Turbulenter Sommer

Di, 22. Sep. 2020
Die Becken der Badi sind leer. Jetzt heisst es für Betriebsleiter Martin Burkart: reinigen, reinigen, reinigen. Bild: Susanne Schild

Saisonende in der Badi Muri

Obwohl die Auslastung im Durchschnitt bei nur 70 Prozent in diesem Sommer lag, ist Betriebsleiter Martin Burkart zufrieden.

Bei schönstem Sommerwetter schloss die Badi Muri am 6. September ihre Türen. «Das Wichtigste ist, dass wir eine unfallfreie Saison hinter uns haben», streicht Betriebsleiter Martin Burkart heraus. Alles andere sei zu bewältigen gewesen. Die Badi Muri hat sich entschlossen, trotz Covid-19 zu öffnen und startete am 6. Juni mit einem Monat Verspätung in die Saison. Obwohl es in diesem Sommer wegen den geltenden Abstandsregeln nur selten «kuschelig» zu und her ging, verlief der Badebetrieb ab dem 24. Juni nach den ersten Lockerungsmassnahmen fast normal. Der Besucherandrang sei zwar nie übermässig stark gewesen, räumte Burkart ein, dennoch habe man den Entschluss, die Badi zu öffnen, nicht bereut. --sus


Eine Saison der besonderen Art

Ein Rückblick auf die Sommersaison in der Badi Muri

Der Saisonstart musste wegen der Coronapandemie auf den 6. Juni verschoben werden. Trotz allen Widrigkeiten rechnet Betriebsleiter Martin Burkart finanziell mit einer schwarzen Null. Im Durchschnitt lag die Auslastung bei 70 Prozent.

Susanne Schild

Begriffe wie «verspäteter Öffnungstermin, virusbedingte Unsicherheit und instabile Wetterlage zu Beginn der Saison» prägten die vergangene Badesaison. Dennoch fällt die Bilanz von Betriebsleiter Martin Burkart positiv aus. Manche Bäder hatten wegen Covid-19 sogar auf eine Öffnung verzichtet. Für die Badi Muri sei das aber keine Option gewesen, streicht Burkart heraus. «Da wir über viel Platz verfügen, konnten die Schutzmassnahmen gut umgesetzt werden.» Ihm als Betriebsleiter war es sehr wichtig, in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft, SLRG, auch in diesem Sommer ein beaufsichtigtes Baden zu ermöglichen. «Auch in diesem Jahr haben sich die meisten Badeunfälle an den Flüssen und Seen ereignet. Teilweise waren diese völlig überlaufen, die Kontrolle dort fehlte.»

Dankbarkeit der Bevölkerung war gross

Trotz allen Turbulenzen habe sich der Aufwand gelohnt, so Burkart. Erst einen Monat später als geplant und mit vielen Auflagen verbunden konnte die Badi geöffnet werden. «Finanziell rechnen wir mit einer schwarzen Null.» Auch 2019 schloss die Jahresrechnung der Genossenschaft mit einem kleinen positiven Ergebnis ab. Damals wurden in Küche, Betrieb und Technik noch nötige Anschaffungen getätigt. Doch nicht nur finanziell habe sich der Aufwand gelohnt, auch die Dankbarkeit der Bevölkerung sei gross gewesen. «Die Leute haben es sehr geschätzt, trotz Covid-19 wieder ein Stück Normalität zurückzuerhalten.» Ab dem 24. Juni kamen dann die ersten Lockerungsmassnahmen. «Jetzt waren nicht mehr zehn Quadratmeter pro Person, sondern nur mehr fünf Quadratmeter vorgeschrieben. Zusätzlich wurden Wasser und Liegefläche als eine Abteilung erfasst, zuvor waren diese getrennt.»

Besucherspitze lag bei 2100 Badegästen

War das Wetter im Mai, als die Badi geschlossen bleiben musste, sehr gut, war man im Eröffnungsmonat Juni mit einer instabilen Wetterlage konfrontiert. «Juli und August hingegen waren Top-Monate», betont Burkart. Im Durchschnitt lag die Auslastung bei 70 Prozent, am 21. August, dem heissesten Tag des Jahres mit 34 Grad, konnten 1800 Besucher gezählt werden. Die Besucher-Spitze erreichte man am 9. August mit 2100 Besuchern. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 40 Prozent weniger Saisonkarten verkauft. Anlässe wie das Vollmondschwimmen und Wettschwimmen wurden in diesem Jahr wegen Corona nicht durchgeführt. Die Schwimmkurse wurden unter Einhaltung des vorgeschriebenen Schutzkonzeptes hingegen durchgeführt. Auch im Gastrobereich mussten einige Anpassungen gemacht werden. Hier war eine zusätzliche Arbeitskraft pro Schicht nötig, um die Schutzmassnahmen einhalten zu können. «Unsere Stammkundschaft hat uns die Treue gehalten, dafür sind wir alle sehr dankbar», betont der Betriebsleiter.

Obwohl die Verunsicherung aufseiten der Badegäste anfangs sehr gross gewesen sei und auch noch während der Saison immer präsent war, konnte diese durch offene Kommunikation und Information weitestgehend ausgeräumt werden. «Wir hatten sehr viele Anrufe, ob wir noch Platz haben und ob die Abstände eingehalten werden können», erinnert sich Martin Burkart zurück. Sobald die Badegäste aber in der Badi waren, habe es nie irgendwelche Reklamationen oder Beschwerden gegeben. «Die Eigenverantwortung war gross. Ohne die Disziplin unserer Badegäste wäre das Ganze nicht machbar gewesen», bedankt sich Martin Burkart bei seinen Besuchern. Das Schutzkonzept sei funktional und realisierbar gewesen. Dennoch bedeutete es einen erheblichen Mehraufwand an Zeit und Personal. «Es mussten viel mehr Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten geleistet werden.» Die Saison verlief abgesehen von einigen Bagatellfällen unfallfrei. «Wir hatten zwar extrem viele Wespenstiche, aber ansonsten zum Glück keinerlei nennenswerte Zwischenfälle. Das ist das A und O, darüber bin ich sehr froh.»

Teameinsatz für eine erfolgreiche Saison

Froh ist Martin Burkart auch, dass er diese turbulente, noch nie da gewesene Badesaison nun überstanden hat. «Am Anfang wusste man tatsächlich nicht, wie alles verlaufen wird.» Doch das Wetter habe mitgespielt, und auch das verantwortungsvolle Verhalten der Badegäste habe einen grossen Teil dazu beigetragen, dass die Saison dennoch positiv verlaufen ist. Ein besonderer Dank des Betriebsleiters geht noch an sein Badi-Team. «Ohne ihren Einsatz hätte das Ergebnis nicht so positiv ausgesehen», ist er überzeugt. Obwohl für die Badegäste die Saison vorbei ist, ist für Martin Burkart noch kein Ende der Arbeit in Sicht. Jetzt heisst es reinigen, reinigen und nochmals reinigen. In den nächsten acht Wochen stehen diverse Unterhaltsarbeiten und Revisionen der mechanischen Teile an, damit im nächsten Jahr das kühle Nass wieder ungetrübt und hoffentlich unter «Normalbedingungen» genossen werden kann.

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