Willkommen im Abstiegskampf

Fr, 23. Okt. 2020
Muri knallt auf den Boden der Realität. Im Bild: Daniele Garofalo, der Innenverteidiger, der zum Stürmer unfunktioniert wurde. Bild: awa

Fussball, 2. Liga inter: Muri verliert in Einsiedeln 3:1 und ist gegen Pajde unter Zugzwang

Eine desolate Leistung in Einsiedeln katapultiert die Murianer in den Abstiegskampf. «Wir stecken in einem Loch und müssen da gemeinsam wieder rausfinden», so Trainer Piu. Gegen Kellerkind NK Pajde muss ein Sieg her.

Stefan Sprenger

Die Meinungen zum Auftritt in Einsiedeln decken sich. «Es war ein Abend zum Vergessen», sagt Trainer Piu. «Defensiv waren wir am Schwimmen, offensiv hatten wir kaum Ideen. Eine ganz schlechte Leistung», meint der Goalie und sportliche Leiter Yanick Hofer. «Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Eine schlechte Leistung. Es ist eine Verunsicherung zu spüren», sagt Spielerpräsident Michael Stadelmann.

Defensiv wacklig, offensiv ideenlos

In Einsiedeln spielen die Murianer ohne Esprit. Der Gegner steht tief, ist aggressiv, kämpferisch und konterstark. Nach 17 Minuten und einem langen Ball in die Offensive steht es 1:0 für das Heimteam. Immerhin: Der FC Muri reagiert sofort. Zwei Minuten später trifft Simone Parente zum 1:1. Es ist das einzige Highlight aus Murianer Sicht. Nach einer halben Stunde – und einem zu kurz geratenen Rückpass von Reto Brügger – gelingt Einsiedeln das 2:1. «Wir leisteten uns enorm viele Fehler», meint Goalie Yanick Hofer, der im Anschluss mit einigen Paraden das 3:1 verhindern konnte.

Die zweite Halbzeit ist besser – aber immer noch zu wenig, um Punkte zu holen. Defensiv wacklig, offensiv ideenlos und mit wenig Durchschlagskraft. In der 78. Minute kontert Einsiedeln. Goalie Hofer kann sich nur noch mit einem Foul helfen. Penalty. 3:1. Die endgültige Entscheidung. «Eine verdiente Niederlage. Wir haben unsere Leistung nicht gebracht», so der verletzte Spielerpräsident Michael Stadelmann.

Grobes Problem in der Offensive

Die Murianer stecken in der Krise. Vor der Saison wollte man vorne mitspielen. Die Realität ist ernüchternd. Neun Spiele, drei Siege, fünf Pleiten – und ein Unentschieden. Zehn Punkte hat man auf dem Konto, zehn Punkte Rückstand sind es auf Leader Lachen/ Altendorf. Auf Aegeri, das auf einem Abstiegsplatz liegt, beträgt der Vorsprung nur vier Punkte. Willkommen im Abstiegskampf. «Wir sind in einer Krise, in einem Loch. Wir müssen zusammen da wieder herausfinden – und zwar schnell», meint Trainer Piu.

Wieso zeigen die Murianer eine bislang so enttäuschende Vorrunde? Spielerpräsident Stadelmann erklärt: «In einigen Spielen ist vieles gegen uns gelaufen. Es gibt zwei, drei Spiele, die wir unbedingt gewinnen sollten, wo wir aber unnötig Punkte liegen lassen. Ein grosses Problem sind die vielen Verletzten und die wenigen Stürmer.»

Muri kämpft in dieser Saison mit vielen verletzten Spielern. Und die Klosterdörfler haben ein gröberes Offensivproblem. Dies hat schon früh angefangen. Stürmer Nedim Brzina verliess den FC Muri nach nur einem Spiel. «Sein Berater war der Meinung, es bringt nichts in Muri», so Goalie und sportlicher Leiter Hofer. Nun spielt er in Willisau in der 2. Liga interregional. Ebenfalls weg ist Offensivspieler Stephen Peacock. «Er war der Meinung, dass er nicht genug fit ist, um uns zu helfen», sagt Hofer. Und vor wenigen Wochen verletzt sich Sandro Ravelli schwer am Knie und fällt wohl über ein Jahr aus. So kommt es, dass mit Daniele Garofalo ein Innenverteidiger im Sturm ranmuss. «Offensiv müssen wir etwas tun in der Winterpause», so Hofer. Immerhin: Mit Loris Völker kehrt ein Torgarant in der Rückrunde aus einer Verletzungspause zurück. Ebenfalls im neuen Jahr wird mit dem Wohler Jan Burkard ein junger Verteidiger dabei sein, der als grosses Talent gilt – allerdings durch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen wurde.

Kein grosses Aufrüsten

Es kommt auf der Brühl nicht zu einem grossen Aufrüsten im Winter. Das Team wird zusammenbleiben. «Es wird höchstens punktuell eine Veränderung geben», meint Präsident Stadelmann. «Im Angriff braucht es sicher Verstärkung.» Ansonsten sieht er nur wenig Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt.

Gegen Pajde unbedingt gewinnen

Der FC Muri hat noch drei Spiele vor sich bis zur Winterpause. Vorne mitspielen bleibt das Ziel. Das ist möglich, wenn der FC Muri mit dem Siegen beginnt. Am Samstag (18 Uhr) geht es auswärts zu NK Pajde nach Möhlin. Dort ist Dejan Rakitic, der Bruder von Fussballstar Ivan Rakitic, seit diesem Sommer nicht mehr Trainer. Dies scheint sich negativ auf den Verein auszuwirken (wohl auch auf finanzieller Ebene). Denn der Tabellenvorletzte Pajde hat in dieser Saison Mühe. Nach acht Spielen hat das Team erst einen Punkt – und 37 Gegentore kassiert. «Die sollten wir ohne Probleme schlagen. Aber wir müssen unsere Leistung auf den Platz bringen, sonst wird es auch gegen Pajde schwierig», so Stadelmann.

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