Venus rief Frauen in den Klosterhof
25.06.2024 MuriDie Venus tanzt im Klosterhof
Am vergangenen Sonntag fand der Venus-Frauentag im Klosterhof statt
Die Venus von Muri gibt es nicht. Dafür gab es verschiedene Frauen von Muri, die eine Venus sind. Dies hat die Künstlerin Elisa Bruder in ...
Die Venus tanzt im Klosterhof
Am vergangenen Sonntag fand der Venus-Frauentag im Klosterhof statt
Die Venus von Muri gibt es nicht. Dafür gab es verschiedene Frauen von Muri, die eine Venus sind. Dies hat die Künstlerin Elisa Bruder in ihrem Auftritt zum Ausdruck gebracht.
Brigitte Bürki, welche als Moderatorin durch den Nachmittag führte, kündigte die Performance der Venus an. Irgendwann werde sie auf den Klosterhof tanzen. Sie war im Februar in der Badi aus einem Ei geschlüpft und tanzte an diesem Nachmittag aus dem Klosterflügel bei Muri Tourismus in den Konventgarten.
Sich selbst in der Venus sehen
Entwickelt wurde die Kunstfigur der «Venus im Licht» durch die visuelle Künstlerin Pearlie Frisch. Dabei geht es ihr um den Blick, die verschiedenen Sichten, die wir auf die Venus haben. Ausgehend von der Mythologie, über die Gesellschaft bis hin zum Individuum. Die Figur trägt während ihrer Performance silbrige Teile. «Diese Reflektoren sollen den Betrachter anregen, sich in der Figur zu sehen.» Die Performance bringt den Rollenblick auf die Frau, den wir haben.
Die Rolle der Frau thematisieren
Choreografiert und getanzt wurde der Auftritt von der Künstlerin Elisa Bruder, die zurzeit an der Accademia Teatro Dimitri studiert. Sie beinhaltet den Blick der beiden jungen Frauen auf die Rolle der Frauen. Die Performance war geprägt durch eine Bandbreite von Emotionen. Sie steigerte sich in einen neckischen Auftritt und endete in einem fast trotzigen Lauf rund um die Platane. Ziel der ausdrucksstarken Darbietung war, darauf hinzuweisen, was die Blicke, Fragen und Darstellungen von Frauen zeigen. In der emotionalen Performance brachte sie, wie sie selbst im Anschluss sagte, zum Ausdruck: «Es macht hässig, dass diese Rollendiskussion überhaupt thematisiert werden muss.» Die Ausstellung «Venus von Muri» ist jeweils von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. --vaw
Venus-Frauentag im Klosterhof, Muri
«Wir alle sind Venus von Muri.» Das sagt das Kunstprojekt und die Ausstellung, die in zwei Staffeln im und um das Kloster stattfindet. Am vergangenen Sonntag wurden die Frauen von Muri in den Klosterhof eingeladen. Zu reden, ihre Grossmütter zu ehren, zu töpfern, die Garderobe der Venus zu ergänzen.
Begrüsst von den Kuratoren des Tages, Brigitte Bürgi und Peter Fischer, und von Heidi Holdener, der Geschäftsführerin von Murikultur, wurden die zahlreich anwesenden Frauen und die Handvoll anwesenden Männer eingeladen, die Namen ihrer Grossmütter auf ein Blatt zu schreiben. In der Performance von Judith Huber wurden die Grossmütter begrüsst und gewürdigt. Entstanden ist die Idee der Würdigung aus dem persönlichen Erleben der Künstlerin, dass eine ihrer Grossmütter, «Helene», so gar keinen Platz in den Erinnerungen der Familie hatte. Das hat die Künstlerin angeregt, sich des Themas Würdigung anzunehmen. In ihrer Performance spricht sie die Menschen an und sagt ihnen zum Beispiel: «D Helene isch mini Grossmueter.» Gleichzeitig balancierte sie Latten auf einem Träger. Eine berührende Installation, zu erleben, wo die eigenen Wurzeln sind.
Palavern unter der Platane
Auf den Dorfplatz lud Brigitte Bürgi die Frauen zum Palavern unter der Platane ein. Quasi, um sich auszutauschen. Sie lud alle Anwesenden ein, eine Charakteristik, welche die Venus aus ihrer Sicht haben müsste, mit der Gruppe zu teilen. Daraus stellte sich die Frage, wo sich diese Venus, welche sie charakteristisch erschaffen haben, künftig zeigen kann oder soll. Judith Stadler trug einen Text vor, wie sie das Leben der Venus für sich sieht. Worauf verschiedene Frauen und Männer ihre Ansichten und Aussichten teilten. Esther Tresch Hagenbuch sprach sich dafür aus: «Dranbleiben im Miteinander.» Peter Fischer sprach sich aus «für eine lebenswerte Welt». Das letzte Votum kam von einer mehrfachen Grossmutter. Sie wünschte sich, «dass das Schulsystem überarbeitet wird».
Sich selbst eine Venus erschaffen
Die Alikoner Keramikerin Veronika Müller motivierte die Besuchenden, sich aus schwarzem Ton eine eigene Venus zu erschaffen. Dabei entstanden unterschiedliche Figuren, Gefässe und Skulpturen. Diese werden von Veronika Müller gebrannt und bei der zweiten Ausstellung im Herbst ausgestellt. Im Vorfeld des Frauentags wurden die Frauen dazu eingeladen, ein Kleidungsstück mitzubringen, welches die Garderobe der Venus ergänzt. Diese wurden von der Künstlerin Karola Keusch fotokopiert. Keusch möchte so eine imaginäre Garderobe im Kleiderschrank für die Venus erschaffen, welche die Frauen und Mädchen von Muri widerspiegelt. Mit welcher Weiblichkeit oder Stilnote sich die Garderobe präsentieren wird, das kann ebenfalls in der Ausstellung, welche im Herbst stattfindet, bestaunt werden. Dann werden die «Stücke» als Gesamtwerk gezeigt. Unter dem Motto «Maria trifft Venus» wurde der Tag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Klosterkirche beschlossen. Jessica Zemp, katholische Pfarreiseelsorgerin, und Brigitta Josef, reformierte Pfarrerin, führten durch die Messe, unter der musikalischen Begleitung von Andrea Küng, Muri. --vaw