Batterien sind der Zündstoff
13.05.2025 Region Oberfreiamt, WaltenschwilWenn Abfall zu Wertstoff wird
Netzwerkanlass von «Freiamt mittendrin» bei Wiederkehr Recycling
Bei den Recyclingspezialisten in Waltenschwil werden grosse Teile angeliefert. Sie sind fürs Grobe zuständig. Doch als Gastgeber haben ...
Wenn Abfall zu Wertstoff wird
Netzwerkanlass von «Freiamt mittendrin» bei Wiederkehr Recycling
Bei den Recyclingspezialisten in Waltenschwil werden grosse Teile angeliefert. Sie sind fürs Grobe zuständig. Doch als Gastgeber haben sie sich beim Netzwerkanlass von «Freiamt mittendrin» von der feinen Seite gezeigt. Ein beeindruckender Rundgang zeigte den rund 90 Gästen auf, warum die Batterien in Geräten vermehrt zum Problem bei Schredderarbeiten werden. --vaw
«Freiamt mittendrin» führt Netzwerkanlass bei Wiederkehr Recycling in Waltenschwil durch
Repla-Geschäftsführer Daniel Räber freut sich über die grosse Anzahl der knapp 90 Teilnehmer am Anlass. Der Netzwerkanlass von «Freiamt mittendrin» besuchte die Recyclingexperten in Waltenschwil. Dort erfuhren die Besucher den Grund, warum die Firma ab und an in die Schlagzeilen kommt.
Verena Anna Wigger
Auf dem Rundgang durch das weitläufige Gelände von Wiederkehr Recycling erfahren die Besucher, was genau das Unternehmen immer mal wieder in die Schlagzeilen bringt. «Der Bruch einer Batterie in einer E-Zigarette genügt», erklärt CEO Philipp Scherer, «natürlich passiert dies immer zur ungünstigsten Zeit in der Nacht.» Eine kleine Rauchentwicklung und schon entstehe ein Feuer, welches zu einem Alarm und einem Einsatz der Feuerwehr führt.
Arbeitssicherheit im Fokus
Dabei wird Arbeitssicherheit in der Firma Wiederkehr hochgehalten. Auf dem grössten Schrottplatz der Schweiz gehöre die Abklärung bei der Anlieferung des Materials zum Standard. «Bei uns werden täglich 800 und mehr Tonnen Material angeliefert», erklärt Heiner Beer, einer der Experten auf dem Rundgang. Da bestehe die Möglichkeit, dass eine solche Batterie durchgehe. Immer mehr Geräte und Fahrzeuge hätten solche Batterien eingebaut. Dies ist eine Problematik für den Recyclingbetrieb. Auch wenn Spezialisten jeden Transport bei der Anlieferung fachkundig beurteilen und entscheiden, wie diese Wertstoffe verarbeitet werden. «Wir sind Spezialisten für das Grobe», erklärt der Strahlenschutzbeauftragte Heiner Beer. Die Spezialisten sehen dies auch als ein gesellschaftliches Bewusstsein, dass Geräte und Fahrzeuge gezielt und richtig entsorgt werden müssen.
Verschiedene Anlagen mit Schutzvorkehrungen sind auf dem Gelände eingebaut. Sie alarmieren, wenn eine Gefahr auftritt. Das führt sofort zu einem Schutzablauf, der eingehalten werden muss, um die Gefahr zu evaluieren und zu identifizieren. Zu den Strahlenschutzvorkehrungen gehört es, problematische Materialien wie asbesthaltige Komponenten zu erkennen und mit dem richtigen Befund korrekt zu sortieren.
Die Wiederkehr der Wertstoffe
Was als Abfall angeliefert wird, sieht das Recyclingunternehmen als Wertstoff. Dieser soll dem Kreislauf wieder zugeführt werden und dadurch sollen Ressourcen geschont werden. Hier sehen die Experten ihren Beitrag. So werden Wertstoffe, die in Waltenschwil in einer der modernsten Recyclinganlagen der Schweiz angeliefert werden, durch verschiedene Verfahren getrennt. Dabei spielt eine starke Gross-Schredder-Anlage eine wichtige Rolle, sie verarbeitet 90 Tonnen pro Stunde. Dazu machen sich die Recyclingspezialisten das spezifische Gewicht einzelner Materialien zunutze. Dies geschieht in der schweizweit ersten Schwimm-Sink-Trennanlage, in der der Abfall von den Wertstoffen getrennt gesammelt wird. Von dort werden die Wertstoffe an Händler und Partner mit Lastwagen oder über den betriebseigenen Bahnanschluss versandt.
Auf dem Rundgang gab es auch eine anschauliche Demonstration. Es werden Gelände-Grosscontainer oder Bahnwagen und auch ganze Panzer zerteilt. Dabei ist bei der Demonstration eines klar: Was aussieht wie der wahr gewordene Bubentraum vieler Kinder, bedarf viel Fingerspitzengefühl und Sachverstand. Mit grossen Baggern und starken Scheren oder Zangen werden ganze Teile zerkleinert. Denn auch Maschinen dieser Grösse wollen mit Bedacht gesteuert werden.
Wiederkehr gehört neu zur Thommen Group AG
In seiner Ansprache erklärte Philipp Scherer, dass neben dem Standort Waltenschwil auch Standorte in Schwarzenbach SG und Lauchringen in Deutschland zum Unternehmen gehören. Weiter informierte er, dass das Freiämter Traditionsunternehmen im April in den Besitz der Thommen Group aus Kaiseraugst überging. «Der Standort im Freiamt bleibt erhalten», so Standortleiter Scherer.
«Freiamt mittendrin» wächst
Rainer Heggli leitet die Wirtschaftskommission von «Freiamt mittendrin». Er begrüsste die Partner und Gäste: «Eine gestärkte Gemeinschaft stärkt die Region», betont Heggli die Bedeutung des Anlasses. Er freut sich, dass sie eine stattliche Anzahl von Unternehmen als Partner gewinnen konnten.
Daher freut er sich, dass die Wirtschaftsregion Freiamt sichtbar gemacht wird. Heggli führt dies zurück auf die engen privaten und persönlichen Beziehungen, die das Netzwerk ausmachen. «Die Vernetzung im Freiamt führt dazu, dass wir einen starken Wirtschaftsstandort haben.»