Das Jahr der Schulbauten
30.12.2025 Region Oberfreiamt, Schule, Baugewerbe, MerenschwandJahresrückblick: Merenschwand hat ein zusätzliches Schulhaus und den aufgestockten Kindergarten bezogen
Nach den Schulferien wurden sie bezogen, im September eingeweiht, das zusätzliche Schulhaus und der aufgestockte Kindergarten in Merenschwand. Damit und ...
Jahresrückblick: Merenschwand hat ein zusätzliches Schulhaus und den aufgestockten Kindergarten bezogen
Nach den Schulferien wurden sie bezogen, im September eingeweiht, das zusätzliche Schulhaus und der aufgestockte Kindergarten in Merenschwand. Damit und mit dem Provisorium am Kreisel ist allerdings nur der dringliche Raumbedarf gestillt.
Thomas Stöckli
Ursprünglich sollte sie ins Dorffest integriert werden, die Eröffnung der beiden Bauprojekte der Schule Merenschwand. Weil dieses Fest um ein Jahr verschoben wurde, auf den 18. und 19. September 2026, erhielten das neue Schulhaus und der aufgestockte Kindergarten einen eigenen kleinen Einweihungsakt. Am Mittwoch, 24. September, konnten Interessierte beide fertiggestellte Bauten von 10 bis 14 Uhr besichtigen. Die Kinder durften die neuen Räume bereits nach den Sommerferien beziehen.
Provisorien in der Mehrzweckhalle
Die Aufstockung am Bachweg ermöglichte es, alle Kindergartenstandorte in Merenschwand wieder zusammenzuführen. Zuvor hatte eine Klasse – und während des Umbaus sogar deren zwei – in die Mehrzweckhalle ausweichen müssen. Ebenso wie die Mediothek nach dem Abriss des Notterhauses vor zwei Jahren.
Die Mehrzweckhalle ist nun wieder frei für die sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Nutzung. Die Mediothek hat im Erdgeschoss des neuen Schulhauses ein würdiges Zuhause gefunden. Der prominentere Standort mit Schaufenster gegen die Zürichstrasse zeigt bereits Wirkung: In den ersten vier Wochen seien 19 Neukunden dazugekommen, verriet Mediotheksleiterin Claudia Zölch. Gemessen an den 160 zahlenden Kunden entspricht dies einem Zuwachs von rund zwölf Prozent.
Und die Mediotheksleiterin will die Sichtbarkeit weiter erhöhen. Ein wichtiges Element sind dabei Anlässe. Im September las Röbi Koller aus seinem neusten Buch «Backstage – Hinter den Kulissen von Happy Day». Der berühmte Moderator bot Hintergründe zu den Geschichten, die das Fernsehpublikum zu fesseln vermochten. Weiter gewährte er Einblick in seinen Alltag – vom Heimwerker-Einsatz im eigenen Kellerabteil bis zum Kontakt mit Prominenz. Die Mediothek solle ein Treffpunkt sein, so Claudia Zölch. Ein «dritter Ort», wie sie es bezeichnet, ergänzend zu Wohnung und Arbeitsplatz.
Synergien durch Gemeinschaftsnutzung
Die Mediothek ist der Schule eine wertvolle Partnerin in Sachen Leseförderung. Im Bereich Vereinbarkeit von Beruf und Familie spielen Kitas und Horte eine nicht minder wichtige Rolle.
Das seien gemäss Kevin Vaes, Gemeinderat und Präsident der Baukommission Neubau Schulhaus und Tiefgarage, auch die Überlegungen gewesen, diese beiden Angebote im neuen Bau an die Schule anzubinden.
Wobei diese Gemeinschaftsnutzung durchaus auch Herausforderungen mit sich bringt, etwa bezüglich der unterschiedlichen Öffnungs- und Betriebszeiten. Manche Probleme lassen sich ganz unkompliziert lösen, so erwies sich die kühle Temperatur in der Mediothek nach einigen Tagen der Fehlersuche nicht als Baumangel, sondern schlicht als Fehler in den Einstellungen. Entsprechend simpel liess sich das denn auch beheben.
Prototyp für die Entwicklung
Das neue Schulhaus hat mit seinen beiden Klassenräumen sowie Büros für die schulische Heilpädagogik und die Logopädie den dringlichsten Bedarf nach zusätzlichem Raum gedeckt. Darüber hinaus dient es als Prototyp dafür, wie sich die Schule Merenschwand die Infrastruktur für zeitgemässe Lernräume vorstellt, «weg vom Frontalunterricht, hin zu sozialen Lernformen», so Bettina Taiana, Schulleiterin Kindergarten und Primar.
Nach dem «Churermodell» soll nicht mehr die (elektronische) Wandtafel der dominierende Ort im Schulzimmer sein. Stattdessen spielt der Kreis eine zentrale Rolle. Und verschiedene Lernangebote, aus denen die Kinder ohne fixen Arbeitsplatz auswählen können. Dazu trägt auch die flexiblere Möblierung ihren Teil bei. Und natürlich digitale Lernmittel. Da sei es nur schon wichtig, über ausreichend Steckdosen zu verfügen – und das möglichst dort, wo sie dann auch tatsächlich benötigt werden.
Mittelfristig herrscht weiterer Baubedarf
Mit den beiden abgeschlossenen Projekten hat sich der Baubedarf der Schule Merenschwand noch nicht erledigt. Bei der Oberstufe hat das ehemalige Volg-Provisorium jenseits des neuen Zentrumskreisels kurzfristig für Entlastung gesorgt. Mittelfristig werde ein weiterer Schulbau unausweichlich sein, hatte Gesamtschulleiter Stefan Woodtli bereits vor gut zwei Jahren angekündigt.
Als Standort ist jener der baufälligen alten Turnhalle F angedacht. Schliesslich verfügt Merenschwand derzeit über sechs Hallen, nebst der angesprochenen Turnhalle F sind dies die Dreifachhalle sowie die beiden Mehrzweckhallen in Merenschwand und Benzenschwil. Das ist deutlich mehr, als alle Gemeinden im Umkreis haben, mit Ausnahme von Muri.


