Vom Lehrling zum Firmenchef
16.01.2026 Gewerbe, WohlenDie Erfolgsleiter empor
Kasimir Meyer AG und Simone Iannantuoni
Ein ganzes Vierteljahrhundert lang ist er eine Stütze der Kasimir Meyer AG in Wohlen. Kaum hatte er die Lehre als Offsetdrucker beim Wohler Unternehmen absolviert, kehrte er nach einem ...
Die Erfolgsleiter empor
Kasimir Meyer AG und Simone Iannantuoni
Ein ganzes Vierteljahrhundert lang ist er eine Stütze der Kasimir Meyer AG in Wohlen. Kaum hatte er die Lehre als Offsetdrucker beim Wohler Unternehmen absolviert, kehrte er nach einem kurzen Abstecher zurück. Die Rede ist von Simone Iannantuoni, der bei «Kasi» Karriere machte vom Lehrling zum Geschäftsführer. Und jetzt feiert er sein 25-Jahr-Firmenjubiläum.
Kasimir Meyer AG: Geschäftsführer Simone Iannantuoni feierte sein 25-Jahr-Jubiläum
Seit einem Vierteljahrhundert ist für Simone Iannantuoni die Kasimir Meyer AG eine Herzensangelegenheit. Sein 25-Jahr-Jubiläum erfüllt ihn mit Stolz. Denn auch sein Werdegang ist bemerkenswert: Einst als Drucker-Stift gestartet, ist er mittlerweile Geschäftsführer der Firma «Kasi».
Daniel Marti
Sein Werdegang ist speziell und in der heutigen Zeit alles andere als alltäglich. Vor allem in der Druckereibranche, die in den letzten Jahrzehnten einem grossen Wandel ausgesetzt war, sind Konstanz und Kontinuität eher eine Seltenheit. Simone Iannantuoni bringt das alles mit – Kontinuität und eine grosse Treue zur Kasimir Meyer AG. Beim Wohler Traditionsunternehmen durfte der 46-Jährige kürzlich sein 25-Jahr-Jubiläum feiern. Und bei «Kasi» lernte er so ziemlich alles rund ums Drucken – und schaffte es kontinuierlich die Erfolgsleiter empor. Vom Offsetdrucker-Stift über die Stufe als Abteilungsleiter bis hin zum Geschäftsführer. Ein bemerkenswerter Werdegang.
«Ich konnte mich in dieser Firma stets weiterentwickeln», erklärt er seine grosse Treue. «Zudem hat die Branche in dieser Zeit einen grossen Wandel erfahren, die Firma Kasimir Meyer AG hat diesen Wandel mitgemacht. Und davon konnte auch ich profitieren.» Dafür sei er auch dankbar. Vieles habe er sich im Unternehmen mit «Learning by doing» aneignen können, so Simone Iannantuoni. Zudem absolvierte er eine Kaderschule.
«Mit viel Respekt vor der grossen Verantwortung»
Bei der starken Bindung zur Firma Kasimir Meyer AG spielte anfänglich auch der Zufall mit. Ein Banker habe ihm geraten, das mit der geplanten KV-Lehre sein zu lassen, erinnert er sich. Und so meldete sich Iannantuoni bei der Kasimir Meyer AG für einen Schnuppertag. «Das hat gepasst», blickt er zurück. Und er bekam die Lehrstelle. Ende der 90er-Jahre absolvierte er die Lehre als Offsetdrucker. Er fühlte sich da schon wohl bei «Kasi», wechselte danach aber nach Wettingen. Ende 2000 klopfte sein einstiger Lehrbetrieb wieder an. Simone Iannantuoni, damals in Dottikon wohnhaft, sagte sofort zu. Ziemlich rasch begann der Aufstieg: Stellvertretender Abteilungsleiter, Abteilungsleiter Druck, Kadermitglied, nach zehn Jahren kam die Leitung der Abteilung Weiterverarbeitung noch dazu. Ab 2019 übernahm er die gesamte Produktionsleitung.
Und im Oktober 2021 kam von den Eigentümern die Anfrage, ob er die gesamte Geschäftsleitung übernehmen möchte. Das tat er gerne und mit Freude. «Aber auch mit viel Respekt vor der grossen Verantwortung», betont er. Der neue Geschäftsführer und Technische Leiter wusste über das Unternehmen damals seit über 20 Jahren bestens Bescheid. «Ich kannte die Angestellten sehr gut, und ich wusste sofort: Das können wir packen», blickt er zurück.
