Aus der Not ein Erfolg
03.06.2025 Muri, GewerbeDie Ortsbürgergemeinde Muri präsentierte ihren vierten Wein, einen Rosé
Durch die magere Ernte des letzten Jahres standen die Ortsbürger vor der Frage, was sie aus den wenigen Trauben machen sollen. Verkaufen oder verwerten? Winzer Thomas Lindenmann ...
Die Ortsbürgergemeinde Muri präsentierte ihren vierten Wein, einen Rosé
Durch die magere Ernte des letzten Jahres standen die Ortsbürger vor der Frage, was sie aus den wenigen Trauben machen sollen. Verkaufen oder verwerten? Winzer Thomas Lindenmann vom Weingut Lindenmann Seengen empfahl ihnen, einen Rosé zu keltern. Dieser wurde zum Kassenschlager.
Verena Anna Wigger
Die gute oder schlechte Nachricht vorab, der Rosé 2024 ist bereits ausverkauft. Der Wein, den die Ortsbürgergemeinde Muri aus der Not kreiert hat, wurde zum Kassenschlager. Er wird aus Blauburgunder- und Gamaret-Trauben als Cuvée gekeltert. Seine feine Süsse, die schöne Farbe und die geringe Säure tragen das Ihre dazu bei. Hanspeter Frey, Präsident der Ortsbürgerkommission, freut es, dass ihr Mut sich gelohnt hat. Der Verkauf des Rosés wurde quasi zum Selbstläufer.
Vielleicht der Neue im Sortiment
Entstanden ist aus der Not das vierte Produkt der Murianer Weine. Denn aus dem Rebberg, aus dem ansonsten zirka 6 Tonnen Trauben geerntet werden, kamen lediglich 180 Kilogramm zusammen. Auf die Frage, wie die Kleinstmenge verwendet werden soll, hatte Winzer Thomas Lindenmann die Idee, einen Rosé zu keltern. Die Idee gefiel den Ortsbürgern und so entstand der neue Murianer Rosé. Dank den guten Qualitäten und dem grossen Anklang bei ihren Kunden überlegen sich die Ortsbürger, «den Wein künftig in unser Sortiment aufzunehmen». Denn in einem guten Jahr, so Frey, «haben wir genügend Trauben, um auch einen Rosé anzubieten».
Schlechtes Wetter, schlechte Ernte
Ähnlich zeigte es sich im letzten Jahr auch bei den Trauben des Riesling-Silvaners. Hier gab es statt der gewohnten 4 Tonnen nur 750 Kilogramm Trauben, die verarbeitet werden konnten. Denn der nasse Sommer und die wenigen Sonnentage haben den Trauben zugesetzt. Daraus hat sich ein Mehltau-Befall in den Reben ergeben. Dieser Pilzbefall führte dazu, dass die Trauben im Wachstum gehemmt wurden und so ein Ertragsausfall zustande kam.
Weinanbau hat sich entwickelt
Der Murianer Wein, der heute gekeltert wird, entsteht aus den Trauben, die angeliefert werden. In den 70er-Jahren war das anders. Doch heute befindet sich der Weinbau, auch in Muri, in einem ganz anderen Stadium, so der Ortsbürgerpräsident. Damals war man darauf aus, möglichst grosse Mengen zu ernten. Heute sucht man Qualität vor Quantität. Dazu schauen die Rebbauern von Muri, dass die Öchslegrade stimmen, um möglichst Süsse zu erhalten und wenig Säure.
So werden die Reben bereits früh im Jahr gepflegt. Man schneidet raus, was zu viel ist, und achtet darauf, dass die Reben in einer guten Qualität wachsen können. So, wie sie sich auch in diesem Jahr zeigen. Hanspeter Frey relativiert diese Aussage gleich: «Das hatten wir in anderen Jahren auch.» Doch dann habe ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie hoffen nun auf einen schönen Sommer und damit auf eine gute Ernte. Durch die Pflege steige die Qualität automatisch und der Wein, den die Ortsbürger heute verkaufen, wird vollumfänglich aus den Trauben am Hang bei der reformierten Kirche gewonnen.
Weinverkauf gesichert
Dank der ausgezeichneten Ernte aus dem Jahr 2023 kann auch der diesjährige Weinverkauf der Ortsbürger wie geplant stattfinden. Am 7. Juni findet der Verkauf beim Waldhaus Tannenlaube ab 9.30 bis 11.30 Uhr statt. Ausser dem Rosé, der bereits ausverkauft ist, stehen alle Weine zur Degustation bereit.