Die Schönheit der Blüte zeigen
10.03.2026 Muri, Thema, NaturZwei Wochenenden voller Blüten
Blütenpracht der Obstbäume und vieles mehr zur Landwirtschaft – neuer Rundweg in Muri
Am 11. und 12. sowie am 18. und 19. April lädt der Blütenweg im Muri-Dorf ein.
...Zwei Wochenenden voller Blüten
Blütenpracht der Obstbäume und vieles mehr zur Landwirtschaft – neuer Rundweg in Muri
Am 11. und 12. sowie am 18. und 19. April lädt der Blütenweg im Muri-Dorf ein.
Annemarie Keusch
Ein Baumkronenpfad auf acht Metern Höhe. Mitten in den Wipfeln der Hochstammbäume. Umgeben von Blüten. «Hoffentlich», sagt Stefan Frey und lacht. Dass die Obstbäume dann auch wirklich blühen – es ist die grosse Unbekannte. «Wir sind zuversichtlich.» Weil die Vegetation schon früh erwacht ist, haben sie den Anlass eine Woche vorverschoben. «2024 war die Vollblüte am 13. April und die Voraussetzungen sind dieses Jahr sehr ähnlich», führt Stefan Frey aus.
Die Idee des Blütenwegs entstand, um der Bevölkerung die Arbeit mit den Obstbäumen und andere landwirtschaftliche Zweige näherzubringen. Beispielsweise, um zu vermitteln, dass Hochstammbäume nur alle zwei Jahre wirklich blühen. «Weil sie sich dann derart verausgaben, müssen sie sich im Folgejahr erholen.» Oder dass auf einem Hochstammbaum 800 bis 1000 unterschiedliche Lebewesen – Arten und Unterarten – zu Hause sind. Ursprünglich war der Anlass als eine Abendwanderung geplant. Mittlerweile findet er an zwei Wochenenden statt. Mit vielen verschiedenen Highlights – etwa dem Baumkronenpfad in luftiger Höhe.
«Muri blüht»: Neuer Themenweg am 11./12. und 18./19. April im Muri-Dorf
Rund 40 verschiedene Apfelsorten auf einem Rundweg von 2,5 Kilometern Länge. «Muri blüht» zeigt die Faszination für den Obstbau und will Brücken schlagen zur Bevölkerung, die sonst mit der Landwirtschaft wenig in Berührung kommt. Hinter dem Projekt steht Landwirt Stefan Frey.
Annemarie Keusch
250 Hochstammobstbäume sowie zwei Niederstammanlagen gehören zum Betrieb, den Stefan Frey im Muri-Dorf zusammen mit seiner Familie bewirtschaftet. «Obstbäume begeistern mich seit jeher», sagt er. Natürlich die Früchte, die sie hervorbringen. Aber auch der Lebensraum, den sie bieten. Oder eben die Blüten, die im Frühling in ihrer ganzen Schönheit strahlen. Eine Abendwanderung durch die blühenden Bäume, das war die Idee, die Herbert Strebel, Präsident von Erlebnis Freiamt, anfänglich mit Stefan Frey entwickelte. Geworden ist daraus nun ein Anlass, der zwei Wochenenden dauert und den ein siebenköpfiges OK auf die Beine stellt. «Viel besser», sagt Herbert Strebel und lacht.
Der Bevölkerung etwas bieten, darum geht es. Einblick geben in den Alltag der Landwirtschaft – mit Fokus auf den Obstbau. «Die Schere geht immer mehr auf. Menschen, die nicht mit der Landwirtschaft in Berührung sind, haben schlicht gar keinen Bezug zu unseren Themen, geschweige denn Wissen oder Verständnis. Daran wollen wir etwas ändern und in den Dialog treten», erklärt Stefan Frey. «Wir wollen zeigen, wo und wie die Äpfel wachsen, die viele ganz selbstverständlich und ohne Hintergedanken beim Grossverteiler kaufen», ergänzt Charlotte Wüthrich. Zum OK gehören ebenfalls Gabi und Matthias Arnold. Auf ihrem Hof wird an beiden Wochenenden, jeweils 10 bis 18 Uhr, ein Beizli offen sein. «Ganz einfach, mit Selbstbedienung, einem Grill, Süssspeisen und Getränken», sagt Gabi Arnold.
