Überraschend überragend
29.10.2024 Sport, HandballEinen Monat vor der Heim-EM siegt die Frauen-Nati sensationell an der Carpati Trophy in Rumänien
Das gab es noch nie: Erstmals sind in der A-Nati der Frauen drei Freiämterinnen mit dabei. Und sie alle sind Teil eines überraschenden Erfolgs. Die ...
Einen Monat vor der Heim-EM siegt die Frauen-Nati sensationell an der Carpati Trophy in Rumänien
Das gab es noch nie: Erstmals sind in der A-Nati der Frauen drei Freiämterinnen mit dabei. Und sie alle sind Teil eines überraschenden Erfolgs. Die Schweizerinnen sind einen Monat vor der heiss erwarteten Heim-EM in Basel in Topform.
Das durfte man so nicht erwarten. Innert nur 42 Stunden gewinnt die Schweiz gegen drei Nationen, die allesamt an der EM dabei sind. Die Türkei (37:26), Rumänien (36:27) und Nordmazedonien (27:22) werden alle geschlagen, phasenweise gar dominiert.
Gleich zwei Freiämter Premierentore
Der Lohn ist der Sieg am Turnier namens Carpati Trophy in Cluj (Rumänien) – und ganz viel Selbstvertrauen für die Heim-Europameisterschaft in Basel in rund einem Monat. Die drei Freiämterinnen, die dabei sind, leisten ihren Beitrag. Allen voran Leistungsträgerin Daphne Gautschi (Muri) überzeugt im Rückraum, erzielt 19 Tore in den drei Spielen. Nora Snedkerud (Widen) leistet am Kreis wertvolle Arbeit, erzielt ein Tor. Es ist auch ihr erstes Länderspieltor. Snedkerud hat auf ihrer Position mit Tabea Schmid starke Konkurrenz. Im Tor ist erstmals die erst 17-jährige Seraina Kuratli (Wohlen) mit dabei.
Logisch, dass es für Debütantin Kuratli eine einzigartige Erfahrung war. «Es war enorm lehrreich. Ich konnte in diesen Tagen sehr viel von den anderen beiden Torhüterinnen abschauen. Ich fühlte mich sehr wohl und wurde super aufgenommen», erzählt Kuratli. Im dritten und letzten Spiel gegen Nordmazedonien (27:22-Sieg) schreibt sie eine besonders schöne Geschichte. Kuratli darf eine Halbzeit lang spielen und überzeugt. Sie hält einen Penalty, zeigt total sechs Paraden und trifft als Krönung auch noch ins verwaiste Tor des Gegners und erzielt ein Tor (ebenfalls eine Premiere). «Dass ich spielen durfte und dann gleich ein paar Erfolgserlebnisse feiern durfte, toppt natürlich alles», sagt die Torfrau von GC Amicitia Zürich glücklich.
Snedkerud: «Ich konnte ganz viel mitnehmen»
Die 19-jährige Nora Snedkerud aus Widen, die bei den Spono Eagles spielt, sagt: «Dieses Turnier war eine coole Erfahrung und eine sehr gute Vorbereitung auf die EM. Das gibt Selbstvertrauen. Wir haben nun erkannt, was schon gut funktioniert und wo es noch Arbeit gibt. Ich konnte aus diesen Tagen ganz viel mitnehmen.»
Aus dem starken Schweizer Kollektiv sticht die dritte Freiämterin in der A-Nati heraus: Daphne Gautschi aus Muri. Im letzten Spiel gegen Nordmazedonien erzielt sie acht Tore, spielt in der Offensive variantenreich und erobert in der Abwehr einige Bälle. Aufgrund dieser überragenden Leistung wird sie zur besten Spielerin ausgezeichnet. Besonders als Nordmazedonien kurz nach dem Seitenwechsel auf 15:15 ausgleicht, zeigt Gautschi im linken Rückraum ihre Klasse und wirft wichtige Tore. Schon gegen Rumänien war die 24-Jährige eine prägende Figur.
Gautschi, die bei Plan de Cuquesin, der höchsten Liga Frankreichs spielt, sagt zu ihrer Leistung: «Mir lief es an diesem Turnier sehr gut. Ich erhielt viel Vertrauen vom Trainer und erhielt viel Spielzeit.» Weiter lobt Gautschi das starke Kollektiv: «Wir haben dank einer ausgewogenen Teamleistung gewonnen. Wir durften viel lernen, konnten uns besser einspielen und es machte grossen Spass. Diese drei souveränen Siege hat niemand von uns erwartet. Nun können wir mit einem sehr guten Gefühl an die Heim-Europameisterschaft.»
Am 29. November beginnt die EM für die Schweizerinnen
Am Montag reiste das Nationalteam zurück in die Schweiz. Mit im Gepäck ein Pokal und viel Selbstvertrauen. In drei Wochen beginnt die unmittelbare EM-Vorbereitung – mit zwei Testspielen gegen Island. Am 29. November steht die EM-Auftaktpartie gegen die Färöer auf dem Programm. Die Vorfreude auf die historische Heim-EM wird mit diesem verheissungsvollen Turniersieg nur noch grösser. Und aus Freiämter Sicht darf man hoffen, dass alle drei Akteurinnen aus der Region mit dabei sind. --spr