Aktuelles Programm im Kino Mansarde
1971 sorgte ein indischer Guru im Urner Dorf Seelisberg für grosse Aufregung, der Dokfilm «Namaste Seelisberg» blickt zurück, während «La Grazia» den italienischen Präsidenten vor Fragen stellt ...
Aktuelles Programm im Kino Mansarde
1971 sorgte ein indischer Guru im Urner Dorf Seelisberg für grosse Aufregung, der Dokfilm «Namaste Seelisberg» blickt zurück, während «La Grazia» den italienischen Präsidenten vor Fragen stellt und Isabelle Huppert in «La femme la plus riche du monde» als reichste Frau der Welt brilliert.
Marianne (Isabelle Huppert) gilt als die reichste Frau der Welt. Bei einem Fotoshooting begegnet ihr Pierre-Alain, ein Pariser Dandy zwischen Schreibmaschine und Kamera. Dieser verschwindet so schnell nicht mehr aus ihrem Leben und aus der unerwarteten Begegnung wächst eine enge Freundschaft, die Bewunderung und Irritation zugleich auslöst.
Während die Öffentlichkeit rätselt, sorgt die neue Nähe für Unruhe im engsten Kreis: Besonders Mariannes Tochter misstraut dem charismatischen Begleiter, dessen Beziehung zu Geld so leidenschaftlich ist wie sein Auftreten. «La femme la plus riche du monde» ist in Muri am Donnerstag 16. April, 18 Uhr, und am Freitag, 17. April, 20.30 Uhr, zu sehen.
Als ein indischer Guru in der Innerschweiz das Fliegen lernte
Direkt oberhalb der Rütli-Wiese, hoch über dem Vierwaldstättersee, liegt das idyllische Seelisberg. 1971 nimmt der indische Guru Maharishi Mahesh Yogi das Dorf samt zwei geschichtsträchtigen Hotelanlagen für sich und seine als Sekte verschriene Bewegung in Beschlag. Die Einheimischen laufen Sturm, bitten selbst den Bundesrat um Hilfe. Vergeblich. Seelisberg wird zum Hauptquartier der «Transzendentalen Meditations-Bewegung», der Prominente wie The Beatles oder Mia Farrow folgen. Bald ist der Culture Clash im Urner Alpenidyll für niemanden mehr zu übersehen – zu Tausenden pilgern Anhängerinnen und Anhänger des gewieften, finanzkräftigen Gurus nach Seelisberg.
Heute, 55 Jahre später, steht das Dorf erneut vor einem tiefgreifenden Wandel: Die TM-Bewegung verlässt Seelisberg und ein Schweizer Immobilienunternehmen plant die historischen Hotelanlagen zu restaurieren. «Namaste Seelisberg» ist eine spannende Zeitgeschichte vom Urner Dokfilmer Felice Zenoni und in Muri am Freitag, 17. April, 18 Uhr, zu sehen.
In der moralischen Zwickmühle
In Paolo Sorrentinos neustem Werk «La Grazia» geht es um den fiktiven Präsidenten Italiens, Mariano De Santis. Er ist Witwer, gläubiger Katholik und lebt mit seiner Tochter Dorotea zusammen, die wie er Rechtswissenschaftlerin ist. Gegen Ende seiner Amtszeit erwartet ihn eine letzte Verantwortung: die Entscheidung über zwei heikle Gnadengesuche. Diese Fälle stellen ihn vor schwerwiegende moralische Dilemmata, die eng mit seinem persönlichen Leben verwoben sind und sich kaum voneinander zu trennen scheinen. Während Zweifel an ihm nagen, ringt er mit den Fragen von Recht, Gerechtigkeit und Verantwortung. Der Film läuft in Muri am Donnerstag 16. April, 20.30 Uhr. --zg