Simon Moullier bei «Musig im Pflegidach»
Wenn Simon Moullier Vibrafon spielt, beginnt der Raum zu atmen. Klang wird Bewegung, Groove wird Haltung, Jazz wird sinnlich. Am 26. April, 20.30 Uhr, bringt einer der spannendsten Vibrafonisten seiner Generation seine ...
Simon Moullier bei «Musig im Pflegidach»
Wenn Simon Moullier Vibrafon spielt, beginnt der Raum zu atmen. Klang wird Bewegung, Groove wird Haltung, Jazz wird sinnlich. Am 26. April, 20.30 Uhr, bringt einer der spannendsten Vibrafonisten seiner Generation seine Musik zu «Musig im Pflegidach» – intensiv, elegant, hypnotisch.
Moulliers Musik ist körperlich und offen zugleich: erdig und tanzbar, dann wieder weit, lyrisch und schwebend. Seine Kompositionen entstehen aus Rhythmen, Orten und Erinnerungen – von kubanischer Perkussion über brasilianische Wärme bis hin zu spirituellen Momenten aus den Anden. Alles wirkt organisch, nichts behauptet sich unnötig. Es groovt, weil es muss.
Mit seinem aktuellen Projekt «Ceiba» zeigt Moullier, wie modern Jazz heute klingen kann: klar, fokussiert, emotional aufgeladen. Das Vibrafon steht dabei nicht im Vordergrund als Effektinstrument, sondern als erzählende Stimme – warm, präsent, verführerisch. Ein Sound, der gleichzeitig nach Club, Konzertsaal und innerem Kino klingt.
International gefeiert und von Herbie Hancock wie Quincy Jones in höchsten Tönen gelobt, ist Simon Moullier längst kein Geheimtipp mehr – aber live bleibt er ein Erlebnis, das unter die Haut geht. Zum zweiten Mal in Muri.
Nicht erklärt, sondern gespürt
An seiner Seite steht eine Band, die diese Musik nicht nur trägt, sondern mitformt: Pianist Lex Korten gehört zur jungen New Yorker Szene, die Tradition und Gegenwart mühelos verbindet – sein Spiel ist klar, strukturiert und voller subtiler Überraschungen. Bassist Mats Sandahl sorgt für das Fundament, das flexibel bleibt – warm im Ton, rhythmisch präzise und mit einem Gespür für Dynamik. Am Schlagzeug bringt JK Kim eine energetische, detailreiche Sprache ein, die Groove und Textur denkt – mal treibend, mal atmend, immer im Dienst des Kollektivs.
Gemeinsam entsteht ein Bandsound, der nicht begleitet, sondern atmet, reagiert, erzählt. Ein Abend für offene Ohren, wache Körper und neugierige Seelen. Jazz, der nicht erklärt werden will – sondern gespürt.
--red
Weitere Informationen und Tickets: www.murikultur.ch