestrichen, aus den verbleibenden drei Zeiten wird ein Mittelwert berechnet. Jeder Versuch wird von Schiedsrichtern überwacht und die Zeit exakt gestoppt. Besonders schnelle Zeiten werden zusätzlich überprüft, bei Top-Cubern wie Daniel Brem sogar doppelt kontrolliert.
In der Schweiz geht es ruhig zu
Während in anderen Ländern Rekorde teilweise mit lautstarken Reaktionen gefeiert werden, bleibt es in der Schweiz meist gesittet. «Im Ausland wird schnell mal auf den Tisch geschlagen oder lautstark ausgerufen», sagt Daniel Brem. Wenn dadurch andere Teilnehmer gestört werden, dürfen sie nochmals einen Versuch starten. Er selbst scheint sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Mit dem Zauberwürfel in der Hand läuft er im Raum umher, hilft aus, beantwortet Fragen und macht auch selbst beim 2×2-Wettbewerb mit. «Für mich ist ein Wettbewerb fast schon Normalzustand.» Sein Rekord für den 2×2-Würfel liegt bei 1,46 Sekunden. Trotz all seinen anderen Beschäftigungen an diesem Tag ist die gebrauchte Zeit kaum länger.
Insgesamt konnte sich Daniel Brem bereits zwölf nationale Rekorde sichern. Dafür sind die Wochenenden schnell einmal mit Turnieren verplant. Trotzdem steht für ihn nicht nur die Leistung im Vordergrund. Zwischen den Durchgängen wird gemeinsam geübt, Tipps werden weitergegeben und neue Bekanntschaften geknüpft. Genau diese Mischung aus Wettbewerb und Gemeinschaft macht den Reiz des Speedcubings aus und sorgt dafür, dass sich im Ars Anima an diesem Wochenende eine kleine, aber engagierte Szene trifft. --abi


