«Zäme» fürs Klosterjubiläum
13.03.2026 MuriNoch genau ein Jahr bleibt
Am 13. März 2027 fällt der Startschuss zu einem reich befrachteten Klosterjubiläumsjahr
1000 Jahre Kloster Muri. Die Vorbereitungen laufen in verschiedenen Bereichen seit vielen Jahren. Nun rückt ...
Noch genau ein Jahr bleibt
Am 13. März 2027 fällt der Startschuss zu einem reich befrachteten Klosterjubiläumsjahr
1000 Jahre Kloster Muri. Die Vorbereitungen laufen in verschiedenen Bereichen seit vielen Jahren. Nun rückt das grosse Jubiläum näher. «Vorfreude und Anspannung steigen», sagt Hans-Peter Budmiger, Präsident des Vereins «Gedenkjahr 1000 Jahre Kloster Muri».
Annemarie Keusch
Es ist eine Auswahl. Um alles zu nennen, was 2027 rund um das Jubiläum des Klosters Muri geplant ist, bräuchte auch Hans-Peter Budmiger eine Tabelle. Obwohl er als Präsident des Vereins «Gedenkjahr 1000 Jahre Kloster Muri» alle Pläne kennt. Eine Briefmarke wird es geben, eine Velotour nach Muri-Gries, ein Äbtetreffen. Die Ortsbürger lancieren einen Klosterweg, eine Ausstellung lässt die Geschichte des Klosters in tausend Schritten rund um die Anlage erleben. Auf dem Klosterhof wird aus dem Radiostudio gesendet. Und Mitte August verwandeln sich die Marktstrasse und das Klosterareal in eine einzige Festhütte. Und, und, und.
Just in einem Jahr ist der offizielle Auftakt geplant – mit Eröffnung des Klosterpavillons, mit Lancierung des Radios, mit Festgottesdienst am Tag darauf, mit der Publikation der wissenschaftlichen Aufarbeitung der tausend Jahre langen Geschichte.
Für alle etwas bieten
Der Strauss ist bunt, den die Organisatoren in Muri 2027 präsentieren. Das ganze Jahr steht im Zeichen des Jubiläums. «Natürlich wächst die Anspannung, weil wir diesem grossen und einmaligen Ereignis gerecht werden wollen», sagt Hans-Peter Budmiger.
Die Ansprüche seien hoch. Aber nicht nur die Anspannung steigt, auch die Vorfreude. So geht es wohl allen, die in irgendeiner Art rund um das Jubiläum involviert sind. «Nun gilt es im nächsten Jahr, die gesamte Bevölkerung in und um Muri mitzunehmen», sagt Projektleiter Tobias Holzer. Denn das Jubiläum soll für alle etwas bieten. «Gerade auch jenen, die zwar hier leben, aber diese einzigartige Perle vielleicht noch zu wenig kennen und schätzen», ergänzt Budmiger.
Genau in einem Jahr geht es so richtig los – die Verantwortlichen sind voller Anspannung und Vorfreude
Klosterpavillon und -radio. Die Ausstellung rund um die Anlage. Heute in einem Jahr wird das alles eröffnet. Die Vorfreude beim Verein «Gedenkjahr 1000 Jahre Kloster Muri» ist gross. Der Vorstand gewährt Einblick in die aktuelle Arbeit rund um dieses einmalige Jubiläum.
Annemarie Keusch
«Wir ziehen uns schön an», sagt Hans-Peter Budmiger, Präsident des Vereins «Gedenkjahr 1000 Jahre Kloster Muri». Gemeint ist die Sanierung der Klosterfassade, die seit Monaten läuft. Aktuell ist die Klosterkirche in Gerüste gelegt. 2027 wird alles schön aussehen. «Es ist ein wunderbares Beispiel unserer Zusammenarbeit», sagt Budmiger. Denn die Klosteranlage hat mit der Pflegi, der katholischen Kirchgemeinde, der Gemeinde, dem Kanton und Murikultur fünf verschiedene Grundbesitzer. Im Verein sind sie alle vertreten. «Zäme für Muri.» Der Slogan scheint zu passen. «Das tönt fast plakativ, aber es ist so und das macht etwas mit der gesamten Bevölkerung», ist Budmiger überzeugt.
Denn das «Zäme» soll sich nicht nur auf die Besitzer des Klosters, sondern auf alle Leute im Dorf und in der Region ausweiten. «Das gelingt, wir stossen auf ganz viel positive Resonanz.» Budmiger meint konkret die mindestens 25 Vereine, die beim grossen Sommerfest vom 12. bis 15. August mitwirken. «Der Kreis der Involvierten soll und wird stetig wachsen.» Und damit auch die Begeisterung im Dorf für dieses einmalige Jubiläum.
