Tallarico hoch zwei

Di, 02. Mär. 2021
Cristian Tallarico ist Captain der U20-Elite des EV Zug.

Zwei Eishockey-Brüder träumen vom Profisport

Die Murianer Cristian und Manuele Tallarico sind absolut verrückt nach Eishockey. Der 19-jährige Cristian spielt in der Abwehr bei der U20-Elite des EV Zug. Der 15-jährige Manuele ist Stürmer in der U17-Elite der Zuger.

Alles fing mit einem Prospekt der Eisbahn Wohlen an, auf dem Pinguine, die Eishockey spielen, zu sehen waren. Das brachte Cristian Tallarico zum Eishockey-Sport. Sein vier Jahre jüngerer Bruder Manuele sollte bald folgen. Mittlerweile sind die Tallaricos zwei Talente im EVZ-Nachwuchs.

Das Brüderduo kann nicht genug vom Sport bekommen. Unter anderem spielen sie im Sommer Inlinehockey bei den IHC Grizzlys und wurden dort beide schon zweimal Schweizer Meister. In beiden Sportarten haben sie auch schon Aufgebote von Nachwuchs-Nationalteams erhalten. Das grosse Ziel der Tallaricos ist der Profisport. Mit ihrem nächsten Schritt nach dem Schulabschluss im Sommer hoffen sie dem Traum näherzukommen. --jl


Italienisches Feuer auf kühlem Eis

Die Murianer Brüder Cristian und Manuele Tallarico sind Talente im Nachwuchs des EV Zug

Ein Prospekt mit Eishockey spielenden Pinguinen hat Cristian Tallarico vor 13 Jahren zum Eishockey-Sport gebracht. Mittlerweile spielen er und sein Bruder Manuele im Nachwuchs des EV Zug und haben den Protsport als Ziel. Im Sommer schliessen sie die Schule ab und stehen vor neuen Herausforderungen.

Josip Lasic

Samstagmorgen bei der Familie Tallarico in Muri. Vater Vincenzo und Mutter Marcella sitzen mit den beiden Söhnen Cristian (19) und Manuele (15) im Wohnzimmer. Vor dem Haus steht ein Hockeytor. «Wenn sie sich nicht entscheiden konnten, wer ins Tor muss, haben sie Manueles Zwillingsschwester Valentina hineingestellt», scherzt Mutter Marcella. Dass die Familie so beisammensitzt, ist ein Bild mit Seltenheitswert. Cristian Tallarico ist Captain der U20-Elite des EV Zug. Während der Woche wohnt er mit einem Teamkollegen in einem Studio in Cham, von wo aus er ins Training am Spitzensport-Zentrum «OYM» in Cham und in die Schule fährt. Manuele Tallarico spielt in der U17-Elite des EVZ und wohnt noch zu Hause. Er pendelt von Muri aus in die Trainings. «Häuig besteht unser Kontakt über mehrere Tage darin, dass wir uns im ‹OYM› über den Weg laufen und kurz grüssen», erklärt Manuele Tallarico.

Die Brüder opfern viel Zeit für ihr Hobby. Ihr grosses Ziel: eines Tages professionell Eishockey spielen zu können. Cristian Tallarico konnte im Sommer daran schnuppern. Er durfte mit der «EVZ Academy», dem Nationalliga-B-Team der Zuger, mittrainieren. Am traditionellen EVZ-Saisonstartspiel traf er mit der «Academy» auf das Nationalliga-A-Team des Clubs. «Es war etwas anderes, mit den ‹Grossen› auf dem Eis zu stehen», erzählt «Cri», wie ihn Freunde und Familie nennen. «Ich konnte einigermassen mithalten. Das war mein Saisonhighlight.» Das Brüderduo bringt Talent und Potenzial für den Sport mit. «Ich weiss nicht, woher sie das haben», sagt Vater Vincenzo. «Wir Eltern hatten nie etwas mit Eishockey am Hut. Ich bin Fussballer.»

Die Macht des Pinguins

Die Brüder haben zuerst auch im Nachwuchs des FC Muri Fussball gespielt. Eines Tages erhielt Cristian Tallarico im Kindergarten einen Prospekt der Eisbahn Wohlen. Darauf waren Pinguine abgebildet, die Eishockey spielen. «Das hat Eindruck bei mir hinterlassen. Ich erinnere mich nicht gut daran. Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich durch die Haustür kam und sagte, dass ich dorthin wolle. Ich habe darauf beharrt, bis sie mich in die Eishockeyschule nach Wohlen geschickt haben.» Der jüngere Bruder eifert dem älteren nach. «Gute Freunde der Familie haben mich in die Eishockeyausrüstung gesteckt und am Eltern-Junioren-Match des HC Wohlen Freiamt mitspielen lassen. Es hat mir mehr Spass gemacht als Fussball und ich bin dabei geblieben.»

