Um die Fassade zu wahren
27.03.2026 Muri, KulturMurikultur sammelt Geld, um die Fassade des Singisenflügels zu sanieren
40 Meter lang, 68 Fenster, neun Kellerfenster, zwei Sonnenuhren, zwei Portale, zwei Eingangstüren und ein Relief – das alles unter einem riesigen Dach. So lässt sich das ...
Murikultur sammelt Geld, um die Fassade des Singisenflügels zu sanieren
40 Meter lang, 68 Fenster, neun Kellerfenster, zwei Sonnenuhren, zwei Portale, zwei Eingangstüren und ein Relief – das alles unter einem riesigen Dach. So lässt sich das Äussere des Singisenflügels beschreiben. Im Hinblick auf das 1000-Jahr-Jubiläum des Klosters wird auch der Singisenflügel erneuert. Murikultur sucht nach finanzieller Unterstützung.
Annemarie Keusch
Der Singisenflügel ist Heimat der Kultur. Besonders nach dem Schenkungsversprechen des mittlerweile verstorbenen Dr. Franz Käppeli. Das Museum für medizinhistorische Bücher, das Kloster-Museum, das Museum Caspar Wolf, das Singisenforum, der Singisensaal und das Besucherzentrum. In diesem Bereich des Klosters ist Murikultur zu Hause. «Ein Ort für Begegnung, Musik, Museen, Geschichten und gemeinsame Momente», fassen es die Verantwortlichen auf dem Flyer zusammen.
Seit dem 1. Januar nun gehört der Singisenflügel ganz offiziell der Kulturstiftung. Im Schenkungsversprechen Käppelis hiess es, dass diese Übertragung spätestens Mitte 2027 erfolge. «Nun wünschten sich die Erben, dass dies früher passiert», weiss Cindy Mäder, Geschäftsführerin von Murikultur.
Ein Glücksfall für Murikultur. Neben den vielen Rechten, die damit einhergehen, gibt es aber auch Pflichten. Etwa im Bereich des Gebäudeunterhalts. Im Hinblick auf das grosse Klosterjubiläum 2027 soll das Gebäude nämlich strahlen. Die Pflegi und die Gemeinde haben ihre Bereiche bereits saniert, aktuell steht die Klosterkirche in Gerüsten. Noch dieses Jahr soll auch der Singisenflügel aussen auf Vordermann gebracht werden. «Es ist notwendig», fasst es Mäder pragmatisch zusammen. Speziell die Fensterläden sind teils in schlechtem Zustand. «Wir könnten noch zuwarten, aber natürlich wollen auch wir, dass unsere Fassade im grossen Jubiläumsjahr glänzt», sagt Murikultur-Präsident Röbi Barrer.
Patin eines Fensters werden
Barrer und Mäder wissen, dass das 1000-Jahr-Jubiläum des Klosters für die Finanzierung der Fassadensanierung auch eine Chance ist. «Die Leute sind hoffentlich eher bereit, uns im Hinblick auf dieses grosse Fest zu unterstützen.» 150 000 Franken wird die Sanierung kosten. Gerüst stellen, malen, Fensterläden ablaugen und neu spritzen. Geld dafür aus der Murikultur-Kasse zu nehmen, das kann sich die Kulturinstitution nicht leisten. «Für uns war aber schnell klar, dass wir diesen Stier bei den Hörnern packen und das Geld versuchen zu sammeln», sagt Cindy Mäder. Kanton und Denkmalpflege beteiligen sich mit total 15 Prozent der Kosten. 85 Prozent also bleiben. Geld, das von Freunden, vom Publikum der verschiedenen Veranstaltungsreihen, von der Murianer Bevölkerung kommen soll. «Möglichst breit abgestützt», sagt Röbi Barrer.
Unter dem Titel «So wahren wir die Fassade!» hat Murikultur ein Konzept ausgearbeitet. Wer will, kann Patin oder Pate eines Bauelementes werden. Etwa der 68 Fenster, samt Jalousien, der Kellerfenster, der Portale, der Eingangstüren, der Sonnenuhren, der Reliefs. «So lassen wir eine persönliche emotionale Bindung der Menschen zu diesem Gebäude wachsen», sagt Röbi Barrer. Gerade auch Menschen aus dem Dorf dafür zu gewinnen, das ist das Ziel. «Es ist eine weitere Möglichkeit, den elitären Touch, dieses Vorurteil, weiter zu brechen», fügt der Stiftungsratspräsident an. Der gesamte Stiftungsrat führt dazu Gespräche. «Schon einige Fenster sind verkauft», darf Barrer verkünden.
Süsse Sympathiebekundung
Um das Projekt zu unterstützen, kann man aber auch kleinere Beträge spenden. Ganz einfach via Überweisung. Oder seit letzter Woche mit dem Kauf eines Schokolade-Riegels bei Muri Info. «Eine niederschwellige, süsse Möglichkeit, eine kleine Sympathiebekundung», sagt Cindy Mäder. Auch hier seien die ersten Schritte getan, weitere sollen und müssen folgen. «Wir hoffen, bis im Juni das Geld gesammelt zu haben», sagt Cindy Mäder. Denn schon im Spätsommer soll der Singisenflügel saniert werden. Prognostiziert ist je nach Wetter eine Bauzeit von rund zwei Monaten.
Cindy Mäder und Röbi Barrer sind zuversichtlich, die 150 000 Franken auftreiben zu können. «Das Kloster ist das Wahrzeichen von Muri. Die Identifikation damit ist gross», sagt Cindy Mäder. Kommt hinzu, dass Spenden von den Steuern abgezogen werden können. Alle Spenden ab 200 Franken werden auf einer Ehrentafel vermerkt. Die beiden betonen: «Miteinander erreichen wir dieses Ziel.»
Mehr Infos: www.murikultur.ch. Spenden: IBAN: CH11 0076 1043 5039 3200 4.

