Ein Fest für die Kunst
24.02.2026 Kunst, WohlenErster «ArtsDay» in der Kanti mit 47 Workshops und 12 Sessions
Es ist ein Kunsttreffen der besonderen Art. Die Kunst wird in der Kanti mit 47 Workshops für einen Tag in den Mittelpunkt gerückt. Eine Premiere, die viel Spannung verspricht – aber ...
Erster «ArtsDay» in der Kanti mit 47 Workshops und 12 Sessions
Es ist ein Kunsttreffen der besonderen Art. Die Kunst wird in der Kanti mit 47 Workshops für einen Tag in den Mittelpunkt gerückt. Eine Premiere, die viel Spannung verspricht – aber nur für Schülerinnen, Schüler und Lehrerschaft.
Daniel Marti
«Ja, das ein Riesenprojekt», sagt Martin Steiner, «der Anlass ist megagross und sehr aufwendig.» Martin Steiner bildet zusammen mit Gabriela Rey, Joëlle Linder und Mathieu Friz das Organisationskomitee für den «ArtsDay». Steiner hat die Idee, einen Tag der Künste in der Kanti durchzuführen, an die Schulleitung herangetragen. Und dort ist man begeistert. Nicht nur von der Idee selber. Sondern wohl auch vom Programm. Am Mittwoch, 4. März, ab 8.30 Uhr gehört die Kantonsschule ganz der Kunst. Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerschaft stehen äusserst vielfältige Workshops an.
Bekannte und weniger bekannte Kulturschaffende werden ihr Wirken präsentieren. Der «ArtsDay» lädt dazu ein, offen zu erkunden, aktiv mitzugestalten und den persönlichen Austausch zu suchen. «Künste stehen heute nicht nur für kreative Fertigkeiten, sondern auch für kritisches Denken, für die Fähigkeiten, Welten zu verbinden und Perspektiven zu erweitern», heisst es im Vorwort zum Programm.
Regionaler Bezug ist wichtig
Das Projekt ist nicht nur riesig, sondern auch ein ganz besonderer Anlass. Wann treffen sich schon 47 Kunstschaffende mit ihren Workshops an einem Tag? Diese ermöglichen vielseitige Einblicke in zeitgenössische künstlerische Arbeitsweisen. Dabei sollen gesellschaftliche Fragen aufgegriffen und neue Sichtweisen eröffnet werden. Zwölf sogenannte Break-out-Sessions komplettieren das Programm. Dabei werden spezifische Themen vertieft.
Vor allem Künstlerinnen und Künstler aus dem Freiamt und aus dem Aargau wurden eingeladen, damit sie ihre Kreativszene sichtbar machen können. «Und alle angefragten Personen sagten recht rasch zu», freut sich Martin Steiner. Er habe keine elitäre Haltung gespürt. Und bei 47 Workshops sind etliche Highlights dabei. Aber Martin Steiner will eigentlich niemanden herausheben. «Highlights sind auch an eigene Interessen gebunden», relativiert er. «Wichtig ist der regionale Bezug. Die Schülerinnen und Schüler der Kanti dürfen sich ihre eigenen Prioritäten setzen.»
Wie ein Testlauf mit Breu, Arnet, Dobbertin
Der Vielfalt sind fast keine Grenzen gesetzt. Eröffnet wird der «ArtsDay» von Jeremy Chavez. Er vereint zudem in seinem Workshop Comedy und Politik. «Mit Jokes gegen die Tagesschau», heisst der Titel. Weitere vier Beispiele: «Raumspuren» wird Petra Njezic ziehen, sie ist eine schweizerisch-kroatische Künstlerin. Oder Pirmin Breu, der Streetart-Künstler aus Wohlen. Er zeigt symbolisch das «Aufeinander-Leben» und beweist, dass Graffiti und Streetart eine neue Kunstform sind.
Oder der Wohler Jonas Arnet widmet sich dem Thema Raumkomposition. Und die einheimische Filmemacherin Hannah Dobbertin zeigt auf, wie aus einem Skript ein Film wird. Mit ihr ist ein Blick hinter die Kulissen garantiert. Die Workshops sind aufgeteilt in bildende und darstellende Kunst, Design, Film und Video, Grafik und Illustration, Musik, multidisziplinär, Tanz, Fotografie sowie Literatur und Theater. Und bei einem Podiumsgespräch kann man zudem miterleben, wie Fragen lebendig verhandelt werden.
Die Kanti ist also am Mittwoch, 4. März, voll und ganz für die Kunst reserviert. «ArtsDay» soll auch ein Gegenstück zum Tech-Day sein – allerdings ohne Konkurrenzgedanken. «Und wir wollen dabei ähnliche Inputs liefern», so Martin Steiner. Kunst prägt den Alltag in vielfältiger Form – in Bildern, Klängen, Bewegungen, Texten. Am «ArtsDay» werden alle diese Varianten geboten. Leider nur für Schülerinnen, Schüler und Lehrerschaft. Denn der «ArtsDay» ist nicht öffentlich. Mit über 800 Schülerinnen und Schülern der Kanti ist der «Publikumsaufmarsch» dennoch ziemlich gross.
Das OK sieht die Premiere deshalb wie einen Testlauf. «Es ist unser Ziel, dass dann die zweite Austragung öffentlich sein wird», erklärt Steiner.
60 Jahre Schulgeschichte
Der «ArtsDay» soll einen Mehrwert für die Region, die Kultur und die Bildung darstellen. Und er ist ein Teil des 60-Jahr-Jubiläums der Kanti Wohlen. Im Jahr 1966 nahm das damalige Lehrerseminar den Betrieb auf, im Jahr 1976 folgte die Umbenennung in Kantonsschule. Weitere Programmpunkte zum Jubiläum werden während des Jahres folgen. Mit dem «ArtsDay» soll die Schule zum Kulturzentrum und Begegnungsort mit Kunstschaffenden werden, praktisch wie ein Kulturhaus für Schülerinnen und Schüler. Der Tag der Künste soll die 60 Jahre Schulgeschichte mit der lebendigen Kulturszene des Freiamts verbinden. Tatsächlich eine gute Idee.
«Herzstück einer Kulturwolke»
«Projekt- oder Thementage haben eine lange Tradition. Da es unsere Schule nun seit 60 Jahren gibt, wollten wir im Jahr 2026 etwas Spezielles ermöglichen», sagt Kanti-Rektor Matthias Angst über den bevorstehenden «ArtsDay».
Dieser innovative und aufwendige «ArtsDay» bildet laut Angst «das Herzstück einer eigentlichen Kulturwolke». Dazu gehört auch die «grossartige Produktion unseres Orchesters über die Schule und Region hinaus» und am Ende der Woche folgt ein wuchtiges Chorprojekt, ebenfalls mit externen Partnern. Am «ArtsDay» darf dann die ganze Schule die vielfältige Welt der Künste gemeinsam entdecken. Matthias Angst: «Einen ganzen Tag lang geht es nicht um die üblichen Fächer, Prüfungen und Noten. Die Schülerinnen und Schüler können irgendwelche Themenbereiche wie Musik, Literatur, Tanz, Design, Film, Fotografie mit lokalen oder gar nationalen Kulturschaffenden entdecken, erleben und mitgestalten.»
Dahinter steckt laut Kanti-Rektor ein riesiger Aufwand «vieler kreativer und engagierter Lehrpersonen, denen mein grosser Dank gebührt. Die ganze Schule freut sich ungemein auf diesen Tag.» --dm

