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17.03.2026 MuriJahresbericht der ARA Muri: Rückblick auf das Jahr 2025 mit einem Highlight
Bis Mitte letzten Jahres wurden die ARA Muri saniert und eine neue Reinigungsstufe eingebaut, dies hatte Einfluss auf den Betrieb. Aus dem Bericht von Klärmeister Clemens Schaffhauser ...
Jahresbericht der ARA Muri: Rückblick auf das Jahr 2025 mit einem Highlight
Bis Mitte letzten Jahres wurden die ARA Muri saniert und eine neue Reinigungsstufe eingebaut, dies hatte Einfluss auf den Betrieb. Aus dem Bericht von Klärmeister Clemens Schaffhauser ist zu entnehmen, dass der Tag der offenen Türe ein Highlight war. Er zeigt, wie wichtig Dialog und Transparenz sind.
Verena Anna Wigger
Mit dem Einbau der neuen Reinigungsstufe kann das Wasser, das aus der ARA Muri fliesst, unbesorgt wieder der Bünz zugeführt werden. Die neue Reinigungsstufe eliminiert dabei die Mikroverunreinigungen. Davon konnten sich die Besucher anlässlich des Tags der offenen Türe überzeugen. Schaffhauser sagt, dass Transparenz und Dialog wichtig seien. Das Bewusstsein, was ins Abwasser darf und was anderweitig entsorgt werden soll, fehle manchmal. Dazu haben die ARA und die Gemeinde in der Broschüre der Abwasserreinigungsanlage eine Seite eingefügt, die zeigt, warum Wasser ein wertvoller Stoff ist. Die Broschüre kann auf der Website der Gemeinde heruntergeladen werden. Dazu sind Klärmeister und Kläranlage offen für Besucher, wie auch Schulklassen oder Gruppen.
Strom erzeugen und Strombedarf decken
Das Betriebsjahr ist geprägt von höheren Belastungen im Zulauf. Dennoch sei es ein gutes Jahr gewesen, da weniger Wasser geliefert wurde, erklärt Schaffhauser. Eine höhere Belastung bringe mehr Gas, das produziert werde, aber auch mehr Abfall, der verbrannt werden müsse.
Gasproduktion für eigenen Energiebedarf
Erfreulich sei, dass die Gasproduktion mengenmässig stabil und die Qualität des Gases verbessert werden konnte, ist dem Jahresbericht zu entnehmen. Dies wirke sich positiv auf die Stromproduktion aus. Das Blockheizkraftwerk produzierte 187 333 Kilowattstunden Strom. Zusätzlich liefert die Photovoltaikanlage 22 880 Kilowattstunden. Insgesamt konnten damit rund 48 Prozent des Strombedarfs selbst abgedeckt werden.
Betrieb aufrechterhalten und Sanierung abgeschlossen
Durch die neue Reinigungsstufe mit granuliertem Aktivkohlefilter steigt der Stromverbrauch. Dennoch konnten durch die Eigenproduktion und die gesunkenen Strompreise die Stromkosten gesenkt werden. Clemens Schaffhauser, der im dritten Jahr als Klärmeister der ARA Muri tätig ist, geniesst es, dass der Bau und die Sanierung abgeschlossen sind. «So können wir unsere Arbeit wieder vertiefen», sagt er.
Während der Bauarbeiten war ihr primäres Ziel, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Dies konnten sie mit einem gewissen Mehraufwand bewerkstelligen. «Das ging nicht spurlos vorbei», sagt Schaffhauser. Da sei es gut gewesen, sich in der Freizeit in der Natur zu bewegen und den Kopf zu lüften. Er schätzt auch den Kontakt und Austausch zu seinen Klärwärterkollegen aus dem Kanton Aargau. Da findet ein Austausch statt. «Man muss nur den Mut dazu haben», sagt der Murianer.
Wartungs- und Reparaturarbeiten gehören dazu
Zusätzlich wurden auch kleinere Sanierungsarbeiten an den Anlagen vorgenommen. Dazu gehört die periodische Strominspektion. Sie findet alle zehn Jahre statt. Dabei wird die ganze Anlage bis ins Detail kontrolliert und geprüft. Da aber in der Bau- und Sanierungsphase bereits einiges ersetzt wurde, mussten nur geringe Anpassungen vorgenommen werden.
Neben den ordentlichen Wartungsarbeiten kamen mehrere Reparaturen und Ersatzbeschaffungen dazu. So mussten beim Pumpwerk «Türmele» zwei Pumpen ersetzt werden. Diese sind in die Jahre gekommen. «Die Pumpen sind jeweils eher günstig beim Ersetzen», klärt Schaffhauser auf. Die gesamten Einbau- und Ausbauarbeiten sowie die Verankerungen trugen mehr zu den Kosten bei.
Betriebsstörungen seien nur vereinzelt aufgetreten. Die meisten seien während der regulären Arbeitszeiten behoben worden. «Das können wir auch steuern», so Schaffhauser. Nur wenn es notwendig sei, werde nach dem Betrieb ausgerückt. Lediglich vier Ereignisse hätten einen Einsatz ausserhalb der Arbeitszeiten erfordert. Hier schätzt der Klärmeister die Unterstützung der zeitgemässen Überwachung und den Ausbau der Anlage.
Zur zusätzlichen Absicherung des Betriebs ist per Ende Jahr mit der Abwasserreinigungsanlage Wohlen eine gegenseitige Unterstützung bei Personalengpässen vereinbart worden. Damit würde die Betriebssicherheit gestärkt.
Kadaversammelstelle mit neuer Kühlung
An die der ARA angeschlossenen Kadaversammelstelle der Gemeinden Muri, Buttwil, Geltwil und Bettwil wurden rund zehn Prozent mehr angeliefert. Im Oktober wurde die veraltete Kühlanlage ersetzt. Mit der neuen Anlage sei der Betrieb langfristig gesichert, heisst es im Bericht.
Informationen: www.muri.ch/ara.


