Zu einem Ganzen zusammenfügen
04.07.2025 Region Unterfreiamt, TheaterProbenbesuch für das Freilichtspiel «Der Kruggeist von Gnadenthal» im Reusspark
Vor der Klosterkirche Gnadenthal treffen sich rund 20 Laienschauspielerinnen und -schauspieler und 40 weitere Mitwirkende zur ersten Gesamtprobe. Das Bauteam hatte es ...
Probenbesuch für das Freilichtspiel «Der Kruggeist von Gnadenthal» im Reusspark
Vor der Klosterkirche Gnadenthal treffen sich rund 20 Laienschauspielerinnen und -schauspieler und 40 weitere Mitwirkende zur ersten Gesamtprobe. Das Bauteam hatte es geschafft, innert knapp zwei Wochen mit der beeindruckenden Kulisse einen Teil der Kirche in die Zeit um 1600 zu versetzen.
Walter Minder
Autor und Regisseur Wädi Koch informiert einleitend über das Ziel des Abends. «Es geht um den generellen Ablauf des Stücks, alle müssen spüren, wann sie wo im Einsatz sind.» Darum wird Sequenz um Sequenz durchgespielt, ohne bereits ins Detail zu gehen.
In den Sommerferien gibt es eine Pause, los geht es wieder am 14. August. «Lernt während der Sommerferien nochmals intensiv, was eure Rolle in welcher Szene ist», gibt der Regisseur dem Team mit auf den Weg. Dann werden die Darstellerinnen und Darsteller aufgefordert, ihren Bedarf an Kostümen und Requisiten zu melden – was hin und wieder zu etwas Hektik führt. Koch mahnt: «Macht bitte vorwärts, der Chüngelbraten ist lind» – eine Anspielung auf den Menüplan der Klosterschenke, auf der auch «Schnitz und Drunder» oder «Haferbrei» nicht fehlen.
Nonnenchor macht den Auftakt
Die Probe beginnt mit dem Auftritt der rund zwanzig Mitglieder des Kirchenchors Niederwil als Nonnenchor, begleitet von der Organistin Brigitte Koch-Sommer. Dann legt sich der Klosterschenke-Wirt mit dem Fährmann Niedrist an, der lieber ins Glas schaut, als seine Fahrgäste nach Stetten hinüberzusetzen. Wenig später versuchen drei Einbrecher, aus dem Klosterkeller Weinfässer zu stehlen, was dank den erwachten Nonnen in die Hose geht ...
Dies alles ein kurzer Vorgeschmack auf einen Theaterabend, an dem der Kruggeist von Gnadenthal sein Unwesen treibt, die Gebeine der Katakombenheiligen Justa mit feierlichem Pomp in den Schrein der Klosterkirche überführt werden, ein Abend mit turbulenten Szenen, hitzigen Dialogen und gefüllt mit Spannung und Mystik. Im Anschluss beantwortete Wädi Koch noch einige Fragen.
Wie fällt Ihr Fazit aus der gemeinsamen Probe von heute Abend?
Wädi Koch: Alle kennen nun den Ablauf, sind vertraut mit der neu aufgebauten Kulisse und vor allem sind alle motiviert, im August und September ihr Bestes zu geben. Bis zur Premiere haben wir noch fünf Proben geplant, sodass wir auf insgesamt 25 Stunden kommen.
Wo liegen aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen bis zum Start der Aufführungen Ende August?
Es gibt zwei grosse Herausforderungen: Erstens, dass die Technik mit den Spezialeffekten reibungslos funktioniert, und zweitens, dass die Brandlöschszene mit mehr als 40 Personen auf dem Set möglichst geordnet abläuft.
Wie läuft der Vorverkauf, und gibt es eine Abendkasse?
Im Moment haben wir 55 Prozent der Plätze verkauft. Wir hoffen, bis zur Premiere noch viele Tickets verkaufen zu können. Sollte es freie Plätze haben, gibt es selbstverständlich eine Abendkasse. Für die Besucher wird übrigens eine gedeckte Tribüne gebaut. Nur die Schauspieler stehen allenfalls im Regen, weil wir bei jedem Wetter spielen.
Sie sind Autor und Regisseur. Seit wann arbeiten Sie an diesem Projekt?
Ich habe vor 24 Jahren mit Guido Hufschmid das Freilichttheater «E sone G(m)eindheit» anlässlich des 100-jährigen Zwangszusammenschlusses der Dörfer Niederwil und Nesselnbach geschrieben. Damals haben wir versprochen, nach unserer Pensionierung nochmals in die Hosen zu steigen. Da in diesem Jahr das Kloster Gnadenthal das 750-Jahr-Jubiläum seit der ersten Erwähnung feiert, habe ich mich im Januar letzten Jahres ans Schreiben gemacht. Mir gefällt es, historische Begebenheiten aufzugreifen und in einem Theaterstück neu aufleben zu lassen.
Was wünschen Sie sich im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Freilichtspiel?
Dass wir unser Publikum mit der grossartigen, selbst gebauten Kulisse beeindrucken. Wir haben aus Abbruchliegenschaften uralte Baumaterialien zusammengetragen, unter anderem ein 600-jähriges Tor oder 300-jährige Ziegel, die wir in der Kulisse verbaut haben. Weiter wünsche ich mir, dass die Menschen einen vergnüglichen, spannenden Abend verbringen und gleichzeitig einiges zur Klostergeschichte erfahren. Und was mich begeistert: Solche Events schweissen eine Dorfgemeinschaft enorm zusammen. Menschen aus verschiedensten Kreisen kommen zusammen und kreieren freiwillig und ohne Bezahlung etwas Einzigartiges.
8 Aufführungen geplant
Das Freilichtspiel «Der Kruggeist von Gnadenthal» wird neben dem Kloster Gnadenthal aufgeführt. Die Premiere ist am Donnerstag, 28. August. Weitere Aufführungen (Beginn jeweils um 19.30 Uhr) am Freitag, 29. August; Samstag, 30. August; Sonntag, 31. August; Donnerstag, 4. September; Freitag, 5. September; Samstag, 6. September, und Sonntag, 7. September (Dernière). Dauer jeweils rund 1,5 Stunden.
Das Restaurant Gnadenthal und der grosse Saal des Reussparks verwandeln sich während der Abendvorstellungen des Freilichtspiels in ein genussvolles Gastro-Theater. Die beiden Küchen öffnen 90 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Die Küchen des Restaurants Gnadenthal und des Reussparks haben jeweils ein köstliches 3-Gang-Menü zusammengestellt. Dieses kann bequem im Voraus zusammen mit dem Theater-Ticket online gebucht werden.
Alle Infos: www.kruggeist.ch.