Tradition lebt wieder auf
08.12.2023 Arni, KelleramtKrippenspiel der Reformierten Kirche Kelleramt am Sonntag, 17. Dezember
Warum feiern wir Weihnachten? Dieser Frage gehen die 37 Kinder aus allen sechs Kellerämter Gemeinden nach, die aktuell für das grosse Krippenspiel am 3. Advent proben. «Wir sind total ...
Krippenspiel der Reformierten Kirche Kelleramt am Sonntag, 17. Dezember
Warum feiern wir Weihnachten? Dieser Frage gehen die 37 Kinder aus allen sechs Kellerämter Gemeinden nach, die aktuell für das grosse Krippenspiel am 3. Advent proben. «Wir sind total überrannt worden», freut sich Pfarrer Reto Studer.
Celeste Blanc
Es ist laut vor der Kirche in Arni. Schneebälle fliegen herum, Kinder rennen einander hinterher, spielen «Fangis» und «Versteckis». Es ist der letzte Probennachmittag, bevor es nächste Woche ernst gilt. Noch einmal den Kopf durchlüften, dann wird die letzte Sequenz nochmals durchgespielt. «Alle auf ihre Plätze», weist Katechetin Annina Stutz die Schar an, nachdem sich diese wieder in der Kirche versammelt hat. Jeder ist nun auf seinem Platz, wartet ganz still auf seinen Einsatz. Die Konzentration steigt allmählich wieder. «Wenn ihr euch die Geschehnisse von damals nicht vorstellen könnt, dann schliesst die Augen», sagt eine der jungen Schauspielerinnen ins Mikrofon, bevor die zwei Jungschauspielenden, die Maria und Josef verkörpern, die Bühne betreten.
Etwas gemeinsam in die Gemeinschaft tragen
Zum letzten Mal aufgeführt wurde ein Krippenspiel im Kelleramt 2017. Eine viel zu lange Zeit, fand Pfarrer Reto Studer, weshalb er die Tradition heuer wieder aufblühen lassen wollte. «Ein Krippenspiel läutet in der Regel die Weihnachtszeit ein und lässt für einen Moment vor Augen führen, was der Gedanke hinter diesem Fest ist, wieso wir es feiern und welches seine Bedeutung ist», erklärt er. Unterstützt wird Studer dabei von den Katechetinnen Annina Stutz und Anita Keiser. Für sie ist es das erste Mal, dass sie im Kelleramt ein Krippenspiel auf die Beine stellen. Dabei sind sie vor allem von der grossen Faszination der Kinder gerührt, die seit dem Beginn der Proben ins Stück mit einfliesst. «Es ist für viele ein besonderer Moment, auf der Bühne zu stehen», weiss Annina Stutz, die gemeinsam mit Anita Keiser in den Kellerämter Gemeinden den Religionsunterricht gestaltet. Nebst der Religion soll aber auch stets der Spass im Vordergrund stehen. «Für uns war es wichtig, den Kindern eine Möglichkeit zu geben, eine positive Erinnerung mit der Kirche zu schaffen, ihnen die Freude zu vermitteln, gemeinsam ein Projekt zu verfolgen und etwas in die Gemeinde herauszutragen», so Stutz weiter. «Es ist definitiv eines der Highlights.»
Ursprung wiederentdecken
Dabei legt das Leitungsteam nicht nur Wert auf das Traditionelle, sondern schafft mit dem Krippenspiel unter dem Titel «Wieso feiern wir Weihnachten?» ein Stück im Stück, das auch Bezug auf die heutige Zeit nimmt.
Denn heutzutage ist der ursprüngliche Gedanke des Weihnachtsfest bei den Menschen teilweise in den Hintergrund gerückt. «Wir wollen auf charmante und auch ein wenig sentimentale Weise eine Brücke schlagen von der Weihnachtsgeschichte zu den gelebten Traditionen», so Studer.
So spielt ein Grossteil des Stücks in der heutigen Zeit. Konkret in der Vorweihnachtszeit, in der die Menschen besonders gestresst sind, begeben sich dabei zwei junge Reporter an Heiligabend auf die Spur. «Wieso feiern wir Weihnachten?» fragt der eine Reporter etwa eine Frau, die noch die letzte Dekoration am Weihnachtsbaum befestigt. «Wegen der Besinnlichkeit», meint sie.
Doch woher kommt die Besinnlichkeit? Was heisst das? Und was hat das mit Jesus zu tun? Durch die Rückblenden in lang vergangene Tage begleitet das Publikum derweil Maria und Josef auf ihrem beschwerlichen Weg nach Bethlehem.
Um eine Aufführung ergänzt
Dass das Interesse am Krippenspiel bei den Kindern gross war, freut die Leitenden. 37 Kinder aus den Gemeinden Arni, Islisberg, Oberlunkhofen, Unterlunkhofen, Jonen und Rottenschwil helfen dabei mit, der Geschichte von Weihnachten, Maria und Josef sowie den Hirten und Königen und Engeln auf die Spur zu gehen. «Wir sind total überrannt worden», freut sich Reto Studer. Nebst verschiedenen Sprechrollen nehmen einzelne Kinder auch Statistenrollen ein oder lassen die Zuschauenden durch ihre Arbeit am Bühnenbild in eine andere Welt eintauchen. Die Vorfreude auf die anstehenden Aufführungen ist bereits jetzt gross. Nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Eltern und der Kirchgemeinde, die das Projekt durch ihr Engagement mittragen. Und die Vorfreude ist gross, weil man jetzt schon weiss, dass die Kirche gut besucht sein wird. «Es haben sich bereits viele Eltern, Grosseltern, Gotti und Götti angemeldet.
Deshalb haben wir entschieden, das Stück zweimal aufzuführen», so Studer weiter. Die Aufführungen finden am Sonntag, 17. Dezember, um 17 Uhr und um 18.30 Uhr in der Kirche in Arni statt.
Weitere Informationen unter www.ref-kelleramt.ch.