Bei nicht idealem Wetter viel erreicht
28.04.2026 Region Unterfreiamt, NaturWalderlebnistag in Uezwil bot Pflege für Wald und Waldbewohner
Das schöne Wetter hat einige in den eigenen Garten statt zum Walderlebnistag gelockt. Der Tag wurde dennoch zum Aufräumen und Herrichten von Nestern für Kleinnager genutzt. Die kleinen und ...
Walderlebnistag in Uezwil bot Pflege für Wald und Waldbewohner
Das schöne Wetter hat einige in den eigenen Garten statt zum Walderlebnistag gelockt. Der Tag wurde dennoch zum Aufräumen und Herrichten von Nestern für Kleinnager genutzt. Die kleinen und grossen Helferinnen und Helfer gingen mit grosser Begeisterung ans Werk.
Verena Anna Wigger
Das Waldstück nahe beim Jägerhöck in Uezwil wurde stark bearbeitet. Die dort gewachsenen Eschen mussten abgeholzt werden, da Umwelteinflüsse dazu führten, dass sie ihr Lebensende erreicht haben. «Würde man sie stehen lassen, könnten wir sie nicht mehr vermarkten», erklärt Förster Urs Meyer. Auf dem Gelände liegen jetzt dicke Stämme herum und es gibt grosse Asthaufen. Die Strassen durch den Waldteil gleichen mehr sumpfigen Reifenspuren und Gräben als Wegen. Meyer sagt: «Wir werden den Weg wieder herstellen, für die Fussgänger und Velofahrer.» Doch auch die Abwassergräben wurden beim Holzen in Mitleidenschaft gezogen. Äste und Grünzeug sind darin gelandet. Damit diese im kommenden Sommer wieder ihren Zweck erfüllen können, wird nun geräumt. Das Gebiet sei eher feucht, erklärt Meyer. Auch das Wetter und die Natur tun ihres dazu, so sind die Kanäle auch mit Steinen und Blättern gefüllt. Sie liegen bei den Röhren, welche unter den Waldwegen durchführen. Bei starkem Regen kann es hier zu Verstopfungen kommen.
Angekommen beim Abwasserkanal, gibt es eine kurze Instruktion. Dann gehen die beiden Gruppen los mit Schaufeln, Hacken und Handschuhen. Vom Weg ab hoch und hinunter wird der Kanal geleert und man sieht das Rinnsal des Wassers wieder. Alles, was das Wasser behindert, wird entfernt. Urs Meyer hat eine kleine Motorsäge dabei und schneidet grobe Äste weg. Er beantwortet die Fragen und hilft, wo Fragen anstehen. Hier wird auch das Ziel des Tages klar: An einem schönen Morgen gemeinsam im Wald mit dem Orchester an Vogelgezwitscher und Sonnenstrahlen zu arbeiten – beschaulicher könnte es nicht sein.
Kleinstrukturen schaffen für Wärme liebende Kleintiere
Handfester geht es am Waldrand nahe beim Forsthaus zu. Hier wurden die Hecken ausgelichtet, welche angepflanzt wurden. Zwei Gruppen bauen hier Asthaufen. Diese Kleinstrukturen, wie sie im Forst-Jargon genannt werden, bieten künftig Behausung für Mauswiesel, Igel und andere Kleinsäuger. Sie bevorzugen sonnige Plätze am Waldrand. Durch das Auslichten wird ihr Lebensraum verbessert. Dabei wird beim Aufbau darauf geachtet, dass der Eingang zum Nest möglichst klein bleibt. Damit ein Fuchs oder andere Tiere nicht als Räuber in das Nest eindringen können.
Der Kern wird mit Stroh und groben Ästen ausgelegt. Er bietet damit die Aufzuchtkammer. Die groben Äste stützen das Nest, auch wenn die restlichen Äste später zusammenfallen. Förster und Forstbetriebsleiter Silvan Meyer erklärt den Helferinnen und Helfern, wie voranzugehen ist. Selbst die Kinder lassen es sich nicht nehmen, Holz herbeizuschaffen, damit die Aufzuchtkammer gebaut werden kann. Dann werden Äste über die Kammer gelegt, damit diese vor Wind und Wetter, aber auch vor unliebsamem Besuch geschützt ist.
Etwas dem Wald zurückgeben
Am Walderlebnistag ist auch Vroni Egli mit dabei. Die Bürgerin von Uezwil kommt seit Jahren an diesen Event. Sie und ihr Mann pflegen auch die 157 Vogelhäuschen im Uezwiler Forst. Für sie ist es ein Herzensprojekt, denn sie kommt gern in den Wald. «So können wir dem Wald und der Gemeinde etwas zurückgeben», sagt sie. Sie nutzt den Wald für ihre Erholung. Daher ist es für sie selbstverständlich, am Walderlebnistag mitzuarbeiten. Dabei erinnern sie und ihre Kollegin Monika Reinhard sich daran, dass sie das seit über 30 Jahren mit viel Spass machen.
Ein Erlebnis für Gross und Klein
Die Vögel zwitschern im Geäst weiter um die Wette. Dabei ist das Wetter nicht gerade ideal für den Walderlebnistag. Denn die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Silvan Meyer klärt auf. «Wenn es so schön ist, dann arbeiten die Menschen zu Hause in ihrem Garten oder Umschwung.» Dann kommen immer etwas weniger helfende Hände. Rund dreissig Personen sind gekommen. Gemeinderat Nikolaus Lusser freut sich, die Helfer mit einem Znüni zu verwöhnen. «Denn Arbeit macht Durst, und so braucht es eine Stärkung.»