«Cri» spielt, bis er zwölf Jahre alt ist, parallel Fussball und Eishockey. Dann fokussiert er sich auf Letzteres. Zu dieser Zeit ist er Teil des Moskito-B-Teams des HC Wohlen Freiamt und erzielt pro Spiel bis zu sieben Tore. Sein damaliger Trainer, Mauro Masoch, will ihn fördern und empfiehlt ihm, zu den Argovia Stars zu wechseln, mit denen die Freiämter damals eine Partnerschaft haben. Ein Jahr lang spielt er bei den Argovia Stars, die damals ebenfalls eine Partnerschaft haben – mit dem EV Zug. Er wird für ein Probetraining bei den Zugern empfohlen, überzeugt dort und wechselt mit 14 Jahren zum Schweizer Topclub. Manuele Tallarico kann bereits im Bambini-Alter – bis acht Jahre – zu den Argovia Stars wechseln. Als er altersmässig zu den Piccolo – neun und zehn Jahre – wechseln soll, überzeugt er ebenfalls in einem Probetraining bei den Zugern und wechselt zum Schweizer Meister von 1998.

Das Eishockey-Feuer brennt in den Brüdern

Die Brüder lieben ihren Sport so sehr, dass sie in den letzten beiden Jahren im Sommer zusätzlich bei den IHC Grizzlys Hünenberg Inlinehockey gespielt haben. Sie wurden 2019 und 2020 jeweils Schweizer Meister. Cristian Tallarico mit der U18-Elite, Manuele mit den U15-Novizen. Sie wurden sogar für die Inlinehockey-Nationalmannschaft aufgeboten. «Wir sind allerdings nicht gegangen», sagt Manuele Tallarico. «Es hat sich mit Eishockey-Terminen überschnitten. Und das ist nun mal die Sportart, in der wir etwas erreichen wollen.»

Auch im Eishockey standen sie schon im Kader der Nachwuchs-Nationalteams. Cristian Tallarico bei der U16 und U17, Manuele bei der U13, U14, U15 und aktuell bei der U16 auf Abruf.

Die Weichen werden neu gestellt

Dieses Jahr schliesst Cristian Tallarico die Matur an der Sportmittelschule Engelberg ab. Der jüngere Bruder schliesst die Oberstufe an der Kunstund Sportschule Cham ab. Die Weichen werden für beide neu gestellt. Der jüngere Bruder liebäugelt damit, eine Berufs- oder Fachmatur zu absolvieren. «Ich möchte dabei sicher noch auf höchster Stufe Eishockey spielen», sagt er. «Ob das beim EV Zug sein wird oder ob ich zu einem anderen Verein wechseln werde, ist noch offen.»

Cristian Tallarico möchte seine Ausbildung nicht vernachlässigen. Ein Studium und Profsport in der Schweiz zu kombinieren, sieht er eher als schwierig an. Sein Ziel: ein College-Studium in den USA, wo er an der Universität auch Eishockey spielen könnte. «Ich könnte mir ein Studium im Ingenieur-Bereich oder in der Biochemie vorstellen. Je nach Universität, an die ich kommen würde, wäre ich auch für eine andere Richtung offen.» Die Universitäten in den USA dürfen zweimal im Jahr Kontakt mit Athleten aufnehmen. Im November und im April. In rund zwei Monaten dürfte der ältere der beiden Brüder mehr Klarheit über seine Zukunft haben. Die besten Universitäten im Bereich Eishockey befinden sich im Bundesstaat Michigan. «Diese bilden regelmässig NHL-Spieler aus. Das Niveau dort ist brutal hoch.» Cristian Tallarico würde zu einem Sprung in die NHL nicht Nein sagen. Sein Plan ist, das Studium abzuschliessen und dann in der NLA Eishockey zu spielen. «Man darf träumen, aber man muss auch realistisch sein», sagt er über die nordamerikanische Profiliga.

«Sie haben einen weiten Weg hinter sich», sagt Mutter Marcella. «Der Schritt zum Profi erscheint aber mindestens so gross wie der Weg, den sie hinter sich haben.» Für die Brüder ist es auf jeden Fall wichtig, dass sie Eishockey spielen können. Manuele Tallarico: «Ohne den Sport hätten wir viel zu viel freie Zeit. Wir wüssten gar nicht, was wir damit anfangen sollten.»


Weiteres Freiämter Talent beim EVZ

Jamie Leimgruber aus Sins spielt in der U17-Elite

Neben Manuele Tallarico spielt mit dem 16-jährigen Sinser Jamie Leimgruber ein weiterer Freiämter in der U17-Elite des EV Zug. Leimgruber fing mit fünf Jahren in der Eishockeyschule des Küssnachter Schlittschuhclubs mit dem Sport an, wo früher auch sein Vater aktiv war.

Seit der Saison 2015/16 spielt Leimgruber für die Zuger. Damals noch in der U13-Elite. Letzte Saison konnte er zwei Spiele mit der U16-Nationalmannschaft bestreiten. Der Freiämter: «Das war ein sehr schönes und positives Erlebnis für mich. Es war für mich ein Stolz, für die Schweiz im Team meines Jahrgangs spielen zu können.»

NHL ist mehr Traum als Ziel

Neben dem Eishockey absolviert Jamie Leimgruber die kaufmännische Ausbildung in der «Hockey Academy» des EVZ im OYM College in Cham. Es war ein Ziel für ihn, diese Ausbildung zu machen.

Sein sportliches Ziel: «Eines Tages mit dem Eishockey mein Geld verdienen können. Am liebsten würde ich in der Nationalliga A spielen. Die NHL ist für mich kein Ziel. Es ist eher ein Traum, dort zu spielen. Was ich immer vor Augen habe: Ich will den Spass und die Freude am Eishockey nie verlieren.» --zg/red

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