Aettenschwil: «Maison des Anges» zu Besuch in Haiti
Kürzlich war ein Team des Hilfswerks «Maison des Anges» aus Aettenschwil zwei Wochen in Haiti unterwegs. Es besuchte Kinderheime, Schulen, landwirtschaftliche Projekte und brachte bewegende ...
Aettenschwil: «Maison des Anges» zu Besuch in Haiti
Kürzlich war ein Team des Hilfswerks «Maison des Anges» aus Aettenschwil zwei Wochen in Haiti unterwegs. Es besuchte Kinderheime, Schulen, landwirtschaftliche Projekte und brachte bewegende Eindrücke nach Hause.
«Wohin? Nach Tahiti?» Den Wunsch nach schönen Ferien am Sandstrand hört man, wenn man von Reiseplänen nach Haiti erzählt. Obwohl Haiti auch Strände hat, gibt es in diesem Land seit Jahren keinen Tourismus mehr. Die Einwohner kämpfen vielmehr ums Überleben. Manuela Quero, die das erste Mal das karibische Land besuchte, beschreibt das Reisen folgendermassen: «Überall ist ein Gehupe, da und dort laute Musik, ein Röhren der Fahrzeuge und Menschen, die sich durch den Regen hindurch zuschreien. Je mehr wir ins Zentrum kommen, desto grösser ist der Abfallberg, der die Strassen füllt. Als wir von der Hauptstrasse abbiegen, weichen die noch gut erhaltenen Häuser den halb gebauten oder zerstörten Häusern. Es erscheinen Blechhütten und der Zustand der Strasse verschlechtert sich rapide. Dank dem Geländewagen schaffen wir den Weg durch den Matsch. Ausserhalb der Stadt wird die Landschaft grüner und sauberer.»
Das Hilfswerkes «Maison des Anges» hat sich zum Ziel gesetzt, jedes Jahr ein bis zwei Mal eine Besuchsreise nach Haiti zu machen. In letzter Zeit wurde die Situation erschwert wegen der Bandengewalt und der Gefahr von Entführungen. «Wir prüfen jeweils, ob wir die Reise durchführen», sagt Miranda Bammert-Zahn, «mittlerweile haben wir an vielen Orten Kontakte, denen wir vertrauen.»
Seit zehn Jahren unterwegs für Haitianer
Sie leitet das Hilfswerk, das dieses Jahr das zehnjährige Bestehen feiert, mit grossem Elan. Im Reisegepäck hat sie jeweils viele Kilogramm Hilfsgüter. «Die Bedürfnisse sind riesig. Die Lebensmittelpreise sind in den letzten Monaten explodiert. Der Preis für einen Sack Bohnen, das Grundnahrungsmittel in Haiti, ist um 35 Prozent gestiegen.
Und das in einem Land, in dem viele Menschen weniger als zwei Franken pro Tag verdienen.»
Strahlende Kinderaugen
Ein Auto, das nicht mehr anspringt, ein Koffer, der verspätet ankommt, ein fehlender Stempel im Pass, der plötzlich Schwierigkeiten macht, Kartenlesegeräte, die nicht funktionieren: Das alles sind Probleme in Haiti, die gelöst werden können. Nicht so das Wetter. Die Sturmwarnung im Süden des Landes entwickelt sich zum Hurrikan Melissa. Während das Reiseteam in den Norden flüchtet, hört es von Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutschen und 43 Personen, die ums Leben kommen. Es atmet auf, als es vernimmt, dass alle Kinder des Kinderheims in Sicherheit und wohlauf sind.
Im Kinderheim im Norden gibt es strahlende Kindergesichter, als Kleidungsstücke, Flöten, Farbstifte und Medikamente verteilt werden. Mit Musik und Tanz wird das gefeiert. Dank der Unterstützung vieler Menschen aus dem Freiamt und darüber hinaus gehen diese Kinder zur Schule, erhalten Nahrung und medizinische Versorgung. Welch eine Freude in einem Land, das sonst nicht viel zu feiern hat. --red
Mehr Infos und ein Film über die Reise: www.mda-haiti.ch.