Freiämter sind wichtigste Zielgruppe
Darauf wird seit Jahren hingearbeitet
– an ganz unterschiedlichen Fronten. Der Verein «Gedenkjahr 1000 Jahre Kloster Muri» schafft eine klare organisatorische Form und Struktur, koordiniert die vielfältigen Projekte und Aktivitäten, die 2027 stattfinden werden. Mit Grossanlässen, wie genau in einem Jahr mit dem offiziellen Auftakt des Jubiläums. Aber auch mit vielen verschiedenen kleinen Veranstaltungen. «Die Planungen laufen seit Jahren. Nun wird es immer konkreter. Das ist durchaus aufregend», sagt Hans-Peter Budmiger. Heisst auch, dass das Programm immer mehr Kontur annimmt. Konkrete Daten sind bereits fixiert. Über anderes, etwa das Programm am grossen Festwochenende Mitte August, verrät der Vereinsvorstand noch nichts. «Das ist auch erst am Entstehen», sagt Franz Hold, Pflegimuri.
Geschichte, Kultur, Spiritualität – 1000 Jahre Kloster Muri umfasst das alles. Weil das Kloster die Region in all diesen Bereichen geprägt hat. Projektleiter Tobias Holzer nennt weitere grosse Ziele: «Vermitteln und feiern.» Die Murianerinnen und Murianer, die Freiämterinnen und Freiämter seien dabei die wichtigste Zielgruppe. «Mit der schönsten und längsten Barockfassade und dem breiten kulturellen Angebot wollen wir natürlich auch weit über die Region hinaus strahlen.» Und mit der Vielfalt an Facetten, die das Kloster und dessen Geschichte zu bieten haben. Die Habsburger sind nur ein Beispiel von vielen.
Nach wie vor der Abt des Klosters Muri
Ein Fokus soll aber auch auf die Frage nach der Religion und der Spiritualität damals und heute gelegt werden. Raum schaffen für eine offene Auseinandersetzung mit benediktinischer Tradition, gesellschaftlichem Wandel und dem Bedürfnis nach Halt und Orientierung. Und das obwohl der letzte Mönch, der in Muri lebte, 2017 verstorben ist. Thomas Kron, der die katholische Kirchgemeinde im Vorstand vertritt, kennt die Geschichte genau. Dass das Kloster einst von Ita von Lothringen und ihrem Mann, dem habsburgischen Grafen Radbot, gegründet wurde. Dass der Niedergang 1798 mit dem Einfall der Franzosen begann und in der Aufhebung der Klöster im Kanton Aargau 1841 gipfelte. «48 Stunden hatten die Mönche damals Zeit, um zu fliehen.» Sie taten dies nach Sarnen, später ins Südtirol, wo der Konvent im Kloster Muri-Gries noch heute seine Heimat hat. «Der Abt wird nach wie vor Abt des Klosters Muri genannt», weiss Kron.
Nach anfangs zögerlichen Annäherungen zog 1957 wieder ein Pater nach Muri. Ab 1960 bis eben 2017 lebten Pater im Hospiz im Kloster Muri. Die Verbindungen zum Konvent sind nach wie vor eng, trotz geografischer Distanz. Auch diese sollen 2027 speziell gefeiert und belebt werden.
Zusammenarbeit mit der Schule
Vermitteln – es ist eines der Ziele, die im Jubiläumsjahr im Vordergrund stehen. Dass die Organisatoren da auch eng mit der Schule zusammenarbeiten, liegt auf der Hand. Einerseits am Sommerfest, aber auch als Bestandteil des Schulalltags. «Für den Unterricht wird ein spezielles Dossier zur Ausstellung erarbeitet», erzählt Hans-Peter Budmiger. Altersgerechtes Unterrichtsmaterial werde auf allen Stufen eingesetzt. «Dass die Schule den Weg so engagiert mitgeht, ist ein grosser Gewinn für das Gedenkjahr.» So sieht es auch Franz Hold. «Als Zugezogener wusste ich schnell mehr über das Kloster als mein Nachbar, der in Muri aufgewachsen ist. Das soll so nicht sein», ist er überzeugt.
Das Klosterjubiläum naht also – die Schritte werden immer grösser, genauso das Pensum des Projektleiters Tobias Holzer. Die Bevölkerung miteinbeziehen, auf dem Laufenden halten, das ist dem Verein angesichts des vielfältigen Programms umso wichtiger. «Newsletter, soziale Medien, Zeitungen», nennt Budmiger die Möglichkeiten, sich aktiv zu informieren.
Dass das Klosterjubiläum zum Erfolg werden wird, davon sind die Verantwortlichen überzeugt. «Natürlich, auf Erfahrungen in dieser Grössenordnung kann niemand von uns zurückgreifen. Aber wir haben früh angefangen, die Themen sind gesetzt, personell sind wir divers aufgestellt», erzählt Tobias Holzer. «Dass es am Schluss dann doch noch hektisch wird und es vielleicht auch die eine oder andere schlaflose Nacht gibt, das wird sich kaum vermeiden lassen», ergänzt Hans-Peter Budmiger. Gemeint sind damit nicht die schlaflosen, durchfeierten Nächte im August. Noch nicht.
Laufend aktuelle Informationen finden Interessierte unter: www.muri2027.ch.