Er war sich auch bewusst, dass er von nun an viele Entscheidungen treffen musste, «die nicht immer einfach sind». Denn die Branche war und ist im Wandel. Aber Simone Iannantuoni hat seinen Entscheid noch nie bereut. «Ich fühle mich in dieser Firma wie zu Hause.» Denn die Firma «Kasi» habe einfach etwas Spezielles, und die starke Bindung untereinander zeichnet das Team aus.
Strategiewechsel war wegweisend
Und diese Stärke hat ausgemacht, dass sich die Kasimir Meyer AG in einem keineswegs leichten Umfeld stets behaupten konnte. Die Branche ist seit Jahren im Umbruch, und nicht alle Firmen überstanden den Überlebenskampf. Die Kasimir Meyer AG konnte sich eindrücklich behaupten. Wichtig und wegweisend sei der Entscheid vor knapp zehn Jahren gewesen, blickt Iannantuoni zurück. «Da sind wir den Weg in den hochqualitativen Digitaldruck gegangen. Das war entscheidend.» Hinzu kamen die verstärkten Veredelungen und die Spezialisierung. In den letzten beiden Jahren hat man auch bei der Weiterverarbeitung einen Schritt vorwärtsgemacht.
«Der Strategiewechsel war wichtig, und er ging stets weiter voran», sagt er noch. So wurde ab dem Jahr 2014 kräftig in den Digitaldruck investiert. Die Anschaffung einer Grossformat-B2-HP-Indigo war ein wichtiger Schritt. Eine Millioneninvestition. Und damals eine Premiere in der Schweiz. So wurde aus der Kasimir Meyer AG ein Nischenplayer. «Inzwischen sind wir beides, Nischenplayer und ein Unternehmen für den normalen Druck, von der Visitenkarte bis zum hochwertigen Buch.» Und «Kasi» sei so vielfältig, dass praktisch alle Wünsche der Kundschaft im Haus gelöst werden können.
Von «Lust auf Print» zu «Print belebt»
Tendenziell sei man schon eher in den spezialisierten Nischen unterwegs, räumt Simone Iannantuoni ein. Der Standarddruck sei jedoch wichtig, um die Kapazitäten auszulasten. Mit diesem spezialisierten und breiten Angebot wurde einerseits das Einzugsgebiet bis nach Basel, Zürich und Luzern erweitert, «andererseits haben wir dank dem grossen Kundenstamm kein Klumpenrisiko».
Aus der Philosophie «Lust auf Print» wurde «Print belebt». Das passe besser zur Gegenwart und zur Zukunft, sagt der Geschäftsführer. «Wir wollen den Print tatsächlich beleben und wir wollen immer etwas bewegen.»
Verschiedenste Veredelungs- und Fertigungsmöglichkeiten wie Folienprägungen, 3D-Lackierungen, Lasergravuren, Steppstiftheftungen bis zu komplexen Buchbindearten und noch vieles mehr. Die Palette ist riesig, damit alle Kundenbedürfnisse erfüllt werden können. Dazu benötigt der Geschäftsführer ein professionelles Team mit viel Erfahrung an seiner Seite. Rund 35 Angestellte zählt die Kasimir Meyer AG, darunter fünf Lehrlinge. Und die Lernenden sollen gut ausgebildet werden, damit sie rasch mitproduzieren können. So wie einst Simone Iannantuoni selbst. Von diesem Werteempfinden konnte er vor bald 30 Jahren profitieren – und darum lebt er diese Philosophie gerne weiter.
Optimieren, investieren und weiterentwickeln
Auch darum glaubt der «Kasi»-Geschäftsführer auch an den Print. Die Welt werde auch in Zukunft nicht nur digital sein. Vielleicht gebe es sogar eine Zurück-Besinnung, glaubt er. «Denn auch junge Menschen wollen ein Produkt wieder in den Händen halten können.» Darum werde es in den nächsten zehn Jahren nicht erneut einen so grossen Wandel geben wie in der jüngsten Vergangenheit, prognostiziert er. «Trotzdem arbeiten wir daran, alle Abläufe zu optimieren. Effizienter zu werden, ist immer ein Thema.» Das bedeute aber nicht etwa nur sparen zu wollen, «sondern wir wollen uns stetig weiterentwickeln».
So stehen bald wieder Investitionen an. Top-Qualität zu bieten, das sei ein Ziel aller Anbieter der Branche. Damit gibt sich Simone Iannantuoni nicht zufrieden. «Wir wollen qualitativ hochwertige Produkte und Lösungen anbieten, und wir können in unserem Haus von der Beratung bis zur Realisation alles anbieten.» Innovationskraft, Qualitätsmanagement und Prozesssicherheit sind dabei garantiert – dies entspricht den Zielen des Firmenchefs. «Denn ganz ehrlich», sagt er, «geht nicht, gibt es bei uns nicht.»


