Impulsgespräch im Singisensaal und Schubert-Klavierrezital im Festsaal
Zwei schweizweit bekannte Persönlichkeiten befassen sich am Samstag, 14. März, gedanklich und musikalisch mit den Themen von Trauer und Trost: Peter Schneider, Psychoanalytiker und ...
Impulsgespräch im Singisensaal und Schubert-Klavierrezital im Festsaal
Zwei schweizweit bekannte Persönlichkeiten befassen sich am Samstag, 14. März, gedanklich und musikalisch mit den Themen von Trauer und Trost: Peter Schneider, Psychoanalytiker und Autor, sowie Oliver Schnyder, Pianist und Schubert-Spezialist, versprechen einen ebenso einfühlsam-bereichernden wie eindrücklichen Abend.
Beim Klavierrezital um 19.30 Uhr im Festsaal Muri präsentiert Oliver Schnyder die letzten beiden Klaviersonaten von Franz Schubert. Entstanden sind sie nur wenige Monate vor dessen frühem Tod im zarten Alter von 31 Jahren. Diese Werke zeichnen sich durch lyrische Tiefe, harmonische Kühnheit und emotionale Bandbreite aus, die Schuberts reife Meisterschaft widerspiegeln.
Kontraste in Dur und Moll
Der Einstieg ins Konzert mit der Sonate in A-Dur beginnt kraftvoll und dominant. Schon bald weicht dieses Thema aber einem bezaubernden Motiv, das sich zunehmend durchsetzt. Der zweite Satz durchbricht diese helle Stimmung mit seiner melancholischen Tonalität und einem fatalistischen Anklang. Der letzte Satz stellt diesem wiederum eine tänzerische Energie gegenüber. Die Sonate in B-Dur beginnt in zögernder Art, melancholisch und lyrisch. Die Zeit scheint stillzustehen.
Mit den abschliessenden Sätzen, einem Scherzo und einem Allegro, lässt Schubert das Schwermütige hinter sich und schliesst in munteren Dur-Klängen.
Es gelingt Schubert, in diese Sonaten die ganze Zerbrechlichkeit des Lebens zu legen, seine Schönheit und seine schweren Seiten. Es ist eine Musik, die tief berührt, aufwühlt und tröstet zugleich. Mit seinem feinsinnigen Spiel lädt Oliver Schnyder das Publikum ein, sich auf diese emotionale Reise einzulassen.
Im vorangehenden Impulsgespräch um 16.30 Uhr im Singisensaal diskutieren der Psychoanalytiker und Autor Peter Schneider und der Pianist Oliver Schnyder, wie Trauererfahrungen erlebt, verarbeitet und gelindert werden können. Dabei rücken die psychologischen Mechanismen von Trauer und die Sehnsucht nach Trost in den Fokus.
Das Gespräch, moderiert von Ressortleiter Pascal Hüppi, ist ebenso Einstimmung auf das nachfolgende Konzert wie eigenständiger Anlass.
«Puls von Muri»
Die Emotion «Trauer» bildet mit dem letzten Konzert zum Thema «Trost» den frühzeitigen Abschluss des Zyklus «Puls von Muri». Der Zyklus begann mit der Emotion «Angst» und schritt dann zur «Wut» und schliesslich zur «Trauer» fort.
Mit mehreren Konzerten wird bei jedem Abschnitt das jeweilige Gefühl musikalisch durchleuchtet, in der Regel begleitet von einem Impulsgespräch, das für eine breitere Perspektive sorgt. --zg
Weitere Informationen zu Murikultur und zu den Konzerten sind online zu finden unter www.murikultur.ch.