Fachmann mag die Rote Sternrenette am meisten
Und mit der Möglichkeit, verschiedene Obstprodukte zu degustieren. «Apfel-Balsamico zum Beispiel. Viele Leute wissen gar nicht, wie vielfältig Äpfel auch diesbezüglich sind.» Apropos Vielfalt. Rund 40 verschiedene Apfelsorten werden auf dem Blütenweg zu bestaunen sein. Jene auf Freys Hof, jene auf dem Hof seines Cousins David Beeler. «Er setzte in den letzten Jahren vor allem auch auf alte Sorten», weiss Stefan Frey. 40 verschiedene Apfelsorten – welche ist den Organisatoren denn die liebste? «Gala», sagt Herbert Strebel. «Ein roter Gala. Für mich muss ein Apfel rot sein», ergänzt er und lacht. «Nur nicht mehlig», meint Gabi Arnold. Charlotte Wüthrich präferiert die Sorte Diwa. Und der Landwirt? «Rote Sternrenette, direkt vom Baum.»
Auf dem Rundweg werden zwar noch nicht die Äpfel, aber die wunderschönen Blüten zu bestaunen sein. Natürlich samt Infotafeln zu allen verschiedenen Sorten. Dabei kann man die Bäume nicht nur vom Boden aus betrachten, sondern auch mitten in die Krone eintauchen – auf dem Baumkronenpfad. Frey öffnet zudem seine Birnenanlage. Die Biodiversität ist ein weiteres Thema, das auf dem Rundweg beleuchtet wird. Auch wird das Umpfropfen oder Veredeln von Apfelbäumen auf eine andere Obstsorte demonstriert. Weitere Themen sind die Imkerei und die Ernte. Aber auch Mutterkuhhaltung, Kirschenanbau oder Spargeln werden entlang der Route thematisiert.
Für die ganze Familie
Die Idee zum Anlass, der zwei Wochenenden dauert, kommt von Stefan Frey. «Wenn schon, denn schon», sagt er, angesprochen auf die vier Tage, an denen der Blütenweg zugänglich sein wird. «Da sind die Chancen grösser auf gutes Wetter und auf prächtige Blüten.» Dass das Wetter ein entscheidender Faktor im Bezug auf den Besucheransturm sein wird, dessen sind sich die Organisatoren bewusst. «Überhaupt, es ist schwierig abzuschätzen, wie viele Leute kommen», weiss auch Stefan Frey. Jung und Alt, Neuzuzüger und Einheimische – das OK will die ganze Bevölkerung ansprechen. Von Muri und der ganzen Umgebung. Vor allem auch Familien. «Den Kindern die Nähe zur Natur zu vermitteln, ist sowieso wichtig», sagt auch Herbert Strebel. An einem zusätzlichen Vormittag sind Schulklassen der Murianer Unterstufe zu Gast.
An wenige Regel halten
Wegweiser, Werbetafeln – vieles ist gemacht. Einiges steht noch an. «Wir freuen uns riesig», sagt Stefan Frey stellvertretend. Kürzlich hat auch die Suche nach Helferinnen und Helfern gestartet. «Diese braucht es, genau wie Sponsoren.» Vor allem im Beizli, aber auch beim Baumkronenpfad, der auch aus Sicherheitsgründen immer unter Aufsicht sein wird. «Wir sind froh um jede Unterstützung.» Und darum, wenn sich die Besucherinnen und Besucher an die wenigen Regeln halten: kein Picknick ausserhalb des markierten Weges, Rücksicht auf die Natur, Parkplatz für Autos in der Industrie und für Velos beim Hof der Familie Bächler.
Sicher nicht schon nächstes Jahr wieder
Wie ihre Idee ankommt, das wissen Stefan Frey und sein Team erst in gut einem Monat. Schon jetzt ist aber klar, dass es in einem Jahr kein Blütenweg geben wird. «Weil Hochstammobstbäume nur alle zwei Jahre üppig blühen und Früchte produzieren», erklärt der Fachmann. Heisst normalerweise nicht, dass alle Bäume im gleichen Jahr blühen. «Eigentlich gleicht sich das aus.» Nun sind aber noch alle im selben Rhythmus. Seit 2017, als alle Blüten erfroren sind. Heisst aber nicht, dass «Muri blüht» eine einmalige Sache ist. «Das schauen wir dann in zwei Jahren wieder an», meint Stefan Frey und lacht.
Mehr Infos: www.muri-blueht.ch



