Sportvereine formieren sich

Fr, 22. Okt. 2021
Die Murianer Sportvereine stehen für ihr grösstes Anliegen zusammen: Sie brauchen mehr Hallen. Präsident der IG ist Martin Leu (hinten Mitte). Bilder: Annemarie Keusch

Es mangelt in Muri an Hallen. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung und mit ihr die Sportvereine. Die Situation spitzt sich immer mehr zu, sodass es Vereine gibt, die Jugendliche auf Wartelisten setzen müssen. «Ein No-Go», sagt Felix Kleiner vom TV Muri Handball. Darum lancierten die Handballer die IG Sportvereine Muri. Neun Vereine machen mit. Die oflzielle Gründung ist erfolgt. Nun macht sich ein Kernteam mit Vertretern der verschiedenen Vereine an die Arbeit. --ake


Kräfte bündeln für mehr Hallen

Neun Sportvereine formieren sich zur IG Sportvereine Muri

Sie haben ähnliche Probleme. Die Handballer, die Fussballer, die Turner, der Tennisclub und weitere. Die Hallenkapazitäten in Muri reichen nicht – bei Weitem. Innerhalb kürzester Zeit kamen neun Vereine zusammen und gründeten diese Woche eine IG. «Wir wollen miteinander vorwärtsgehen», sagt Präsident Martin Leu.

Annemarie Keusch

Konkret sagen, wie viele Hallen nötig sind, kann oder will die IG noch nicht. «Zuerst gilt es die Bedürfnisse der Gemeinden genau abzuklären», betont Martin Leu, der wenige Minuten vorher als Präsident der IG Sportvereine Muri gewählt wurde. «Wir brauchen eine Strategie, einen Fahrplan, bevor wir konkrete Forderungen machen können», sagt Leu, der ebenfalls den Tennisclub Muri präsidiert. Erfahrungen würden zeigen, dass viele Projekte scheitern, weil die Analysephase unsauber läuft. «Diesen Fehler wollen wir auf keinen Fall machen», betont auch Felix Kleiner, der ebenfalls Teil des Kernteams ist.

Was die Vereine aber schon deutlich sagen können: Die Kapazitäten der Hallen in Muri reichen nicht. Seit 1978 und der Fertigstellung der Bachmattenhalle kam nur eine halbe Einfachhalle beim Schulhaus Rösslimatt dazu. In dieser Zeit ist die Bevölkerung im Muri aber stark gewachsen. Gleiches gilt für die Vereine, vor allem für deren Nachwuchsabteilungen.

Gegen 1000 Mitglieder total

Dass die Hallenkapazität nicht reicht, ist nicht neu. Vor allem der TV Muri Handball kämpft schon länger für mehr Platz, bisher vergebens. An vorderster Front dabei war und ist Felix Kleiner. Er war es, der auf andere Vereine zuging. Kein halbes Jahr ist seither vergangen. «Dass wir nun hier sitzen und neun Sportvereine mitmachen, zeigt, wie wichtig den Vereinen dieses Thema ist.» Teil der IG sind neben dem TV Muri Handball auch der Damenturnverein, der Fussball-Club, der Judo-Club, die Läufer-Vereinigung Freiamt, der Tennis-Club, der Tischtennis-Club, der Turnverein und der VBC Merenschwand-Muri.

Gegen tausend Leute stehen hinter den Vereinen. «Damit haben wir ein ganz anderes Gewicht, als wenn wir Handballer alleine kämpfen», weiss Kleiner. Genau darum kam die Idee der IG auf und deshalb trafen sich Vertreter der Vereine, um die IG formell zu gründen. Das Ziel ist klar: möglichst zeitnah dafür zu sorgen, dass die Sportstättenplanung vorangetrieben wird. Konkret soll sie im gleichen Zug realisiert werden wie die Modernisierung der Badi. «Für mich hat die Sportstättenplanung eine mindestens gleich grosse Priorität», betont Kleiner.

Schlanke Organisation

Sich austauschen, die Kommunikation untereinander verbessern, Termine koordinieren, die Hallenbelegung optimieren, auch dabei soll die neue IG helfen. «Wir organisieren diese bewusst schlank, nicht als Verein. Das soll aber nicht heissen, dass wir unsere Absichten mit weniger Schlagkraft verfolgen», hielt Kleiner fest. Mit der IG wollen die Sportvereine gemeinsam ihre Stimmen erheben. Ein Kernteam arbeitet Konzepte und mögliche Lösungen aus. Dieses besteht aktuell aus fünf Mitgliedern: Maurus Weber vertritt den FC, Sandra Halter die JUKO des Turnvereins, Martin Wyss und Felix Kleiner die Handballer und Martin Leu den Tennisclub. Zudem wollen die aktiven Turner bald ein sechstes Mitglied stellen. Präsidiert wird das Kernteam von Martin Leu.

Dieser ist voller Motivation. «Es pressiert schon ein wenig», sagt er im Hinblick auf die mangelnde Hallenkapazität. «Dieses Bedürfnis schweisst uns zusammen.»

Unbedingt an Badisanierung koppeln

Kleiner und Leu erklären, wie es in den nächsten Wochen weitergeht. Das Kernteam müsse sich organisieren und formieren. «Wir brauchen möglichst viele Daten der Vereine», betont Felix Kleiner. Wie sich die Mitgliederzahlen seit 1978 und der Eröffnung der Bachmattenhalle entwickelt haben, welche Bedürfnisse die einzelnen Vereine haben. «Das sammeln wir. Und damit können wir öffentlich Druck aufbauen», hält Kleiner fest. «Dass die Vereine derart zusammenspannen, das hat es bisher in Muri nicht gegeben. Das zeigt, wie zentral das Thema für uns alle ist.»

Maurus Weber, Mitglied des Kernteams, sagt aber auch, dass es nicht darum gehe, gegen den Murianer Gemeinderat in Opposition zu gehen. «Diese Herausforderung zu lösen, ist eine Aufgabe, die wir gemeinsam im Dialog mit den Behörden angehen müssen», betont er. In den Planungsgremien vertreten zu sein, sei darum eine wichtige Aufgabe der IG. «Aktuell ist die Modernisierung des Schwimmbads im Zentrum. An der ‹Gmeind› wurde betont, dass im gleichen Projekt auch die Sportstättenplanung integriert wird. Alles andere wäre aus meiner Sicht auch unvernünftig. Daran werden wir festhalten.» Das betont auch Präsident Martin Leu.

Gespräch mit dem Gemeinderat suchen

Wann es in Muri weitere Turnhallen gibt, ist unklar. «Klar ist, dass es nicht sein kann, dass wir Vereine Jugendliche ablehnen und sie auf Wartelisten setzen müssen», sagt Felix Kleiner. Es müsse möglichst zeitnah eine Verbesserung her. «Die Not ist zweifellos da», sagt auch Martin Leu. «Wir haben Vorstellungen und Wünsche, zuerst braucht es aber eine Auslegeordnung und Gespräche mit dem Gemeinderat.» Noch fanden keine solchen statt. Die IG Sportvereine Muri bemüht sich darum, noch im laufenden Jahr mit dem Gemeinderat an einen Tisch zu sitzen. «Der Weg muss konstruktiv sein, sonst kommen wir nicht vorwärts.»

Dass es aber vorwärtsgehen muss – und das möglichst schnell –, dessen sind sich die Vertreterinnen und Vertreter der neun Vereine mehr als einig.

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