Wie ein grosses Mosaik
05.09.2023 MuriDen Altersjubilaren wurde für ihr Wirken in der Gemeinde Muri gedankt
Traditionell lädt die Gemeinde die Altersjubilare am ersten Samstag im September zum gemeinsamen Mittagessen ein. Dabei schwelgten alle Anwesenden in Erinnerungen.
...Den Altersjubilaren wurde für ihr Wirken in der Gemeinde Muri gedankt
Traditionell lädt die Gemeinde die Altersjubilare am ersten Samstag im September zum gemeinsamen Mittagessen ein. Dabei schwelgten alle Anwesenden in Erinnerungen.
Celeste Blanc
Es sind Anekdoten und Geschichten, die zwar im Kleinen, im Privaten passieren, in ihrer Summe aber eine grosse Wirkung entfalten. Auf das Leben im Dorf, auf dessen Entwicklung und auf künftige Generationen. Unter diesem Blickpunkt begrüsste Gemeinderat Daniel Räber die anwesenden Altersjubilare, die in diesem Jahr ihren 80., 85., 90., 95. oder 100. Geburtstag feiern. «Heute ist Muri vielseitig und lebenswert. Und das, weil Sie als Menschen das Dorfleben mitgeprägt haben», so Räber, der für dieses Wirken in Anwesenheit seiner Gemeinderatskollegen dankte.
Schöne Überraschungen
Die Altersjubilarenfeier hat in Muri seit vielen Jahren Tradition. An dieser Feierlichkeit verbringen die gewürdigten Personen gemeinsam mit dem Gemeinderat schöne Stunden, in denen gelacht, geplaudert und sich ausgetauscht wird. So auch an diesem schönen spätsommerlichen Samstag, der mit einem Apéro draussen vor dem St.Martin startete.
Während Flötistin Evamarie Felder auf der Querflöte diesen musikalisch umrahmte, stiessen die 27 Seniorinnen und Senioren nebst Daniel Räber auch mit den Gemeinderäten Beat Küng, Milly Stöckli, Carolynn Handschin, Gemeindeschreiber Severin Bättig und Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger an. Obwohl viele der Anwesenden einen Grossteil ihres Lebens in Muri verbracht haben und sich teilweise seit Jahrzehnten kennen, hielt diese Zusammenkunft die eine oder andere Überraschung bereit. So etwa für Robert Barrer, der heuer seinen 85. Geburtstag feiert. «Mit wem ich heute am Tisch sitze, ist einfach unglaublich», lacht er und zeigt auf seinen Sitznachbarn, Herbert Küng. Damals in den 1950er-Jahren habe man gemeinsam Militärdienst geleistet. Und am Tisch hinter sich zeigt Barrer auf den ehemaligen Brautführer, Herbert «Schmied» Rüttimann, die sich seit der Jugend kennen und gemeinsam im Skiclub waren.«Nun haben wir Zeit, in alten Erinnerungen zu schwelgen.»
Anekdoten aus dem Leben
In alten Erinnerungen schwelgt auch Gemeinderat Räber. Gewürdigt werden die Altersjubilare mit persönlichen Anekdoten und Einblicke in ihr Wirken, welches sie für die Gemeinde geleistet haben. Dabei dankt er unter anderem Marlies Handschin. Ihr Mann Heinz war Gründungsmitglied des Tennisclubs Muri gewesen, in dem Marlies Handschin 50 Jahre lang Tennisunterricht gab. Und das bis ins hohe Alter von 80 Jahren. «Der Geist ist da, der Körper mag langsam nicht mehr», lacht die rüstige 85-Jährige. Viele dieser Rückblicke aus den Leben der Seniorinnen und Senioren zeigten auf, wie die Dorfbewohnerinnen und -bewohner vielseitigen Einfluss auf die Gesellschaft hatten. Unter ihnen zu nennen ist Herbert Küng, der 33 Jahre eine Bäckerei im Muri-Dorf führte und diese übergeben hatte. «Und damit den Grundstein legte für 36 Jahre Bäckerei Bütler», so Räber. Auch Gertrud Stalder, die sich mit Mitte 40 noch zur Sozialarbeiterin ausbilden liess, hat die erste Beratungsstelle der Pro Senectute in Muri mitaufgebaut. Oder etwa Esther Leu, die Gemeinderat Räber hat aufwachsen sehen. «Damals sah das Quartier ganz anders aus als heute. Es gab für euch Kinder viel mehr Platz zum Spielen», erzählt sie. Zum Dank wurden allen Anwesenden «Schoggitaler» durch die Gemeinderäte als Geschenk überreicht, bevor man den Nachmittag bei lüpfiger Musik gemeinsam ausklingen liess.
Vielfalt im Dorf zelebrieren
Für Gemeinderat Daniel Räber, der dem Ressort Gesellschaft, Gesundheit und Soziales vorsteht, ist dieser Anlass eine wunderbare Gelegenheit, auf die Vielfalt im Dorf zu blicken. «Das Dorfleben ist wie ein grosses Mosaik, das aus unzähligen kleinen Teilen besteht. Menschen engagieren sich in Vereinen, in der Industrie, tragen zur Geselligkeit bei oder erziehen mit ihren Kindern künftige Personen, die sich wiederum engagieren», so Räber. «Sie haben Muri auf ihre Art und Weise einen Stempel aufgedrückt.»